Fernziel 3. Liga Jörg Rademacher hat mit dem TV Neerstedt viel vor

Von Lars Pingel

Geht ab dem 19. September wieder mit dem TV Neerstedt auf Punktejagd in der Oberliga: Rückraumspieler Björn Wolken. Foto: Rolf TobisGeht ab dem 19. September wieder mit dem TV Neerstedt auf Punktejagd in der Oberliga: Rückraumspieler Björn Wolken. Foto: Rolf Tobis

Neerstedt. Der neue Trainer des TV Neerstedt ist mit seiner Handball-Oberliga-Mannschaft in die Vorbereitung gestartet. Der Trainingsplan ist umfangreich.

Freunde und Verwandte der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt müssen sich darauf einstellen, dass es in den kommenden Wochen sehr schwer sein dürfte, sich mit diesen zu verabreden. „Ich sehe hier nur zwei freie Tage“, sagt Jörg Rademacher, Trainer der Mannschaft, über den Termin- und Trainingsplan der Vorberreitung auf die Saison 2015/2016. Dieser endet am 19. September mit dem ersten Punktspiel, zu dem der TVN die SG Achim/Baden erwartet. Der 48-Jährige möchte, dass das Team attraktiven, schnellen Handball spielt. „Die Prämisse dafür ist: Die Spieler müssen fit sein“, erklärt er.

Rademacher einst Profi in der Bundesliga

Rademacher ist Nachfolger von Dag Rieken, der das Team sechseinhalb Jahre trainiert hatte, und Kai Freese (2014/15). Der neue TVN-Coach betreute zuletzt den Drittligisten HSG Varel. Danach legte er eine Pause ein. Er brauchte ein wenig Abstand. Der Handballsport hatte seinen Tagesablauf zunächst komplett, später deutlich bestimmt. Der gebürtige Magdeburger war Profi; er ging unter anderem für den ThSV Eisenach in der Bundesliga auf Torejagd und schaffte mit dem Wilhelmshavener HV den Aufstieg in diese. Wegen einer Verletzung beendete er dort seine aktive Laufbahn. Er wurde Co-Trainer des damaligen WHV-Coachs Michael Biegler. Danach war Rademacher, Inhaber der B-Lizenz, fünf Jahre lang „Chef“ der HSG Wilhelmshaven, ehe er 2011 nach Varel ging. Dort blieb er bis in den September 2012.

„Ich habe für mich gesagt, dass ich nur leistungsorientiert arbeite“, beschreibt Rademacher, was er als Anreiz benötigte, die Pause zu beenden. Davon, dass das in Neerstedt möglich sei, habe ihn Abteilungsleiter Friedel Schulenberg überzeugt.

Woltjen ist alter Bekannter

So erfolgreich wie möglich solle das Team mit seinem attraktiven Handball in der kommenden Saison sein, sagt Rademacher. Konkreter wird er nicht. „Vieles ist Neuland“, erklärt er, warum er keine Tabellenregion vorgibt, in der sein Team lande soll. „Wir werden bestimmt bis Weihnachten brauchen, bis die Spielsysteme verinnerlicht sind.“ Zudem werde es dauern, die Zugänge Ole Goyert (TS Hoyenkamp), Matthias Hüsener (TvdH Oldenburg), Marcel Richter (A-Jugend-Bundesligateam des HC Bremen) und Marcel Tytus (HGS Stedingen) zu integrieren. Mit den Neuen und den verbliebenen Akteuren sei der Kader „eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern“. Einer der Routiniers ist Björn Wolken, dessen Trainer Rademacher schon bei der HSG Wilhelmshaven war.

„Werden viel Spaß haben“

Dieser Kader tritt in einer Oberliga an, die „so stark ist wie seit vier, fünf Jahren nicht“, meint Rademacher. Der SV Beckdorf und die HSG Barnstorf/Diepholz seien erste Anwärter auf den Aufstieg, aber auch Liga-Neuling VfL Edewecht habe eine „super Mannschaft“. „Unsere Stärke muss sein, dass wir als Team auftreten“, sagt der TVN-Trainer.

Schulenberg ist optimistisch. Er sei sehr zufrieden, dass Rademacher zum TVN gekommen ist. „Ich glaube, dass wir sehr viel Spaß haben werden.“

Seine Prognose für 2015/16 formuliert Rademacher vorsichtig. Das ist, wenn er über die Zeit danach spricht, anders. „Die Zielsetzung ist, in zwei bis drei Jahren mit der Mannschaft soweit zu sein, dass sie für höhere Aufgaben in Frage kommt.“ Den Aufstieg in die 3. Liga. Um den zu erreichen, müssten Rahmenbedingungen, wie die Finanzierung, aber noch geschaffen werden. „Wir arbeiten an einem Konzept“, sagt Rademacher.

Umfeld soll besser werden

„Aber auch im sportlichen Bereich müssen wir einiges machen“, erklärt der TVN-Trainer. Die Jugendarbeit soll verstärkt, die Zusammenarbeit mit der Zweiten intensiver werden. Doch auch für die Oberliga-Spieler brauche man bessere Bedingungen, fordert Rademacher. Und damit ist er wieder bei der Fitness. „Wir werden den Kraftraum umbauen“, nennt er eine der ersten Maßnahmen. Ziel ist es, die TVN-Spieler auf höhere körperliche Ansprüche vorzubreiten. „Zwischen der Oberliga und der 3. Liga liegen Welten“, erläutert Rademacher und formuliert die nächste Prämisse: „Die Mannschaft muss dort topfit sein.“ Freunde und Verwandte der Handballer des TV Neerstedt müssen sich also darauf einstellen, dass es auch in den kommenden Jahren im August und September schwer wird, sich mit diesen zu verabreden.