Basketball-Oberliga Delmenhorster TV entzaubert Meister Bremerhaven

Von Daniel Niebuhr

Starker Youngster: Marco Feo Ziemann (rechts) gewann mit den Devils gegen Bremerhaven II. Foto: Rolf TobisStarker Youngster: Marco Feo Ziemann (rechts) gewann mit den Devils gegen Bremerhaven II. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Oberliga-Basketballer des Delmenhorster TV bezwingen überraschend Meister BSG Bremerhaven II mit 97:87 – dank einer überragenden Dreierquote.

Der Abbau der Kamera war am Sonntag Chefsache. Während seine Oberliga-Basketballer sich noch abklatschten, setzte sich Stacy Sillektis auf die Bank und klappte in aller Ruhe das Gerät zusammen, mit dem er alle Spiele seines Teams aufzeichnen lässt – der Trainer des Delmenhorster TV wusste natürlich, dass sich darauf relativ seltenes Material befand: eine Niederlage der BSG Bremerhaven II nämlich. Nur eines der letzten 27 Spiele hatte der Oberliga-Meister verloren, gestern erwischte es ihn mal wieder. Sillektis und die Delmenhorster Devils entzauberten die Bremerhavener beim 97:87 (56:52) regelrecht, was der Coach allerdings gar nicht so außergewöhnlich fand: „Wenn es bei uns läuft, kann der Gegner machen, was er will.“ Selbst wenn er Bremerhaven heißt und Titelverteidiger ist.

Sechs Dreier im ersten Viertel

Das überraschende Husarenstück lässt sich allerdings tatsächlich so einfach erklären. Bei den Delmenhorstern lief einfach alles, besonders die Präzision bei den Distanzwürfen war enorm. Allein im ersten Viertel trafen die Gastgeber sechs Dreier und eroberten eine 34:29-Führung. Bremerhaven kam nie so richtig in Fahrt; immer, wenn es knapp wurde, legten die Devils wieder nach. Nach dem 45:43 folgten zum Beispiel acht Delmenhorster Punkte in Serie, sechs davon wieder durch Dreier von Terryl Woolery, mit 34 Punkten Topscorer, und Ali Akkurt. Der Halzeitstand von 56:52 stimmte Sillektis aber im Nachhinein trotzdem nicht zufrieden: „So viele Punkte dürfen wir in 20 Minuten eigentlich nicht abgeben.“

Serien zum richtigen Zeitpunkt

Zum Glück für ihn blieb seinem Team das Wurfglück treu. Direkt zu Beginn des dritten Viertels setzte sich der DTV von 56:53 auf 65:53 ab. Bremerhaven stellte in der Schlussphase auf ein Pressing über das gesamte Feld um, die Devils ließen den Ball aber laufen und blieben cool – jedenfalls größtenteils. „Einige Bälle haben wir noch weggegeben. Aber das Spiel war da schon entschieden“, meinte Sillektis.

Sein Team arbeitete sich mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel langsam aber sicher in die Spitzengruppe vor, nur Tabellenführer Fortuna Logabirum – nächster Devils-Gegner am 16. Oktober – ist noch ungeschlagen. „Wir werden sicher auch noch mal verlieren“, sagte Sillektis. Das Team wird durch Neuzugang Maximilian Wagner, der gestern noch fehlte, aber sicher nicht schwächer.