1. Fußball-Kreisklasse TuS Hasbergen will weg vom Hurra-Fußball

Von Frederik Böckmann

Bislang nur bedingt zufrieden: Trainer Andreas Lersch.Foto: TobisBislang nur bedingt zufrieden: Trainer Andreas Lersch.Foto: Tobis

Delmenhorst. Nur zwölf Punkte aus acht Spielen, dafür aber schon 25 Gegentore: Die Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse hatte sich der Vorjahresdritte TuS Hasbergen bislang etwas anders vorgestellt.

Das Votum vor der Saison war eindeutig: Gleich zehn Trainer nannten in einer dk-Umfrage den TuS Hasbergen als einen der möglichen Titelfavoriten in der 1. Fußball-Kreisklasse. TuS-Trainer Andreas Lersch nahm diese Bürde vor der Saison relativ gelassen zur Kenntnis. Er nannte als Saisonziel „Platz 1 bis 5“, sah andere Teams aber stärker besetzt. Doch nach zwei Monaten der neuen Saison ist Hasbergen im grauen Mittelfeld abgetaucht. Der TuS hechelt vor seinem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen das punktlose Schlusslicht GW Kleinenkneten der Spitze hinterher.

Muss der Dritte der vergangenen Saison den Traum vom Aufstieg also schon begraben? „Warten wir mal ab“, bleibt Lersch noch ruhig. „Die Saison ist lang. Alle Mannschaften werden noch Federn lassen.“ Dennoch räumt der 51-Jährige ein: „Von den Punkten und der Platzierung her hatten wir uns das schon anders vorgestellt.“

TuS Hasbergen fehlt die Konstanz

Denn nach einer „sehr guten Vorbereitung“ (Lersch) wechseln sich in Hasbergen Licht und Schatten, Top-Leistung und schwache Auftritte permanent ab. Siegen in Unterzahl bei den Kreisliga-Absteigern TV Falkenburg (3:2) und SF Wüsting (1:0) folgten bittere Niederlagen beim Harpstedter TB II (3:4) und dem FC Huntlosen (0:7). Diese mangelnde Konstanz macht Lersch von mehren Faktoren abhängig.

Ein wichtiger Aspekt: die Personalsituation. Wegen Beruf, Verletzungen und privaten Terminen fehlen Lersch häufig viele wichtige Spieler; beim Debakel in Huntlosen standen dem Coach etwa acht Stammspieler nicht zur Verfügung. Problem Nummer zwei: Mit Simon Wessels (aufgehört), Sebastian Kowalski (Hamburg), Daniel Discherl (FSJ) und Sven Holthausen (verletzt) stehen Lersch vier wichtige Stützen der Vorsaison aktuell praktisch gar nicht mehr zur Verfügung.

Wieder mit Libero statt mit Viererkette

Faktor Nummer drei hat auch direkt mit der Personallage zu tun. Denn vor allem die Abwehr konnte sich bislang nie richtig einspielen. Von seinem Plan, mit Viererkette zu verteidigen, ist Lersch daher wieder abgerückt. „Die Abstimmung, das Doppeln hat nicht funktioniert“, räumt er ein – und setzt wieder auf den Libero.

Denn Hasbergen hat bereits 25 Gegentore kassiert – zu viel, um oben mitzumischen. In der gesamten Vorsaison hatte Hasbergen nur 30 Gegentreffer kassiert. „Wir müssen weg von unserem Hurra-Stil“, sagt Lersch. Mit „kontrollierterffensive“ soll sich sein Team peu á peu wieder nach oben robben – „dann gewinnen wir auch System, Souveränität und Spaß wieder“, ist Lersch überzeugt.


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