Fußball-Bezirkspokal SV Atlas macht es in Dötlingen zweistellig

Von Daniel Niebuhr

Start des Schützenfestes: Lars Scholz (links) tunnelt Dötlingens Keeper Hendrik Schulz zum 1:0. Foto: Rolf TobisStart des Schützenfestes: Lars Scholz (links) tunnelt Dötlingens Keeper Hendrik Schulz zum 1:0. Foto: Rolf Tobis

Dötlingen. Die Delmenhorster schießen den Kreisligisten im Bezirkspokal mit 10:0 ab. Bi-Ria und Entelmann treffen dreimal, aber auch Lars Scholz sammelt Pluspunkte.

Einen kurzen Moment des Übermuts durften sich die Delmenhorster Fans am Mittwochabend ruhig gönnen. Zwischen der 65. und 70. Minute des Bezirkspokal-Zweitrundenspiels beim TV Dötlingen stimmten die Anhänger des SV Atlas kurz mal den Klassiker „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ an – und brachten damit selbst die Atlas-Führungsriege am Spielfeldrand zum Lachen. Beim Zwischenstand von 9:0 war wohl niemand böse über das bisschen Größenwahn.

Natürlich war der Schlachtruf ironisch gemeint – bis zum DFB-Pokalfinale in der Bundeshauptstadt müsste Atlas immerhin auch die nächsten 15 Cupspiele auf verschiedenen Ebenen gewinnen –, er zeugte jedoch von der ausgelassenen Laune, die das überzeugende 10:0 (6:0) bei hoffnungslos überforderten Dötlingern verbreitete. „Ein souveräner Auftritt, ein schöner Fußball-Abend“, fand zum Beispiel Trainer Jürgen Hahn, der seiner Mannschaft, anders als zuletzt beim 7:1 zum Bezirksliga-Auftakt gegen Schwarz-Weiß Oldenburg, zufrieden attestierte: „Die Jungs haben das gut zuende gespielt.“

Dötlingen nervös, Atlas eiskalt

Dafür, dass es für Atlas ein in jeder Hinsicht lauschiger Abend wurde, trug auch Kreisligist Dötlingen bei, der in Runde eins noch völlig überraschend Landesligist VfL Wildeshausen blamiert hatte, am Mittwoch aber vor der namhaften Delmenhorster Elf und der Kulisse von 270 Zuschauern regelrecht in Ehrfurcht erstarrte. Mit katastrophalen Ballverlusten machte der Außenseiter Atlas das Leben leicht. Der Bezirksliga-Topfavorit, der mit sieben Neuzugängen von Beginn an spielte, nutzte die Dötlinger Nervosität schon in der ersten Halbzeit zu einem Schützenfest. Der überragende Lars Scholz machte in der sechsten Minute den Anfang; er tunnelte Keeper Hendrik Schulz zum 1:0. Nach 20 Minuten legte er Daniel Isailovic mit einer kurzen Ecke das 2:0 auf, ehe Dominik Entelmann eine Vorlage von Sturmpartner Iman Bi-Ria verwandelte. Danach ließ sich Bi-Ria dann bedienen: Er erhöhte mit einem lupenreinen Hattrick in der 34., 44. und 45. Minute auf 6:0 – alle drei Treffer bereitete Scholz vor, der in der Pause zur Belohnung in der Kabine bleiben durfte.

Zimmermann: Atlas besser als Landesliga-Niveau

Tatsächlich ging es danach weniger schwungvoll weiter. Atlas schaltete einen Gang zurück, kam aber dennoch problemlos zu weiteren Tore. Entelmann traf mit einem an ihm verwirkten Foulelfmeter in der 52. Minute und machte seinen Dreierpack mit dem 8:0 in der 63. Minute perfekt. Die beiden schönsten Treffer hatten sich die Gäste für den Schluss aufgehoben: Der eingewechselte Daniel von Seggern verwandelte in der 65. Minute einen Freistoß aus 25 Metern zum 9:0, sogar aus 30 Metern hämmerte Maximilian Klatte den Ball in der 70. Minute in den Winkel. Dass es beim 10:0 blieb, war eher dem Delmenhorster Austrudel-Modus zu verdanken als dem Widerstand der Dötlinger. Deren Trainer Georg Zimmermann war nach der Klatsche ziemlich deprimiert und bekannte: „Das muss ich erst einmal verarbeiten. So eine hohe Packung zu kassieren und so unterlegen zu sein, das erlebt man nicht oft.“ Zimmermann war sichtlich beeindruckt und eilte in die Kabine, „um die Jungs wieder aufzurichten. Gegen so einen Gegner haben wir noch nicht gespielt. In dieser Verfassung ist Atlas stärker als Landesliga-Niveau.“ Dass es bis nach Berlin reicht, ist allerdings eher unwahrscheinlich.


Statistik

TV Dötlingen - SV Atlas 0:10

TVD: Schulz; Krumland, J. Eilers , Henning (64. Struve), Bredehöft, Brand, Hiegemann, Schüler, Johansson (58. D. Eilers), Kipper, Ullerich (46. Sawicki).

SVA: Urbainski; Mandlhate, Knipping, Bruns, Bi-Ria (58. Metzing), Isailovic (46. von Seggern), Witte, Entelmann, Stephan, Mülle-Rautenberg, Scholz (46. Klatte).

Tore: 0:1 Scholz (6.), 0:2 Isailovic (20.), 0:3 Entelmann (24.), 0:4 Bi-Ria (34.), 0:5 Bi-Ria (44.), 0:6 Bi-Ria (45.), 0:7 FE Entelmann (52.), 0:8 Entelmann (63.), 0:9 von Seggern (65.), 0:10 Klatte (70.).

Schiedsrichter: Nico Sommer (TuS Obenstrohe).

Zuschauer: 270.