Rückblick auf die Bezirksliga-Saison Triumphzug des SV Atlas endet mit dem Aufstieg

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst. Der zukünftige Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst kassierte in der vergangenen Saison nur eine Niederlage und sammelt 83 von 90 möglichen Punkten. SVA-Cheftrainer Jürgen Hahn lobt den Charakter und die Disziplin seiner Spieler.

Okay, die angestrebte 100-Tore-Differenz hat der SV Atlas nicht erreicht (119:20), aber ansonsten setzte der Meister der Fußball-Bezirksliga Weser-Ems 2 neue Maßstäbe. Hinter den Delmenhorstern liegt eine denkwürdige Saison. Die Mannschaft, die 83 von 90 möglichen Punkten sammelte, dominierte ihre Spielklasse. Sie inszenierte einen Triumphzug, der mit dem Aufstieg in die Landesliga endete und der von diversen Bestmarken begleitet wurde (lesen Sie auch „SV Atlas-Statistik“).

Natürlich flog dem Überflieger der Erfolg nicht automatisch zu. „Es gab aufgrund der großen Konkurrenzsituation viel Arbeit und viele Gespräche. Das war ein Prozess“, blickt Jürgen Hahn zurück. Ein erfolgreicher Prozess. „Jeder weiß, dass es um die Mannschaft geht“, ergänzt der Cheftrainer.

Fast nur gute Erinnerungen an Spitzenspiele

An welches Spiel erinnert er sich besonders gerne? „Es gab viele Spiele, die richtig gut waren“, lautet die Antwort. Als Beispiel führt er den fünften Spieltag, an. Beim 3:0 gegen den VfB Oldenburg II habe das Team taktisch und athletisch eine sehr gute Leistung gezeigt. Hahn: „Da habe ich gewusst, dass wir gut unterwegs sind.“ Als weiteren Beleg nennt der Coach das 6:1 gegen den ebenfalls als Meisterschaftsfavoriten gehandelten TuS Obenstrohe: „Nach den 1:1-Unentschieden beim Heidmühler FC und beim TSV Abbehausen haben wir eine gute Reaktion gezeigt.“ Mit dem 6:1 gegen die Obenstroher setzte der SVA am zwölften Spieltag ein Ausrufezeichen.

In Hahns „Positiv-Rubrik“ gehören auch die Treffen, die die Elf nach dem Gewinn des Titels, den man sich am 11. Mai mit dem 5:0 gegen GVO Oldenburg sicherte, absolviert hat. 4:0 (beim VfB Oldenburg II), 13:0 (beim TV Esenshamm) und 3:2 (gegen TSV Ganderkesee) lauteten die Ergebnisse. Atlas spielte die Saison konzentriert zu Ende, verschenkte nichts. „Das spricht für den Charakter der Mannschaft“, lobt Hahn.

Platz eins in der Fairneswertung

Die Disziplin des Meisters lobt er ebenfalls. So führt Atlas gemeinsam mit Obenstrohe die Fairnesstabelle an (jeweils 59 Punkte, Quote 1,96). Der Liga-Primus musste als einziger Bezirksligist weder eine Rote noch eine Gelb-Rote Karte hinnehmen.

Fragt man Hahn, auf welchen Bestwert er besonders stolz sei, antwortet er: „Da ich nicht gerne verliere, bin ich stolz darauf, dass wir lange ungeschlagen geblieben sind und wir nur eine Niederlage kassiert haben.“ Am 30. April unterlag der Meister in Obenstrohe mit 2:4. Außerdem hebt Hahn hervor, dass man viele „zu Null-Spiele“ abgeliefert habe.

23 Akteure kamen während der Saison 2015/16 zum Einsatz. Florian Knipping und Kevin Radke bestritten 29 der 30 Punktspiele. „Die beiden sind Stützen, Leistungsträger“, sagt Hahn. Die Namen stünden für Stabilität.

Vier weitere Spieler bleiben, zwei gehen

Knipping und Radke gehören zu jenen 17 Spielern, die dem Verein ihre Zusagen für die Landesliga-Saison 2016/17 gegeben haben. Mittlerweile befinden sich auch die Namen von Mannschaftskapitän Daniel von Seggern, Simon Matta, Hanno Hartmann und Dennis Metzing auf dieser Liste. Verlassen werden den Verein Daniel Isailovic und Niclas Baumeister. Damit hat der SVA aktuell 22 Spieler im Kader für die kommenden Spielzeit.

In Daniel Karli (SV Tur Abdin), Can Blümel (TB Uphusen), Thore Sikken (VfL Oldenburg), Dennis Janssen (SSV Jeddeloh) und der Nummer zwei der aktuellen Bezirksliga-Torjägerliste, Patrick Degen (BV Bockhorn), hat Atlas bereits fünf Neuverpflichtungen präsentiert, deren Namen aufhorchen lassen. Kommen noch weitere Neulinge hinzu? „Ich denke schon“, meint Hahn. „Wir müssen auf die eine oder andere Sache reagieren.“

Weitere Neuzugänge nicht ausgeschlossen

Das Thema „Urlaub“ ist für den Cheftrainer momentan keines. „Ich bin jeden Tag mit dem SV Atlas beschäftigt“, berichtet er. Gemeinsam mit Jörg Rosenbohm, Sportlicher Leiter, arbeite er an der Kaderplanung. Während der Meisterfeier im Biergarten des Hoykenkamper Gasthofs Menkens lobte Rosenbohm den Trainer und dessen Arbeit in den höchsten Tönen.

Anfang Juli beginnt die Vorbereitung auf jene Aufgaben, die die sechsthöchste deutsche Fußball-Liga demnächst für den Neuling bereithält. In den ersten Tagen und Wochen gilt es dann auch wieder, die konditionelle Grundlage für einen erfolgreichen Saisonverlauf zu legen. Hinsichtlich des Durchhaltevermögens war der SV Atlas allen Gegnern überlegen. Hat sich die gute Kondition auch bei den Feiern rund um die Meisterschaft bemerkbar gemacht? „Natürlich. Die Arbeit hat sich ausgezahlt“, sagt Jürgen Hahn lachend.


Saisonstatistik des SV Atlas

Punkte und Tore. Der SV Atlas hat in den 30 Spielen 83 Punkte (Schnitt 2,77) errungen. Er hat 119 Tore (3,97) erzielt und 20 Gegentreffer (0,67) quittiert. Seit der Saison 2001/02 (Beginn der Aufzeichnungen) hat kein Meister einen besseren Punkteschnitt erreicht. 2003/04 brachte es der SV Wilhelmshaven II auf 2,62 Punkte pro Spiel.

Imponierender Vorsprung. Der SVA weist gegenüber Vizemeister TuS Obenstrohe und der Nummer drei, Heidmühler FC, 19 Punkte Vorsprung auf. Gegenüber dem Tabellenvierten VfB Oldenburg II sind es sogar 29 Zähler.

Weiße Weste. Die Delmenhorster beendeten sämtliche 15 Heimspiele mit einem Dreier. 45 Zähler und 64:9 Tore stehen in dieser Bilanz zu Buche. Es folgen Heidmühle (36/41:19) und Obenstrohe (35/42:23).

Weitere Spitzenplätze. Der Meister nimmt auch in der Auswärtstabelle die erste Position ein. Auf fremden Plätzen holten die Schützlinge von Jürgen Hahn 38 Punkte. In den Abschlusstabellen der Hin- (41 Punkte) und der Rückrunde (42) liegt der Landesliga-Aufsteiger ebenfalls in Führung.

23 eingesetzte Spieler. Jürgen Hahn bot in den 30 Punktspielen 23 Akteure auf. Florian Knipping, Kevin Radke (jeweils 29), Stefan Bruns, Iman Bi-Ria (jeweils 28) sowie Dominik Entelmann und Maximilian Klatte (jeweils 27) absolvierten die meisten Begegnungen (Quelle: Stadionzeitung des SV Atlas).

Krone geht an Dominik Entelmann. In der Torjägerliste der Bezirksliga liegt Dominik Entelmann mit 29 Treffern in Führung. Rang zwei belegt Patrick Degen (BV Bockhorn) mit 26 Toren. Er spielt während der nächsten Saison für die Delmenhorster. Iman Bi-Ria (25) ist Dritter und Musa Karli (15) Neunter.

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