Kampfabend am 29. Oktober 2016 Bis zu 18 Wrestler treten in Delmenhorster Markthalle an

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Organisieren die Wrestling-Veranstaltung, die die DWA am 29. Oktober 2016 in der Markthalle ausrichtet: die Delmenhorsterin Katharina Meyer und die Visselhöveder Ralf Schwarzwälder und Christian Städter, der als Crazy Johnny Tiger auch in den Ring steigen wird. Foto: Lars PingelOrganisieren die Wrestling-Veranstaltung, die die DWA am 29. Oktober 2016 in der Markthalle ausrichtet: die Delmenhorsterin Katharina Meyer und die Visselhöveder Ralf Schwarzwälder und Christian Städter, der als Crazy Johnny Tiger auch in den Ring steigen wird. Foto: Lars Pingel

Delmenhorst. Die Deutsche Wrestling Allianz richtet am Samstag, 29. Oktober 2016, in der Delmenhorster Markthalle einen Kampfabend („Hard Knocks III – Monsters of Wrestling“) aus. Katharina Meyer, Ralf Schwarzwälder und Christian Städter, Mitglieder des Organisationsteams, freuen sich darauf und loben die Zusammenarbeit mit der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Städter wird als Crazy Johnny Tiger auch in den Ring steigen.

Ralf Schwarzwälder hat einen mutigen Hund. Der Vierbeiner hat Christian Städter ein Würstchen geklaut. Städter ist etwa 1,80 Meter groß, sportlich, ziemlich durchtrainiert und nennt sich ab und an auch Crazy Johnny Tiger. Ein fehlendes Stück Fleisch ist für ihn aber noch lange kein Grund, sich auch nur ein bisschen aufzuregen. Das erfuhr Schwarzwälder wenig später im Gespräch über den kleinen Husarenstreich. Das wurde so lang, dass sich die beiden Visselhöveder anfreundeten und der Hundebesitzer von Städters Passion erfuhr, die er unter seinem so genannten Gimmick nicht nur als Hobby, aber auch nicht als Profi auslebt. Städter ist seit 1994 aktiver Wrestler, und er hat 1998 einen Verein, einen Verband, gegründet, die Deutsche Wrestling Allianz (DWA). Die richtet Kampfabende aus. „Christian hat mich gefragt, ob ich dort nicht mitmachen möchte“, erzählt Schwarzwälder an einem Nachmittag in Delmenhorst beim Kaffee mit Blick auf die Markthalle. Schauen sie hinüber, ist ihnen die Vorfreude anzumerken. Am Samstag, 29. Oktober, werden sie dort bei der Veranstaltung „DWA Hard Knocks III – Monsters of Wrestling“ im Einsatz sein.

Schwarzwälder hatte damals in Visselhövede nämlich zugesagt, sich in der DWA zu engagieren. Und so dürfte Städter dessen Hund sogar mächtig dankbar sein, denn der Wrestler, der sich in dem Verband mit Sitz in Braunschweig auch um Organisation, Booking und Promotion kümmert, hat über ein geklautes Würstchen einen wertvollen Mitstreiter gewonnen – obwohl der von sich sagt: „Für mich ist Wrestling nicht das Entscheidende.“ Schwarzwälder nennt sich „Mädchen für alles“. Vor allem leitet er den Auf- und den Abbau, kümmert sich aber auch während der Veranstaltung um vieles. „Für mich ist das Wichtigste, dass in der Halle alles gut läuft“, sagt er über seine Motivation.

Bis zu 250 Zuschauer in der Markthalle

Am 29. Oktober möchte Schwarzwälder also in der Markthalle dafür sorgen, dass bis zu 250 Zuschauer von bis zu 18 internationalen Wrestlern und Wrestlerinnen im Ring gut unterhalten werden können und guten Sport zu sehen kriegen. Das seien die Kämpfe in der DWA trotz der großen Show, sagt Städter und widerspricht einem Klischee: „Es gibt klare Regeln, die vom Kampfverband vorgegeben sind. Der Gewinner wird bei uns nicht vorher ausgelost.“ Im Ring ginge es darum, den Gegner im Vollkontaktkampf sportlich zu besiegen. Es sei aber nicht das Ziel, den Konkurrenten zu verletzen. Dafür würden die Kämpfer die Verantwortung tragen.

Viele Sicherheitsvorschriften

Als Veranstalter muss er übrigens ebenfalls Regeln beachten, vor allem Sicherheitsvorschriften, ergänzt Städter. „Der Ring wird vom TÜV geprüft. In der Halle müssen genug Notausgänge und Helfer vorhanden sein. Die Kämpfer werden auf ihre Gesundheit gecheckt; für sie gilt ein strenges Alkohol- und Drogenverbot.“ Städter weiß natürlich von den tragischen Abstürzen, auch von großen Stars der Szene, einiger Wrestler außerhalb des Rings.

Delmenhorsterin Katharina Meyer betreut Gäste

Die Idee, in die Markthalle zu kommen, stammt, irgendwie wenig überraschend, von einer Delmenhorsterin. „Wir wollten mal etwas Neues machen“, erzählt Katharina Meyer. Und etwas Besonderes. „Die Markthalle ist rund“, bestätigt sie. „Außerdem liegt sie sehr zentral und es gibt im Umfeld viele Parkplätze.“ Meyer wird dort die Gäste betreuen. Die Aufgabe nimmt sie in der DWA seit einem Jahr wahr. Meyer ist seit Ende der 80-er Jahre Wrestling-Fan, vor allem von Aktiven aus den großen amerikanischen Profi-Unternehmen, die wie die WWE (World Wrestling Entertainment) sogar an der Börse notiert sind. Auf den Seiten eines Internet-Marktplatzes fand sie im vergangenen Jahr eine Auktion, in der Karten für eine DWA-Veranstaltung angeboten wurden, in der einer dieser Wrestler antrat. Meyer bekam die Tickets nicht. „Ich wurde um einen Euro überboten.“ Sie wandte sich an Städter. „Er hat geholfen. Ich habe mich tierisch gefreut. An dem Abend hatte ich mit einem Kumpel Megaspaß.“ Wenig später war sie DWA-Mitglied und -Mitarbeiterin. Dass sie, Schwarzwälder und Städter sich auf die Veranstaltung in Delmenhorst freuen, liegt auch an der guten Zusammenarbeit mit der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die die Markthalle betreibt: „Die war wirklich hervorragend.“

Städter tritt als Crazy Johnny Tiger gegen einen Iren an

Christian Städter kann und wird am 29. Oktober, auch dank Meyer und Schwarzwälder, vor allem als Crazy Johnny Tiger auftreten. „Für mich endet der Abend schmerzhaft“, sagt er grinsend. Sein Gegner The Irish Viking Jerry Carcass wird aus Irland eingeflogen, dank des Internets ist es kein Problem, sich Informationen zu verschaffen. „Das ist ein harter Brocken“, sagt Städter. Um für solche Kämpfe fit zu sein, trainiert er fast täglich. Außer der speziellen Wrestling-Vorbereitung stehen viele Kraft- und Ausdauereinheiten auf seinem Plan.

Ende der 80-er Jahre wurde Städter wie Meyer durch Fernsehübertragungen aus den USA Wrestling-Fan. In Deutschland richtete die Catch Wrestling Association in dieser Zeit in Hannover und Bremen mehrwöchige Veranstaltungen aus, die Europa Catch-Festivals. Einer der CWA-Besitzer war der Österreicher Otto Wanz, als Kämpfer auch das Aushängeschild des Verbands. Städter war regelmäßig in den Hallen, dabei reifte in ihm, der schon Erfahrungen mit japanischen Kampfsportarten gesammelt hatte („Aikido und sowas“), der Wunsch einer der Show-Kämpfer zu werden. 1994 habe ihm Wanz das Training angeboten, erzählt Städter. „1996 stand ich beim letzten Festival in Bremen als Nachwuchskämpfer zum ersten Mal im Ring.“ Von 1998/1999 an bestritt er größere Kämpfe im professionellen Umfeld, trat in Deutschland, in Österreich, England und sogar den USA auf.

Fünf Wrestler werden eingeflogen

Profi war Städter allerdings nie. Er beendete zwei Lehren, arbeitet in Visselhövede als Kaufmann. „In Deutschland hat man keine Chance, als Wrestler genug Geld zu verdienen“, sagt er. Das liegt auch daran, dass die Begeisterung für den Show-Sport in Deutschland nie so groß war wie, zum Beispiel, in den USA. Und sie ist nach einem Hoch ab Mitte der 80-er längst wieder abgeflaut. „Eine Fan-Basis ist aber geblieben“, erzählt er. Dazu kommen bei jeder Veranstaltung einige Neugierige „und viele Kids, die Wrestling gerade im Fernsehen gesehen haben.“ Sie alle ermöglichen es der DWA und einigen anderen deutschen Veranstaltern immer noch, mit einigem Aufwand Abende wie den in der Markthalle zu organisieren. „Nur für Hard Knocks werden fünf Leute eingeflogen“, erzählt Städter. Zwei, die Kanadier Kizarny und Joe E Legend, waren schon in der WWE aktiv. Finanziellen Gewinn macht man damit nicht, sagt Städter.

Stimmung bringt Motivation

Von den Zuschauern, genauer aus der Atmosphäre, die sie in den kleineren Hallen, da sie ganz nah am Ring sitzen und stehen, erzeugen, zieht Städter einen Großteil seiner Motivation, etwa zwölfmal pro Jahr in die Rolle von Crazy Johnny Tiger zu schlüpfen. „Die Stimmung, wenn du in den Ring läufst, ist unglaublich“, erzählt er. Für ihn wird dann eine veränderte Version des Lieds „Psycho Circus“ der Band Kiss gespielt. Und, natürlich, auch der Kampf selbst und das Adrenalin, das dabei ausgeschüttet wird, machen für den 40-Jährigen die Faszination aus. Sie ist so groß, dass sich der Wrestler Crazy Johnny Tiger ziemlich auf einen Abend freut, der schmerzhaft enden wird. Der Promoter Christian Städter hofft bis dahin, „dass die Delmenhorster die Veranstaltung annehmen. Dann würden wir gerne wiederkommen.“ Ob er als Freund von Ralf Schwarzwälder in jedem Veranstaltungsort ein Würstchen für dessen Hund kauft, war nicht in Erfahrung zu bringen.


Der erste Kampf beginnt um 18.45 Uhr

Am Samstag, 29. Oktober, richtet die Deutsche Wrestling Allianz (DWA) ihre Veranstaltung „DWA Hard Knocks III – Monsters of Wrestling“ in der Delmenhorster Markthalle aus. Auf dem Programm stehen bis zu zehn Kämpfe mit internationalen Sportlerinnen und Sportlern. Einlass für ein „Meet and Greet“ mit den Kämpfern ist ab 16 Uhr. Es endet um 17.30 Uhr. Ab 18 Uhr ist der Eingang für die Hauptshow geöffnet. Sie beginnt um 18.45 Uhr.

Eintrittskarten kosten 29,90 Euro pro Person (Sitzplatz 1. Reihe, inkl. Meet and Greet), 19 Euro pro Person (ab 2. Reihe) und 12,90 Euro pro Person (Stehplatz). 100 Karten nur für das „Meet and Greet“ werden für 5 Euro pro Person angeboten. Die Tickets können unter www.eventim.de erworben oder per E-Mail an dwatickets@aol.com bestellt werden.

In einem Hauptkampf treffen, laut der DWA, der Kanadier Joe E Legend und der 2,15 Meter lange und 140 Kilogramm schwere Vodoo aufeinander. Für den anderen wird, kündigten die Organisatoren an, Ulf Herman, der als „Herman the German“ unter anderem in der CWA von Otto Wanz sehr erfolgreich war, in den Ring zurückkehren. Herman, der in einer Fernsehserie des Senders RTL2 einen Privatdetektiv spielt, war Anfang September in den Schlagzeilen, weil er die Vorbereitungen von Ex-Werder-Torwart Tim Wiese auf einen Kampf in der amerikanischen Wrestling-Liga WWE scharf kritisiert hatte. Der Hildesheimer soll in Delmenhorst gegen den WWE-erfahrenen Kizany antreten.

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