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Unterschiedliche Auffassungen SV Atlas und Sportchef Jörg Rosenbohm trennen sich


Delmenhorst. Das ist ein echter Paukenschlag: Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst und der Sportliche Leiter Jörg Rosenbohm gehen ab sofort getrennte Wege. Das gab der Sportverein am Dienstagabend per Pressemitteilung bekannt.

Grund für die „einvernehmliche Trennung“ sind demnach unterschiedliche Auffassungen. Während der üblichen Herbstgespräche und der Frage, wie sich der SVA über das Saisonende ab Sommer 2017 ausrichten wolle, hätten beide Seiten festgestellt, „dass der unbedingt benötigte gemeinsame Nenner nicht gefunden wurde. Die bald beginnende Kaderplanung und die fortwährenden Marketingaktivitäten haben beide Seiten konsequenterweise zu der vorzeitigen Trennung geführt.“ Rosenbohm hatte sein Amt als Sportlicher Leiter beim SV Atlas im Februar 2015 angetreten.

Klubchef Jörg Borkus bedankte sich bei Rosenbohm in der Vereinsmitteilung „für sein persönliches Engagement und die erzielten Erfolge“. Rosenbohm habe sich immer intensiv für die Vereinsangelegenheiten eingesetzt und sich absolut korrekt verhalten.

Borkus: „Es gab keinen Streit“

Borkus erklärte auf dk-Nachfrage, dass der Vorstand und Rosenbohm in den vergangenen Wochen erkannt hätten, dass es in Fragen der Struktur und Positionen unterschiedliche Vorstellungen gegeben hat. Auf die detaillierten Gründe wollte er nicht eingehen. „Wir waren nicht mehr in der gleichen Spur“, räumte Borkus ein. Es habe aber „überhaupt keinen Streit“ gegeben. „Wir gehen im Guten auseinander.“

Die Fachkompetenz Rosenbohms sei unbestritten, betonte der SVA-Vorsitzende. „Jörg hat unheimlich viel Herzblut in den SV Atlas gesteckt.“ Bevor man sich aber im Winter oder spätestens im Sommer getrennt hätte, vereinbarten beide Seiten jetzt den vorzeitigen Cut mit Blick auf nun nahende Spieler- und Sponsorengespräche für die kommende Saison.

Rosenbohm: „Fruchtbare Zusammenarbeit“

Wie Borkus wollte auch Rosenbohm gegenüber dem dk auf keine Details der Trennung eingehen. Er habe sich bei seinem Antritt vor knapp zwei Jahren schon vorgestellt, längerfristig beim SV Atlas zu arbeiten. „Jetzt haben wir aber festgestellt, dass es einfach nicht mehr passt.“ (Weiterlesen: Jörg Rosenbohm über „Fußballverrückte bei der Arbeit“)

Die vergangenen 20 Monate wolle er aber keinesfalls missen, sagte der 54-jährige Oldenburger. „Das war eine fruchtbare Zusammenarbeit. Wir haben einiges bewegt und die Euphorie um den SV Atlas nochmals erhöht.“ Der Verein sei in der Region einmalig, sagte Rosenbohm, der die Landesliga-Mannschaft am Dienstagabend beim Training über seinen Rückzug informierte. (Weiterlesen: Rosenbohm sieht in Atlas „ein Projekt für ganz Delmenhorst“)

Rosenbohm entwirft Blocksponsoring und Spielerpatenschaften

Er habe, sagte Rosenbohm, die Zeit beim SV Atlas „intensiv gelebt“ und lobte vor allem die „fantastische Zusammenarbeit“ mit den Trainern Jürgen Hahn und Marco Büsing. Marketing-Experte Rosenbohm hatte vor allem in kaufmännischer Hinsicht beim SV Atlas einiges bewegt und erschloss neue Einnahmequellen. So wurden die einzelnen Fan-Blöcke auf der Tribüne von Unternehmen gesponsert, dazu übernahmen Firmen Spielerpatenschaften – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Rosenbohm, der vor seinem Engagement beim SV Atlas neun Jahre lang in verantwortlichen Positionen beim VfB Oldenburg gearbeitet hatte, will die nun freie fußballlose Zeit verstärkt mit seiner Familie verbringen. Er sei niemand, der ein „Vereinshopping“ betreibt, sagte der Leiter einer Werbe- und Textilagentur, dessen fußballerische Wurzeln beim FC Ohmstede liegen.

Borkus: „Sind in der Vereinsführung gut aufgestellt“

Die Lücken, die Rosenbohm nun hinterlässt, wird der SV Atlas zunächst intern schließen, erklärte Borkus. „Wir sind da gut aufgestellt“, sagte der Klubchef mit Blick auf die seit einiger Zeit vergrößerte Vereinsführung. Seit September gehören auch Bastian Fuhrken, Tammo Renken und Bastian Ernst dem Vorstand an. In der Vereinsführung sitzt seit Juli zudem Kerstin Kiwus, die sich zusammen mit Ernst um die Bereiche Marketing, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

Dass Rosenbohms Posten als Sportlicher Leiter (Kaderplaner und Marketing) in Personalunion oder einzeln neu besetzt wird, schloss Borkus auch mit dem Blick auf das mittelfristige Ziel Oberliga nicht aus. Er betonte aber auch: „Wir machen unsere Aufgaben weiter im Ehrenamt. Sicherlich machen wir nicht alles richtig und auch Fehler. Aber daraus lernen wir auch.“


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