Billard-Klub neu aufgestellt 9-Ball-Open als Werbung für PBV Delmenhorst

Von Daniel Niebuhr

Respektabler 18. beim eigenen 9-Ball-Turnier: Jens Fischer vom PBV Delmenhorst. Foto: Rolf TobisRespektabler 18. beim eigenen 9-Ball-Turnier: Jens Fischer vom PBV Delmenhorst. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der an der Spitze neu aufgestellte Billard-Klub PBV Delmenhorst macht mit einem namhaft besetzten Turnier PR für den Sport. Ex-National- und Bundesligaspieler waren dabei.

Natürlich dauerte es wieder lange, etwas anderes hatte auch niemand erwartet. Bis weit nach Mitternacht und damit bis in den frühen Sonntag hinein zogen sich die dritten Delmenhorster 9-Ball-Open im Hardball-Café, selbst die Finalteilnehmer kannten nach 13 Stunden Präzisionsarbeit keine Gnade und lieferten sich einen nächtlichen Kampf über die volle Distanz. Schließlich, um kurz vor eins, nahm der Osnabrücker Filip Rüthemann den Pokal und die 480 Euro Preisgeld entgegen, die ehemalige Deutsche Meisterin und Europa-Tour-Teilnehmerin Melanie Süßenguth musste sich nach ihrer 6:7-Niederlage mit 288 Euro begnügen.

Jens Fischer auf Platz 18

Nicole Wülbeck war da noch wach, die Sportwartin des PBV Delmenhorst hatte mit den Preisgeldrängen zwar nichts zu tun – sie wurde 54. –, gehörte aber zum Ausrichterteam. Nachdem sie ausgeschlafen hatte, zog sie ein überschwängliches Fazit und freute sich über ein „sensationelles Turnier mit faszinierendem Sport“. Immerhin waren diverse Bundesligaspieler, Deutsche Meister, ehemalige Nationalspieler und WM-Teilnehmer nach Delmenhorst gekommen. Bester PBV-Vertreter war Jens Fischer, der als 18. die K.o.-Runde der besten 16 – und damit auch eine Nachtschicht – nur knapp verpasste. „Es war ein tolles Feld. Wir hatten auch viel Publikum“, sagte Wülbeck: „Zum Schluss war es nur noch eine Sache des Durchhaltens.“

Alter Vorstand abgewandert

Der PBV hat die Chance zur Werbung jedenfalls genutzt, viele davon gibt es ja nicht. Als Kneipenspiel ist Billard fast schon Volkssport, auf Vereinsebene bewegt man sich dagegen eher in der Nische. „Wir sind eine Randsportart, das lässt sich wohl nicht ändern“, sagt Wülbeck, deren Familie seit Kurzem den PBV führt. Ihr Mann Daniel ist Vorsitzender, dessen Bruder Jörg sein Vize. Zuletzt hatten drei Vorstandsmitglieder den Klub „aus persönlichen Gründen“ verlassen und sich zur im Oktober startenden neuen Saison dem PBC Bremen-Neustadt angeschlossen. Was genau der Auslöser war, wollte auch der abgewanderte Ex-Chef Thomas Berg nicht offenbaren.

Vier Teams in der Liga

Der Führungswechsel ging nach außen hin geräuschlos vonstatten. Die Konsequenzen auf den Spieltrieb sind gering, eigentlich scheinen die Delmenhorster nicht unbedingt schlechter aufgestellt als vorher. Weiterhin gehen vier PBV-Mannschaften ins Rennen: Die Erste spielt nach der Vizemeisterschaft weiter in der Verbandsliga, der zweithöchsten Klasse in Niedersachsen, die Zweite ist gerade in die Landesliga aufgestiegen, Dritte und Vierte bleiben in der Bezirksliga. Darüber hinaus wirbt der Verein mit Turnieren wie den 9-Ball-Open um Aufmerksamkeit. Die Stadtmeisterschaft einmal im Jahr erfreut sich wachsender Beliebtheit, dazu kommt monatlich die Hardball-Challenge. „Anfänger können genauso mitspielen wie Fortgeschrittene. Wir wollen für alle etwas bieten“, sagt Wülbeck und erklärt: „Wir sind eigentlich froh, wie es momentan läuft.“