Mitreißende Relegation TV Hude steigt nach Drama aus Tischtennis-Oberliga ab

Von Andreas Giehl

Großes Drama ohne Happy End: Hudes Routinier Marco Stüber zeigte mit zwei glatten Einzelsiegen und einem Doppelerfolg zusammen mit Tobias Steinbrenner eine großartige Leistung, stieg aber trotzdem ab. Foto: Rolf TobisGroßes Drama ohne Happy End: Hudes Routinier Marco Stüber zeigte mit zwei glatten Einzelsiegen und einem Doppelerfolg zusammen mit Tobias Steinbrenner eine großartige Leistung, stieg aber trotzdem ab. Foto: Rolf Tobis

Hude. Das Tischtennis-Team des TV Hude verliert die Relegation zur Oberliga gegen den SC Marklohe nur wegen des schlechteren Ballverhältnisses.

Der 1. Mai 2016 wird künftig als dunkler Fleck in der Vereinschronik des TV Hude geführt werden müssen. Nach einem wahren Tischtennis-Drama ist der Turnverein am Sonntag aus der Oberliga abgestiegen. Kaum ein Regisseur hätte dabei das Szenario spannender inszenieren können. Nur 13 Bälle haben dem Turnverein am Ende zum Klassenerhalt gefehlt. Nach einem spektakulären Spielverlauf hatte sich der Gastgeber im Relegationsspiel vom SC Marklohe mit einem 8:8-Unentschieden getrennt. Selbst das Satzverhältnis war nach dem Viereinhalb-Stunden-Thriller mit 32:32 identisch. So entschieden laut Regelwerk die mehr gewonnenen Bälle über Sieg und Niederlage: Marklohe lag mit 590:577 vorn – und die Huder mussten absteigen.

Zukunft ungewiss

Wohl jedem der 120 Zuschauer ging der Krimi an die Nieren. Nach dem verwandelten Matchball zum 8:8 des Markloher Schlussdoppels Nico Marek/Marco Tuve wussten in dem Moment nur die Rechnenkünstler in der Halle, wer von den beiden Kontrahenten die Partie schlussendlich gewonnen hat. Als sich das Ergebnis von den mehr gewonnenen Bällen der mit Ex-Bundesligaspielern besetzten Markloher herumsprach, wurde es schnell totenstill in der Halle. Selbst die Gäste jubelten nur kurz. Bei aller Freude über den geschafften Aufstieg fühlten auch sie mit ihren unterlegegenen Gegnern mit. Die Blicke der Hausherren und die ihrer Fans gingen nach Spielende minutenlang ins Leere. Sprechen wollte zunächst niemand, Hudes Tobias Steinbrenner überwand sich stellvertretend für sein Team und versuchte, die Enttäuschung in Worte zu fassen: „Nach solch einer tollen Leistung und so einem engen Spiel abzusteigen, ist einfach nur brutal.“ Urgestein Marco Stüber ergänzte: „Heute kann natürlich niemand sagen, wie es mit der ersten Herren weitergeht.“ Der Schock über den Last-Minute-Abstieg muss sich im Klosterort erst ein paar Tage setzen. Aber dann wird man neue Pläne schmieden.

Punktabzug für Marklohe führt zu Protest

Bei der Begrüßung hatten sich die Mannschaftsführer beider Lager noch gegenseitig die Favoritenrolle zugeschoben. Doch von Bescheidenheit war danach nichts mehr zu sehen. Beide Teams begegneten sich absolut auf Augenhöhe. Der Spielverlauf bot alles, was das Herz begehrte: tolle Spiele, Dramen und große Emotionen. Alle Beteiligten stießen dabei an ihre Grenzen. Der Schiedsrichter verwarnte den Markloher Sebastian Tinzmann in einer Partie erst mit Gelber und dann mit Roter Karte, was sogar Punktabzüge zur Folge hatte. Nach einigen Diskussionen legte Marklohe Protest ein.

Schlussdoppel geht verloren

Die Hausherren müssen sich nach dieser starken Leistung keine Vorwürfe machen. Sie holten kämpferisch das Letzte aus sich heraus. Nach einem 0:2-Fehlstart fanden sie ihre Linie und begeisterten mit einer Vielzahl von starken Auftritten. Als Hudes Nummer fünf, Marco Stüber, in Einzelrunde zwei mit seinem zweiten Tagessieg die 8:5-Führung besorgte, schien der Sieg zum Greifen nahe. Doch Steinbrenner (gegen Routinier Marco Tuve) und Marc Engels (gegen Olaf Mindermann) konnten nicht vollenden.

Die Spannung in dem Ausscheidungsspiel um den letzten freien Oberligaplatz für die Saison 2016/17 war dann nicht zu toppen. Das Huder Schlussdoppel Lingenau/Imig zwang Marklohes Marek/Tuve in den Entscheidungssatz, unterlag nach aufopferungsvollem Kampf aber mit 5:11 – und erfuhr dann, dass der Abstieg damit besiegelt war.


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