Fußball-Kreisliga Hürriyet will sachlichen Fußball statt Spektakel

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Offensive ja, Harakiri nein: Hürriyet mit Andreas Böhm (links) und Hayri Sevimli hofft auf Erfolg ohne Eskapaden. Foto: Daniel NiebuhrOffensive ja, Harakiri nein: Hürriyet mit Andreas Böhm (links) und Hayri Sevimli hofft auf Erfolg ohne Eskapaden. Foto: Daniel Niebuhr

Delmenhorst. Weniger Karten, weniger Gegentore: Hürriyets Trainer El-Hourani hofft auf ein Ende der Eskapaden, erste positive Signale sind bereits zu sehen.

Das Vertrauen von Chawkat El-Hourani in seine Elf ist schon beneidenswert. Als die Spieler von Rot-Weiß Hürriyet am Sonntagnachmittag in die Kabine gingen, um sich auf erste Kreisliga-Spiel gegen den Ahlhorner SV einzuschwören, verzichtete der Trainer auf eine motivierende Ansprache. Er blieb lieber draußen und hielt in der Sonne ein wenig den Ball hoch, locker lächelnd, als wüsste er schon, dass alles gut werden würde.

Nach dem Spiel war El-Hourani dann immer noch entspannt, auch wenn längst nicht alles nach Plan gelaufen war. 1:1 gegen Ahlhorn, immerhin, bilanzierte er: „So schlecht war das nicht.“ Und vom Platz flog dieses Mal auch keiner, was in der Vorsaison bei 17 Feldverweisen in 30 Partien keine Selbstverständlichkeit war. Und auch an diesem ersten Kreisliga-Spieltag nicht, an dem in sechs der acht Partien Gelb-Rote oder Rote Karten verteilt worden sind.

„Wir bekommen unsere Chancen“

Erhellende Erkenntnisse, was denn nun vom Vizemeister und selbsternannten Titelanwärter Hürriyet zu erwarten ist, ließen sich an den ersten 90 Ligaminuten gegen zähe Ahlhorner nicht ablesen, immerhin erkannte man aber, wo El-Hourani mit seinem Team hin will: weg von der unkontrollierten Ungestümtheit vergangener Jahre, hin zu sachlichem Fußball ohne Eskapaden. Aus dem Meister des Spektakels soll der Meister nach Punkten werden, weniger Karten und weniger Gegentore sollen es deshalb sein. 58-mal klingelte es in der vergangenen Spielzeit hinten, fast doppelt so oft wie bei Meister Stenum. „Die Abwehr muss sicherer stehen. Es bringt nichts, wenn wir alle nach vorne laufen“, sagt El-Hourani. „Wir bekommen unsere Chancen auch so. Wir müssen sie dann nur auch machen.“

Neuzugänge mit gutem ersten Eindruck

Die Offensivkraft seines Teams ist unbestritten. Hayri Sevimli, der gegen Ahlhorn mit einem herrlichen Heber traf, ist mit seiner Schnelligkeit kaum zu halten und musste am Sonntag auch etliche Fouls einstecken. „Ich hätte mir gewünscht, dass man ihn etwas besser schützt und harte Fouls schneller geahndet werden“, sagt El-Hourani. Auch die Neuzugänge Ashford Bernett und Elvis Isufaji und Rückkehrer Ahmed Skeiki haben ihre Klasse bereits bewiesen.

Zwei Spiele, zwei Gegentore, drei Gelbe Karten

Vieles wird davon abhängen, ob Hürriyet eine gesunde Mischung zwischen Leidenschaft und kühlem Kopf findet. Zumindest bislang fielen die Rot-Weißen, in der Vorsaison Vorletzter in der niedersächsischen Fair-Play-Tabelle, in den ersten beiden Pflichtspielen nicht negativ auf: Drei Gelbe Karten kassierten die Delmenhorster beim Pokal-Aus nach Elfmeterschießen beim TV Munderloh und dem Ligastart, dazu gab es zwei Gegentore in der regulären Spielzeit, gegen Ahlhorn wurde es im eigenen Strafraum fast nur bei Standards gefährlich. „Wir haben wenig zugelassen, das hat mir gefallen“, sagte El-Hourani. Allerdings: Gewonnen hat seine Mannschaft bisher auch noch nicht. „Wir müssen uns erst finden“, beschwört El-Hourani das Motto der meisten Trainer in dieser Frühphase der Saison – verständlich, bei 13 Neuzugängen. Morgen ab 19.30 Uhr sind die Rot-Weißen beim Harpstedter TB zu Gast – ein Sieg würde die Findungsphase sicher etwas beschleunigen.


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