Pokal-Erfolg macht Hoffnung Delmenhorster BV sendet Lebenszeichen

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Optimistisch: Klaus Bischoff gibt alles, um den DBV sportlich voran zu bringen. Foto: Rolf TobisOptimistisch: Klaus Bischoff gibt alles, um den DBV sportlich voran zu bringen. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der Traditionsklub war zuletzt in der Versenkung verschwunden. Nun lassen das Herrenteam und der Nachwuchs darauf hoffen, dass die Talsohle bald durchschritten ist.

Der Chef war von dem historischen Sieg irgendwie nicht so richtig beeindruckt. Georg Sedy war am Sonntag gar nicht auf dem Sportplatz, als sein Delmenhorster BV ins Achtelfinale des Fußball-Kreispokals stürmte – als erster Klub aus der 3. Kreisklasse in der Geschichte des Wettbewerbs –, und auch als er davon hörte, überschlug sich seine Stimme nicht gerade vor Begeisterung. „Das ist ja toll für die Jungs. Aber Achtelfinale? Bei allem Respekt, da habe ich schon anderes erlebt“, sagte Sedy trocken. Er muss es wissen, immerhin ist er seit 33 Jahren DBV-Vorsitzender.

Zwei Spieler betreuen die Mannschaft

Auch wenn sich Sedys Freude über das überraschende 4:0 gegen die klassenhöhere SG Bookhorn in Grenzen hielt – es war doch mal wieder ein Lebenszeichen des Ballspielvereins, der zuletzt in der Versenkung verschwunden war. Für die erste Mannschaft ist es die zweite Saison in der 3. Kreisklasse, tiefer hat der Klub nie gespielt. Momentan hat das Team keinen echten Trainer; die Spieler Antonio Nazifi und Andreas Zimmermann haben die Betreuung übernommen, nachdem der eigentliche Coach Jörg Kade im Sommer das Handtuch geworfen hatte. „Die Disziplin stimmte nicht mehr“, sagt das DBV-Urgestein, dessen Söhne im Verein aktiv sind. Der Großteil der Spieler wanderte in der Pause ab, die alte Reserve bildet nun mit den Verbliebenen die neue Erste.

Große Zeit in den 90ern

Man kann zusammengefasst sagen, dass der Klub schon bessere Zeiten gesehen hat. Einst gehörte der 1912 von Straßenfußballern gegründete Verein zu den großen Nummern in Delmenhorst, spielte bis in die 70er Jahre auf Bezirksebene und war auch danach noch immer für einen Titel gut. 1993 gewann der DBV die erste Hallenstadtmeisterschaft, 1996 den Delmenhorster Kreispokal. Den gibt es heute nicht mehr, das 9:1 gegen den KSV Hicretspor wird damit der höchste Finalsieg in diesem Wettbewerb bleiben. 2004 wurde der DBV noch einmal Stadtmeister auf dem Feld.

Vier Jugendteams gehen ins Rennen

Von solchen Ehren ist die aktuelle Besetzung weit entfernt. Zusammen mit dem Adelheider TV, der nur noch in einer Spielgemeinschaft mit dem TV Jahn bei den Herren vertreten ist, ist die Elf von der Schanzenstraße die tiefstspielende erste Mannschaft in Delmenhorst. Allerdings ist der Verein dabei, sich mit kleinen Schritten aus der Talsohle zu bewegen. In der kommenden Saison gehen wieder vier Juniorenmannschaften an den Start, ein Verdienst von Klaus Bischoff, der den Jugendbereich auf gesunde Füße gestellt hat. „Vor zwei Jahren hatten wir noch genau sechs Kinder, die bei uns gekickt haben, jetzt haben wir vier Mannschaften voll“, erzählt der Trainer. Er will den positiven Trend auch in den Seniorenbereich bringen. Momentan gibt es nur noch zwei DBV-Herrenteams, das soll aber nicht lange so bleiben. „Wir planen, schon bald wieder eine Dritte zu bilden. Und auch mit der Ersten wollen wir nicht ewig da bleiben, wo wir sind. Es wird wieder aufwärts gehen“, glaubt Bischoff.

Eine gute Gelegenheit zur Eigenwerbung bekommt das Aushängeschild des Vereins unter anderem im gerade erreichten Pokal-Achtelfinale. „Hoffentlich bekommen wir da einen richtigen Kracher, einen großen Namen, bei dem mal wieder viele Zuschauer kommen“, sagt Bischoff. Dann wäre vielleicht auch der Vorsitzende wieder dabei.


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