Fußball-Landesliga VfL-Trainer Bragula fordert: Der Rasen muss brennen

Welcher Weg führt zu den ersten Punkten? Storven Bockhorn (links) und Jan Lehmkuhl hoffen, dass der Knoten platzt. Foto: TobisWelcher Weg führt zu den ersten Punkten? Storven Bockhorn (links) und Jan Lehmkuhl hoffen, dass der Knoten platzt. Foto: Tobis

Wildeshausen. Dem Fehlstart zum Trotz: Der VfL Wildeshausen versucht, den Druck in der Landesliga von sich fernzuhalten.

Zwei Spiele, null Punkte, neun Gegentore – aber schlechte Stimmung? Doch nicht beim VfL Wildeshausen. „Da muss schon was ganz anderes passieren, dass wir mal mies drauf sind“, sagt Marcel Bragula. Natürlich, als Trainer des Landesliga-Aufsteigers hatte er nach dem Fehlstart mit dem peinlichen Pokal-Aus beim TV Dötlingen, dem 0:4 gegen Vorwärts Nordhorn und dem 3:5 bei Türkgücü Osnabrück seinen Spielern schon einiges zu sagen. Den Spaß am Fußball wolle man sich aber nicht nehmen lassen, weder vom Blick auf die Tabelle noch von der immer länger werdenden Verletztenliste.

Stubllas Rückkehr mit dem TSV Oldenburg

Zumindest die Laune stimmt beim VfL nach Bragulas Bekunden, ansonsten gibt es aber wenig Gründe, auf eine Trendwende schon am Wochenende zu hoffen. Am Sonntag ist ab 15 Uhr im Krandelstadion Tabellenführer TSV Oldenburg zu Gast, der über einen starken Kader mit dem Ex-Wildeshauser Liridon Stublla und den Ex-Delmenhorstern Marco Prießner und Mohamed Alawie und natürlich eine breite Brust verfügt. Wildeshausen dagegen ist personell gebeutelt. Jan Gusfeld-Ordemann wird langfristig ausfallen, er hat Probleme mit dem Hüft- und dem Sprunggelenk. Mit Routinier Kai Meyer fehlt ein weiterer Innenverteidiger, Offensivmann Lennart Feldhus, Torschütze in Osnabrück, ist im Urlaub, Spielmacher Sascha Görke liegt mit Fieber im Bett. „Wenn die alle dabei wären, hätten wir eine starke Truppe“, meint Bragula, dem durch diese Notlage die Zeit genommen wird, seine Spieler aus der zweiten Reihe behutsam an die Landesliga heranzuführen. „Das können wir uns jetzt nicht leisten. Die Jungs müssen im laufenden Wettkampf lernen“, sagt Bragula.

„Brauchen brutale Mentalität“

Seine Ansprüche für Sonntag sind daher einerseits gering, andererseits aber auch nicht. Er erklärt es so: „Ich erwarte fußballerisch kein Feuerwerk. Was ich aber fordere, ist, dass meine Mannschaft den Rasen zum Brennen bringt. Ich will eine brutale Mentalität sehen.“ Denn so könne man jeden Gegner zu Fall bringen: „Fußball ist nicht nur Talent. Ich kenne Wahnsinns-Spieler, die in der Kreisklasse kicken, und andere, die hoch spielen, obwohl sie eigentlich limitiert sind.“

Abgesehen von der Forderung nach unbedingtem Einsatzwillen versucht Bragula allerdings, jeglichen Druck von seinem Team fernzuhalten. Auch eine vierte Niederlage im vierten Pflichtspiel wäre kein Beinbruch, versichert er: „Wenn wir alles geben und doch wieder verlieren, mein Gott, dann ist das eben so“, sagt er. Die Saison stünde noch ganz am Anfang. „Wir sind stolz, dass wir den Menschen in Wildeshausen Landesliga-Fußball zeigen können. Hoffentlich können wir das auch länger als ein Jahr“, erklärt er. „Letztlich sehe ich aber das große Ganze. Wir sind auch ein Ausbildungsverein und haben in dieser Stadt einen sozialen Auftrag.“


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