dk-Serie: Sportliche Rückblicke Vor 25 Jahren: Atlas und die Offensivflaute

Von Klaus Erdmann


Delmenhorst. Verletzungen, schlechte Torausbeute und eine Spuckattacke: Ex-Atlas-Spieler Dirk Musiol erinnert sich an die Saison vor 25 Jahren.

Am Samstag startet Fußball-Bezirksligist SV Atlas mit einem Heimspiel gegen die SG SW Oldenburg in die neue Serie. Vor 25 Jahren bestritt man zu Beginn der Saison 1990/91 ebenfalls ein Heimspiel. In der damaligen Verbandsliga. Gegen Eintracht Braunschweigs Amateure. Endstand: 0:1. Nach dem ersten Spieltag belegten die Delmenhorster den 13. Platz. Während der folgenden 29 Begegnungen verbesserte man sich um drei Ränge. Damit lag Atlas im Soll, denn die Stationen des Drei-Jahres-Plans, in dessen Mitte sich das Team befand, lauteten „Klassenverbleib“, „Mittelfeldplatz“ und „Aufstiegsrunde“.

Der Verein präsentiert zu Beginn der Vorbereitungsphase acht Neulinge. Metz, Bartels, Sandomeer, Albrecht, Höttges, Musiol, Busch (Beekmanns), Radolla, Trätmar, Fertwagner und Riebe bestreiten besagtes erstes Spiel für den SV Atlas.

Musiol von Delmenhorst über Bremen fast nach Bochum

Zu ihnen gehört mit Dirk Musiol ein Rückkehrer. „Ich habe schon mit 17 Jahren unter Trainer Bata Tijanic in der ersten Herrenmannschaft des SV Atlas gespielt,“ erinnert er sich. Mit 18 Jahren sei er zu Werder Bremens Amateuren gewechselt. „Nachdem ich bei Werder unterschrieben hatte, wollte mich Trainer Rolf Schafstall holen, der damals beim VfL Bochum war. Doch Werder ließ mich nicht wieder gehen. So ist das Fußballgeschäft“, erzählt Musiol.

Zurück zum SV Atlas des Jahres 1990. Der Heimniederlage gegen die Braunschweiger folgt der Auftritt bei Preußen Hameln. Das Spiel endet mit einem 0:0. Für Musiol endet das Treffen bereits nach einer halben Stunde. „Als nach 30 Minuten der bis dahin überragende Dirk Musiol mit Bänderschaden im Knie ausschied, ging ein deutlicher Knacks durch die Mannschaft“, berichtet das dk in seiner Ausgabe vom 27. August 1990. „Es war ein Kreuzbandriss“, präzisiert Musiol fast ein Vierteljahrhundert später. „Es war das hintere Kreuzband.

Spuckattacke bei Rückkehr gegen Esens

Sein nächstes Punktspiel absolviert er erst am 17. März 1991. Trainer Willi Belke wechselt ihn im 20. Atlas-Spiel beim 2:1 beim TuS Esens in der 73. Minute ein. Nur acht Minuten später endet das Comeback. Gegenspieler Rüdiger Nabel spuckt Musiol an und dieser reagiert mit den Worten „alter Kasper.“ Er sei froh, dass er damals ruhig geblieben sei, sagt der heute 48-Jährige heute, denn: „Er hat mir ins Gesicht gespuckt.“

Gute Defensive kompensiert schwachen Angriff

Comeback Nummer zwei folgt während des 24. von 30 Spielen. Belke bringt Musiol erneut in der 73. Minute. Anschließend ist er in jedem Treffen dabei, Am Ende der Saison 90/91 befinden sich lediglich zehn Einsätze (sieben Ein- bzw. Auswechslungen) auf seinem Konto. Das hatten sich der Spieler und die Verantwortlichen anders vorgestellt. Es ist kein Jahr, an das sich Dirk Musiol, der heute als Trainer der A-Junioren und der Ü40-Mannschaft wieder in Diensten des SV Atlas steht, gerne erinnert.

„Keine besonderen Erinnerungen“ hat Andree Höttges, einer von Musiols damaligen Mannschaftskollegen. „Wir hatten keinen richtigen Torjäger“, blickt der heutige Trainer des Bezirksligisten SV Tur Abdin zurück.

32 Treffer belegen diese Aussage. Damit präsentiert der SV Atlas, der 28:32 Punkte meldet, die schwächste Ausbeute aller 16 Verbandsligisten. Mit nur 33 Gegentoren stellen die Delmenhorster aber auch die beste Defensive. Im letzten Spiel geht es für die beiden Beteiligten um nichts mehr und der SVA und dessen Gast Spielvereinigung Aurich trennen sich mit einem 1:1. Die Mannschaft besteht aus Barm, Bartels, Franke, Ritter, Hammes, Höttges (Wilmsen), Karagöz, Busch, Trätmar (Schäfer), Fertwagner und Musiol.