Tischtennis-Landesliga Damen Wiebke Verst und der TV Jahn hoffen auf ein neues Wunder

Von Andreas Giehl

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Zur Zeit in guter Form: Wiebke Verst vom TV Jahn Delmenhorst. Foto: Rolf TobisZur Zeit in guter Form: Wiebke Verst vom TV Jahn Delmenhorst. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Drei Spiele, 0:6 Punkte, letzter Tabellenplatz: Die Lage für die Tischtennis-Damen des TV Jahn Delmenhorst ist in der Landesliga extrem schwierig. Dennoch gibt Spielerin Wiebke Verst nicht auf.

Vor einem Jahr war die Situation für die Jahn-Riege exakt die gleiche. Die ersten drei Begegnungen in der Landesliga gingen verloren. Dann sorgte ein überraschendes Unentschieden beim Hundsmühler TV für den Umschwung. Bis zum Ende der Hinrunde konnte der TVJ die Abstiegsplätze verlassen. Dass es an diesem Freitag an gleicher Stätte zum zweiten Mal zu solch einer Initialzündung kommt, daran glauben im Moment nur indes nur Wenige.

Aufgrund der Wettkampfpause von Miriam Hansen in der Hinrunde, ist die Situation für die Delmenhorsterinnen komplexer als vor zwölf Monaten. Bisher konnten sie den Ausfall ihrer Nummer drei nicht kompensieren. Drei von zwei Duellen fanden gegen schlagbare Gegner aus der unteren Tabellenhälfte statt. Beide gingen verloren. Aktuell ist Jahn mit 0:6 Punkten Tabellenletzter. In Spiel vier wartet mit Hundsmühlen nun ein Schwergewicht in der Liga. Die Frauen aus dem Oldenburger Vorort sind nahezu perfekt in die Serie gestartet und belegen mit 8:2 Punkten Platz zwei.  

Wiebke Verst mit nahezu ausgeglichener Bilanz

„Wir müssen zusehen, dass wir alle einen guten Tag erwischen, um endlich zu punkten“, erklärt Wiebke Verst. Die Akteurin aus dem hinteren Jahn-Paarkreuz weiß, gegen den HTV wird genau das eine verdammt harte Nummer. „Selbst wenn uns das, wie vielleicht zu erwarten ist, nicht gelingt, so sollten wir an anderen Tagen in dieser recht ausgeglichenen Liga noch unsere Möglichkeiten bekommen.“  

Argumente zu neuer Hoffnung lieferte die 31-Jährige in den ersten Partien selbst. Mit einer ungefähr ausgeglichenen 3:4-Bilanz ist die Gesamtschul-Lehrerin ganz gut in die Saison hineingekommen. Ihr drittes Jahr beim Landesligisten will sie persönlich erfolgreicher gestalten als das zweite. Da war sie mit ihrer klar negativen Ausbeute am Schluss nicht zufrieden.  

Vom VfL Wildeshausen 2014 zum TV Jahn Delmenhorst gewechselt

Als Verst 2014 zum TV Jahn Delmenhorst stieß, hatte sie anfangs gehörigen Respekt vor der Landesliga: Zu hoch und zu schwer für mich?, fragte sie sich selbst. Denn bis 2012 nach Auflösung ihres Damenteams in Wildeshausen hatte sie dort lediglich im hinteren Paarkreuz der Bezirksoberliga gespielt. Als sich dann das VfL-Team auflöste, betrieb sie fortan keinen Mannschaftssport mehr.

Während der Pause reifte bei der mehrmaligen Jugend- und Damenkreismeisterin im Oldenburger Land der Wunsch zu einer baldigen Rückkehr. Nur sporadisch „klickern“ beim Bremer Unisport in war ihr nicht genug. Pläne, sich einem dort ansässigen´Verein anzuschließen, hat sie nicht konkret verfolgt. Erst als sie im Sommer 2014 der „Hilferuf“ des TV Jahn ereilte, wendete sich das Blatt. Dortwurde dringend Ersatz für die zum Oldenburger TB abgewanderte Nane Hofmann gesucht.

Tischtennis spielt auch an Versts Schule eine große Rolle

Auch wenn Versts Mannschaft jedes Jahr mit vereinten Kräften um den Klassenverbleib kämpfen muss, bereut hat sie ihren Wechsel zum TV Jahn nie. „Mir bereitet es großen Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Alle sind sehr nett. Im Hobby zählt meiner Meinung nach genau das.“

Tischtennis spielt übrigens auch in ihrem Berufsleben eine tragende Rolle. Die junge Sozialpädagogin ist hauptverantwortlich für eine zehnte Klasse. Dazu unterrichtet sie Schüler der Jahrgänge fünf bis zwölf in Mathematik und Sport. Als ein besonderes Steckenpferd leitet sie eine Tischtennis-AG, an der sich Schüler der Oberstufe erfreuen.

Stärken auf der Rückhand

Über ihre eigene Spielweise sagt sie: „Ich bin am Tisch eher der abwartende Typ. Ich schaue zunächst, was mein Gegner so macht. Meine Stärken liegen allgemein mehr auf der Rückhand- als auf der Vorhandseite.“

Ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Ulrike erging es übrigens ganz ähnlich. Auch bei der inzwischen Wahlberlinerin begann es nach einer Pause, wieder im Schlagarm zu „jucken“. Auch sie hat vor rund einem Jahr den Schläger sozusagen vom Dachboden hervorgekramt. Ob die beiden Schwestern in absehbarer Zeit wie früher gemeinsam Doppel spielen? Eher fraglich. Ulrike Verst fühlt sich in der Hauptstadt sehr wohl.

So legt Wiebke Verst ihr Augenmerk vorerst weiter auf das eigene Spiel. Ihr Wunsch ist es, so „ordentlich“ weiterzuspielen wie bisher. Wenn sich am Saisonende ihre Einzelbilanz dann immer noch im Bereich „ausgeglichen“ befände, wäre sie hochzufrieden.


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