Jürgen Stöver will wachrütteln Vorsitzender des TuS Hasbergen fordert mehr Geld für den Sport

Macht sich Sorgen um den Zustand von Sportanlagen: Jürgen Stöver, Vorsitzender des TuS Hasbergen. Zäune der Anlage des Vereins an der Stedinger Straße sind zerstört worden. Foto Lars PingelMacht sich Sorgen um den Zustand von Sportanlagen: Jürgen Stöver, Vorsitzender des TuS Hasbergen. Zäune der Anlage des Vereins an der Stedinger Straße sind zerstört worden. Foto Lars Pingel

Delmenhorst. Jürgen Stöver, Vorsitzender des TuS Hasbergen, macht sich Sorgen um den Zustand der Sportanlagen des Vereins und in der Stadt. Er fürchtet, dass die finanziellen Mittel für die Sanierung im Haushalt 2017 gekürzt werden sollen. Eigentlich müssten sie aber sogar erhöht werden, findet Stöver.

Er wollte einfach nicht länger warten. „Ich möchte wachrütteln“, sagt Jürgen Stöver, 1. Vorsitzender des TuS Hasbergen. Stöver hat Angst um seinen Verein (und nicht nur um den). Er sieht langfristig dessen Bestand gefährdet, wenn Sportanlagen nicht mehr instand gesetzt werden können. Zunehmender Vandalismus und immer schlechter werdende Bedingungen in Sporthallen bereiten ihm Kopfzerbrechen. „Wir sind keine Ausnahme“, sagt Stöver und beschreibt das Problem: „Wir haben nicht das Geld, um die Sachen selbst in Schuss zu halten. Die Verwaltung hat es aber auch nicht.“

Jürgen Stöver möchte „nur den Status erhalten“

Deshalb, erklärt Stöver, ist die Delmenhorster Politik gefordert, dem Sport in der Stadt „mehr Geld zur Verfügung zu stellen, zum Wohl der Jugend- und Sozialarbeit in den Vereinen.“ Den TuS-Vorsitzenden plagt allerdings die Sorge, sagt er, dass die Mittel für den Sport in den Planungen des Haushalts 2017 sogar gekürzt werden sollen. „Doch kürzen geht gar nicht mehr. Wir stehen schon unter der Wasserkante. Wir ertrinken“, sagt Stöver. (Weiterlesen: Jürgen Stöver beschreitet beim TuS Hasbergen neue Wege)

Denn die Mittel für die Sportstättensanierung müssten doch eigentlich schon erhöht werden, „nur um den Status zu erhalten“. Nur darum, „das zu erhalten, was wir haben“ geht es ihm, fügt er hinzu. „Es geht nicht um eine neue Halle oder ein neues Stadion. Wir brauchen keine High-Tech-Sportanlagen.“ In Delmenhorst „bricht aber die Substanz weg“. Dass das Geld knapp ist, ist keine Frage, sagt Stöver. Es seien aber, auch in der jüngeren Vergangenheit, „Mittel für einige Dinge verwendet worden, die nachrangiger sind.“

Vandalismus sorgt beim TuS Hasbergen für Kosten

Die Stadt, sagt Stöver dann, ist dem TuS immer ein sehr zuverlässiger Partner. Sie ist für die Pflege der Plätze und den dazugehörigen Grünanlagen zuständig. Alles Andere sei Aufgabe des Vereins. Die Kassen seien allerdings leer. „Die Verwaltung“, erklärt Stöver, „kommt jetzt in einen Bereich, wo sie einfach nicht mehr machen kann.“

Das gelte allerdings auch für den TuS. Der Verein musste zuletzt deutlich mehr Arbeit leisten und mehr Geld aufbringen als erwartet. Die Zäune der Anlage Am Tell sind schon mehrfach beschädigt worden, um auf das Gelände an der Stedinger Straße zu gelangen. Dort seien dann Gebäude und Schilder beschmiert worden, erzählt der TuS-Vorsitzende. „Das hat keinen Bezug zum Verein“, erklärt Stöver. „Das sind Leute von außen.“ Die Beseitigung der Schäden würde hohe Kosten verursachen. Erst in der vergangenen Woche hätten wieder einige Schilder und Türen gereinigt werden müssen: „Ich habe Strafantrag gestellt, weil das nicht das erste Mal war.“

Viele Probleme in Sporthalle

Vandalismus, nicht ausreichende Pflege und Abnutzung sind für den schlechten Zustand der Halle der Käthe-Kollwitz-Halle verantwortlich, der Stöver ebenfalls große Sorgen macht. „Es ist sehr viel Dreck in der Halle“, erklärt der TuS-Vorsitzende. Weichbodenmatten könnten nicht gesichert werden, weil die dafür vorgesehenen Gute nicht passen, von der Innenbeleuchtung löst sich die Verkleidung, Oberlichter seien beschädigt, der Zustand der Duschen und Sanitäranlagen sei erschreckend und viele Steckdosen „sind völlig kaputt, bei einigen hängen sogar Kabel heraus“.

Der schlechte Zustand der Halle könne auch dazu führen, dass der Verein Schwierigkeiten bekommt, neue Mitglieder zu gewinnen. Im schlimmsten Fall treten deshalb sogar Mitglieder aus. Beiträge fallen weg. „Einige haben schon schon angedroht, woanders hinzugehen“, sagt Stöver. „Wer freut sich darüber vor allem? Wirtschaftsunternehmen, die Fitnessstudios.“

Steigende Kosten, aber weniger Sponsoren beim TuS Hasbergen

„Wir sind am Kämpfen“, sagt Stöver über die Lage im TuS Hasbergen. Das läge, z. B., an steigenden Energiekosten. „Im Moment läuft alles, aber es ist schwer genug.“ Es sei in seinem Verein aber nicht vermittelbar, die Monatsbeiträge zu erhöhen. Und auch die Eigenleistungen, die der Verein erbringen muss, kosten Geld. „Das Vereinsleben hat sich verändert“, erklärt Stöver. „Die Bereitschaft, ehrenamtlich etwas zu tun, ist kaum noch vorhanden.“ Auch die Bereitschaft, Vereine durch Sponsoring zu unterstützen, habe abgenommen. (Weiterlesen: TuS Hasbergen setzt auf Sparmaßnahmen)

Eine Stellungnahme der Stadtverwaltung zu der Frage, ob kurzfristig entstandene Schäden nicht repariert werden können, lag am Freitag nicht vor.


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