Fußball-Chef im Gespräch Erich Meenken über Fusionen, Fairness und Flüchtlinge

Von Klaus Erdmann

Bearbeitet mit seinen Mitstreiten ein großes Aufgabenfeld: Erich Meenken, Vorsitzender des Fußballkreises. Foto Rolf TobisBearbeitet mit seinen Mitstreiten ein großes Aufgabenfeld: Erich Meenken, Vorsitzender des Fußballkreises. Foto Rolf Tobis

Delmenhorst. Im Gespräch mit dem dk nimmt Erich Meenken, der Chef des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst zu wichtigen Themen Stellung.

Fusion und Fairness, Flüchtlinge und Funktionärstätigkeit – Themen gab es reichlich, als sich Erich Meenken, seit dem 14. Juli gewählter Vorsitzender des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, und das Delmenhorster Kreisblatt zu einem Gespräch trafen. Ein Fazit ist, dass die Verantwortlichen gegenüber früher ein umfangreicheres Aufgabenfeld bearbeiten müssen. Im Vereinsheim des Delmenhorster TB, dessen Chef Meenken ebenfalls ist, sprach er über...

...seine bisherige Amtszeit. Ich bin mit einigen Themen konfrontiert worden. In der ersten Zeit nach unserem Kreistag habe ich Kreistage in der Nachbarschaft besucht. Jetzt geht es darum, in den Gremien arbeitsfähig zu werden. In unserer ersten Vorstandssitzung Ende August wollen wir uns zusammenfinden und Konturen für die zukünftige Arbeit schaffen. Wir werden einen Geschäftsverteilungsplan erstellen und die Aufgaben zuordnen. Es fehlt noch der Vorsitzende des Sportgerichts. Ich habe aber ein heißes Eisen im Feuer.

...eine mögliche Fusion. Vor 2017 ist eine Fusion kein Thema. Es gibt problematischere Kreise. Karl Rothmund, der Präsident des Niedersächsischen Fußballerverbandes, hat mir am Telefon gesagt, dass er unseren Kreis als eigenständig und handlungsfähig sieht. Aber wir sind weiterhin gesprächsbereit.

...die Tatsache, dass Oldenburg-Land/Delmenhorst in der Fairnesswertung unter 43 Kreisen den 37. Platz einnimmt. Es gab viele Verwaltungsentscheide und Sportgerichtsverfahren. Wenn ein Trainer sagt, dass ein vorderer Platz in der Fairnesswertung wichtiger sei als die Meisterschaft, dann ist das der richtige Weg. Man muss sich dann aber auch an den eigenen Worten messen lassen. Wir können erwarten, dass die Vereine ihre Hausaufgaben machen.

...Kontaktaufnahmen. Der Kreis wird mit den Vereinen in Kontakt treten. Wir werden eine Ist-Aufnahme machen. Wir wollen erfahren, wo die Probleme liegen und wie man die Vereine als Kreis unterstützen kann. Wichtig sind aber auch die Gespräche mit der kommunalen Zuständigkeit.

...das Thema Flüchtlinge. Es gibt momentan kein konkretes Anliegen. Dünsen ist ein Musterbeispiel. Die Vereine sollten in eigener Regie auf diese Menschen zugehen und ihr Vertrauen gewinnen, um sie über den Sport heimisch zu machen. Wir sind offen, wenn das Thema auf uns zukommt. Durch meine Mitarbeit beim Bündnis gegen Rechts ist mir dieses Thema vergegenwärtig.

....den von Jahns Obmann Marco Castiglione einberufenen Delmenhorster Fußballgipfel. Generell begrüße ich jede Aktivität, die Bewegung in Dinge bringt.

...die Typisierungsaktion „Marius will leben“, bei der Meenken als Schirmherr fungiert. Als ich die Anfrage bekam, musste ich nicht lange überlegen, um zuzusagen. Man muss alle Fußballer, alle Sportler aufrufen, sich zu beteiligen. Es gibt eine große Resonanz, die auch beim NFV in Barsinghausen angekommen ist. Die Aktion wird von Verbandsseite finanziell unterstützt.

...die Dürener Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“, die sich mit ihrer Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage“ an niedersächsische Vereine wendet. Angeboten werden Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“, die die Vereine auf ihrer Anlage anbringen können. Das ist eine unterstützens- und nachahmenswerte Aktion. Ich hoffe, dass sich der eine oder andere Verein daran beteiligt. Das Bündnis gegen Rechts hat schon vor längerer Zeit entsprechende Schilder im Stadion angebracht.

...seine Arbeit als Vorsitzender des Kreises und des DTB. Ich weiß, wann es eine Vereinsangelegenheit und wann es eine Sache des Kreises ist. Im Falle einer Interessenkollision wäre ich der Vertreter des Kreises. Die Fußballer können mich so einschätzen, dass ich Neutralität wahre und nicht angreifbar bin. Aufgrund des Aufwandes werde ich als Mitglied des Sprecherrates des Bündnisses gegen Rechts kürzertreten. Der Fußballkreis ist Partner dieses Bündnisses.

...die veränderte Rolle des Fußballs. Beim Präsidium des NFV gibt es einen Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung. Es gibt immer mehr Themen, die den Fußball streifen und mit Ball und grünem Rasen nicht mehr viel zu tun haben. Der Fußball muss seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Zum Beispiel bei der Aktion „Marius will leben“. Der Fußball ist ein Aushängeschild. Man schaut auf die Dinge, die sonst noch neben dem Feld laufen.

....die Bundesliga-Saison 2015/16. Es bleib zu hoffen, dass der Kampf um die Meisterschaft spannender wird als in der zurückliegenden Saison und einige Mannschaften den Bayern Paroli bieten. Ich denke an Wolfsburg, Leverkusen, Schalke und Dortmund.

....die Saison 15/16 auf Kreisebene. Ich hoffe, wir erreichen, dass die Anzahl der Verwaltungsentscheide und Sportgerichtsverfahren zurückgeht. Ich hoffe auch, dass wir wieder in ein positiveres Licht gerückt werden können. Ich wünsche mir eine ruhige und entspannte Saison.