Fußball-Kreispokal Delmenhorster Underdogs lassen im Pokal aufhorchen

Von Daniel Niebuhr

Der Coach muss selbst ran: Borussias Stefan Giese (Mitte) bedrängt Ahlhorns Marten Stapel. Foto: Rolf TobisDer Coach muss selbst ran: Borussias Stefan Giese (Mitte) bedrängt Ahlhorns Marten Stapel. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Borussia Delmenhorst ist mit dem 1:6 gegen Ahlhorn zufrieden. Der Delmenhorster BV schreibt sogar Kreispokal-Geschichte.

Alexander Jonitz war es gestern Nachmittag offensichtlich zu heiß geworden. Das Spiel war vorbei, der Schweiß stand den meisten Fußballern von Borussia Delmenhorst im Gesicht, da schnappte sich Jonitz einen am Spielfeldrand stehenden Eimer Wasser – und gönnte sich eine kalte Dusche. Für Liebhaber gepflegter Metaphern war das eine Freude: Es war nämlich nicht das einzige Mal, dass ein Borusse an diesem Sommernachmittag nassgemacht wurde.

Borussen-Trainer Giese muss selbst ran

Mit 1:6 (0:2) verlor der Aufsteiger in die 2. Kreisklasse sein Erstrundenspiel im Kreispokal gegen Bezirksliga-Absteiger Ahlhorner SV; ein Ergebnis, dass allerdings erst am Ende einigermaßen standesgemäß wurde. Nach den Toren von Stefan Rupprecht (6.) und Rene Kube, der in der 24. Minute einen Foulelfmeter verwandelte, hatte die Borussia vor 30 Schaulustigen etliche hochkarätige Konterchancen. Kevin Beneke rückte eine Sensation mit dem 1:2 in der 63. Minute sogar zumindest in die grobe Nähe, in der Schlussphase hingen die Delmenhorster dann aber konditionell in den Seilen. Manar Karauan (80.), zweimal Stefan Westermann (81./83.) und noch einmal Kube (90.+3) schossen den Endstand heraus und zeigten der Borussia-Abwehr um den eingewechselten Trainer Stefan Giese die fußballerischen Grenzen auf. Dass der Coach selbst ran musste, sagte einiges über die personelle Lage bei den Gastgebern, die urlaubsbedingt nur 14 Spieler hatten zusammentrommeln können. „Sonst spiele ich nur noch bei den Oldies“, stöhnte Giese.

Ahlhorn nach Kantersieg enttäuscht

Er wirkte jedoch zufriedener als sein Ahlhorner Kollege Jörg Peuker, der den Auftritt des haushohen Favoriten zum Vergessen fand. Während seine Spieler sich schon unter die Dusche verzogen hatten, grantelte er noch über das Spiel: „Wir haben in der ersten Halbzeit unendlich viele Fehlpässe produziert. Ich als Passfetischist kriege da Ausschlag.“

DBV stürmt ins Achtelfinale

Der Borussia bleibt die nächste Runde also verwehrt, ganz im Gegensatz zum Delmenhorster BV, dem bereits der Sprung ins Achtelfinale gelungen ist. Nach dem 4:0 über die SG Bookhorn durch Treffer von Stephan Karcher, Dalil Ramo, Nils Onnen und Moses Nguti hat der Klub aus der 3. Kreisklasse nun in der Zwischenrunde ein Freilos und steht deshalb in der Runde der letzten 16. Das ist im gemeinsamen Pokalwettbewerb Oldenburg-Land/Delmenhorst zuvor noch keinem Team aus dieser Liga gelungen. Mit den Beckeln Fountains ist sogar noch eine Mannschaft aus der 4. Kreisklasse im Wettbewerb, allerdings muss der Verein aus der Samtgemeinde Harpstedt schon in der Zwischenrunde wieder auflaufen.