dk-Serie: Sportliche Rückblicke Vor 25 Jahren: Sillektis wirft 86 Punkte in einem Spiel

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Delmenhorst. Stacy Sillektis von den Oberliga-Basketballern des Delmenhorster TV ist schon viele Jahre bei den Devils. 1991 schrieb er sogar Vereinsgeschichte: Bei dem C-Jugend-Spiel gegen Hansa Friesoythe warf er 86 Punkte. Diesen Rekord hält er bis heute.

Der Wert eines Rekords ist in der Sportszene häufig etwas schwierig einzuschätzen. Manche werden schon nach Tagen wieder gebrochen, andere nach Jahren oder Jahrzehnten, und einige wenige halten für die Ewigkeit. Ob die Bestmarke, die Efstathios „Stacy“ Sillektis im März 1991 aufgestellt hat, in diese illustre Kategorie gehört, lässt sich jetzt noch nicht sagen, wohl allerdings, dass ihm vor 25 Jahren eine ganz außergewöhnliche Leistung gelungen ist. Im Alter von 15 Jahren erzielte der Basketballer des Delmenhorster Turnvereins 86 Punkte in einem Spiel, bis heute wurde das von keinem Delmenhorster übertroffen – auch von ihm selbst nicht. Denn Sillektis ist seit Jahren Spielertrainer des DTV und nach wie vor einer der besten Punktesammler.

Wie er damals den Rekord knackte, der zuvor zehn Jahre lang bei 69 Zählern gestanden hatte, daran erinnert sich der heute 39-Jährige noch sehr genau. „So etwas passiert nicht oft, daher vergisst man das auch nicht“, sagt er. „Das war gegen Hansa Friesoythe. Ich war in der C-Jugend.“ Die Friesoyther bekamen Sillektis in der Partie kurz vor Saisonende – vorsichtig gesagt – nicht richtig in den Griff. Mit 117:47 gewannen die Delmenhorster – in zweimal 20 Minuten wohlgemerkt. „Das war auch noch auswärts. Als wir auf der Rückfahrt waren und die Punkte zusammengezählt wurden, haben wir das erst wirklich registriert“, erzählt er. „Aber ich habe den anderen ja auch noch etwas übrig gelassen.“

Weltrekord bei 138 Punkten

86 Punkte sind beeindruckend und kommen auch auf höchstem Niveau nicht häufig vor. Der legendäre Wilt Chamberlain hält noch immer den NBA-Rekord mit 100 Zählern aus dem Jahr 1962. Der Weltrekord liegt bei unfassbaren 138 Punkten, die Collegespieler Jack Taylor 2012 im Spiel des Grinnell College (Iowa) gegen Faith Baptist Bible (179:104) erzielte, davon 80 in der zweiten Hälfte. In der Bundesliga kam bisher kein Spieler über 70 Punkte.

An seinen großen Tag denkt Sillektis heute nur noch selten zurück: „Es kommt schon mal vor, wenn man über die geworfenen Punkte in einem Spiel oder den Saisonschnitt redet.“ Bei den Herren liegt sein Schnitt in dieser Oberliga-Saison bei 20 Zählern, aber das sei mit der Jugend nicht vergleichbar. „In der Jugend spielst du durch, bei den Herren nicht, denn die brauchen mehr Pause“, erklärt der Delmenhorster mit griechischen Wurzeln.

Sein Schnitt in der Saison 1990/91 lag bei etwa 40. „Da war ich in dem Spiel gegen Friesoythe ein wenig drüber“, sagt er amüsiert. Er weiß genau, bei wem er sich zu bedanken hat: „Die Mannschaft hat mich gut gefüttert.“ Da er zu der Zeit schon recht groß gewesen war, bekam er oft den Ball. „Das Punkten lag mir halt sehr gut“, erklärt er. „Wir waren nur sechs Spieler, da konnte man nicht wirklich durchwechseln. Damals war es auch noch so, dass es für einen versenkten Freiwurf noch einen dazu gab.“ Das füllte sein Punktekonto. „Es war aber nicht so, dass wir zu dem Spiel gefahren sind und gesagt haben: Komm, jetzt brechen wir den Rekord. Unser Ziel war es, Punkte zu machen und Friesoythe hoch zu schlagen“, sagt Sillektis. An den Vereinsrekord dachte er in der Partie „nicht eine Sekunde“. Er bekennt auch: „Wenn ich 15 Dreier gemacht hätte, dann wäre das wohl ein größerer Erfolg gewesen.“ Dennoch ist er stolz. Seine damaligen Mitspieler hätten mit ihm gefeiert. „Wir waren alle miteinander befreundet, da freute man sich immer für den anderen“, erzählt er.

Unterstützung von Frau Theresa

Es war seine vorletzte Saison. Ein Jahr später zog er nach Griechenland, spielte dort allerdings weiter. „In Griechenland wurde mehr Basketball gespielt“, sagt er. Seine damals bevorstehende Ausbildung zum Energieelektroniker musste er wegen des Umzugs absagen – was er nicht bereut: „Wie jetzt alles ist, ist es gut.“ Vor allem, weil Sillektis weiß, dass ihn die Ausbildung zum Energieelektroniker, die er wegen des Umzugs abgesagt hatte, nicht glücklich gemacht hätte.

Mit 18 Jahren und fünf Monaten kehrte Sillektis nach Deutschland zurück und machte eine Ausbildung zum Sport-Physiotherapeuten. Der DTV hatte ihn auch bald als Mitglied wieder: offiziell am 1. September 1997. Inzwischen ist er dort nicht nur Spielertrainer, sondern auch Abteilungsleiter. Das bedeutet viel Aufwand. „Ich habe dreimal die Woche Training und dann noch das Spiel“, sagt Sillektis. Seine Frau Theresa unterstützt ihn dabei. „Wenn sie das nicht mitmachen würde, dann wäre das alles gar nicht möglich. Dass ich den Sport in diesem Maße noch machen kann, daran hat meine Frau großen Anteil.“ Sie ist auch oft bei den Punktspielen, genau wie seine beiden Töchter. 86 Punkte haben sie von ihm aber bis heute noch nicht gesehen.


Alle 14 Tage blickt die dk-Sportredaktion samstags auf herausragende Ereignisse in der Stadt und im Landkreis oder auf große Erfolge von Sportlern zurück, die mindestens zehn Jahre zurückliegen. Heute: Vor 25 Jahren warf der Basketballer Stacy Sillektis 86 Punkte in einem Spiel für den Delmenhorster TV.

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