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Unterbringung von Flüchtlingen HSG Delmenhorst kritisiert Institutionen scharf

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Die Sporthalle am Stubbenweg in Delmenhorst ist zur Flüchtlingsunterkunft geworden. Die Vereine, deren Sportler dort trainierten, suchen nach Ausweichmöglichkeiten. Foto: Andreas NistlerDie Sporthalle am Stubbenweg in Delmenhorst ist zur Flüchtlingsunterkunft geworden. Die Vereine, deren Sportler dort trainierten, suchen nach Ausweichmöglichkeiten. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Keine Solidarität, fehlende Gesprächsbereitschaft: Der Vorstand der HSG Delmenhorst hat in einem öffentlichen Statement die Stadtverwaltung, die Politik und den Stadtsportbund (SSB) bei der Umsetzung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen in Delmenhorst scharf kritisiert.

Die Politik, allen voran Oberbürgermeister Axel Jahnz, hätten angesichts des aktuellen Flüchtlingsstroms vor kurzem mehr Solidarität von der Bevölkerung gefordert. „Wir erwarten aber auch, dass die Lasten hierzu gerecht verteilt werden und nicht zu Schwerpunkten führen“, schreibt die HSG.

Bei den Schließungen der Sporthallen hätten die Vereine für die kleinen Hallen an der Lessingstraße und der Holbeinstraße einigermaßen Alternativen finden können. Bei den großen Hallen am Stubbenweg und in der Bundeswehr-Kaserne seien im Regelfall jedoch Mannschaftssportarten mit hoher Personenzahl betroffen, „so vor allem wir von der HSG Delmenhorst“, schreibt der Vorstand. Der Handballspielgemeinschaft seien 26 Übungsleiterstunden genommen worden. Mittlerweile lägen daher schon ruhende Mitgliedschaften wegen fehlender Möglichkeiten vor, erklärt die HSG. „Wir von der HSG Delmenhorst haben die Solidaritätsbekundungen der verschiedenen Institutionen ernst genommen und wurden stark enttäuscht“, schreibt die HSG. (Weiterlesen: Delmenhorster Sportvereine suchen nach Alternativen)

HSG Delmenhorst enttäuscht vom Stadtsportbund, der Verwaltung und den Politikern

Enttäuscht ist sie vor allem von der Arbeit des Stadtsportbundes. „Außer ein Alibischreiben mit der Aufforderung zur Solidarität unter den Vereinen gab es nichts.“ Noch am 29. September habe der SSB die Vereine angemahnt, ihn mehr ins Boot zu nehmen. „Doch jetzt zeigt es sich, dass wir alleine rudern müssen. Wofür steht denn dann noch der SSB?“ (Weiterlesen: Stadtsportbund bringt Verständnis auf)

Die HSG habe mehrfach versucht, die Verwaltung dahingegen zu bewegen, die Last auf mehreren Vereinen zu verteilen und die HSG damit nicht alleine zu lassen. Ein gewünschtes Treffen der Vereine mit der Verwaltung und dem SSB sei dagegen ohne Erfolg geblieben. Nicht einmal einen Rückruf habe es gegeben, moniert die HSG, der es scheint, „dass die reine Hilflosigkeit der Verwaltung zum Tragen kommt.“

HSG Delmenhorst sieht Kosten für die neue Flutlichtanlage am Stadion kritisch

Stattdessen sei diese damit beschäftigt, „die neue Flutlichtanlage für den SVA zu organisieren“. „Für uns ist es schwer nachzuvollziehen, da auch mit einer neuen Flutlichtanlage die sehr hohen Betriebs-/Nebenkosten bei der Stadt verbleiben, die wiederum zur Reduzierung der Instandhaltungsmaßnahmen der Schul- und Sporteinrichtungen führen.“ Der Sportverein hätte es auch begrüßt, wenn verantwortliche Politiker der Stadt sich dem Problem der HSG angenommen hätten. „Nur auch hier geschieht nichts“, schreibt die HSG. (Weiterlesen: Das steht im Delmenhorster Haushaltsenwurf 2016)

Dieses Verhalten der verschiedenen Institutionen zeige dem Sportverein „die Endsozialisierung der Gesellschaft! Durch dieses unverantwortliche Verhalten werden Bürgerinteressen gegeneinander ausgespielt.“ Die HSG habe eine große Jugendabteilung, „die nun erfahren muss, dass es keine Solidarität mit ihrem Anliegen gibt. Wie soll dann die Welt von morgen aussehen?“

HSG Delmenhorst will Kritik von der gewollten Willkommenskultur „klar abgrenzen“

Gleichwohl, das betont die HSG, wisse sie um die enormen Herausforderungen, vor denen die Politik, die Verwaltung, aber auch die Geselleschaft angesichts des aktuellen Flüchtlingsstroms stehe. Vor diesem Hintergrund wolle die Handball-Spielgemeinschaft ihre Kritik in Richtung Politik, Verwaltung und SSB an der Unterbringung von Flüchtlingen „klar abgrenzen von der gewollten Willkommenskultur gegenüber den geflüchteten Menschen“.


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