Delmenhorst verpasst Aufstieg Fans des SV Atlas lassen Köpfe nur kurz hängen

Von Lars Pingel

Die Hoffnung war groß: Die Atlas-Fans empfingen ihre Mannschaft mit einer Choreografie im Krandelstadion. Foto: Lars PingelDie Hoffnung war groß: Die Atlas-Fans empfingen ihre Mannschaft mit einer Choreografie im Krandelstadion. Foto: Lars Pingel

Delmenhorst. 1500 Delmenhorster begleiteten den SV Atlas zum Spiel beim VfL Wildeshausen. Nach dem 1:1 (0:0) müssen die SVA-Fußballer auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga antreten. Der Fanklub „Block H“ freut sich bereits darauf.

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Nicht einmal 16 Stunden nach dem Schlusspfiff war der Optimismus der Fans des SV Atlas Delmenhorst schon zurück. „Spiele gegen Kickers Emden wären schön gewesen, aber die gegen Tur Abdin sind schöner“, sagte Timo Conrad, Sprecher des Fanklubs „Block H“ am Samstag. Sein Traum, die Atlas-Fußballer in der Saison 2015/2016 in Landesliga-Partien, zum Beispiel in Emden, anzufeuern, war am Freitagabend im mit 4000 Zuschauern ausverkauften Krandelstadion geplatzt. Nach dem 1:1 (0:0) beim VfL Wildeshausen blieb die Reihenfolge an der Tabellenspitze so, wie sie vor dem letzten Saisonspiel für die beiden Teams gewesen war. Mit 77 Zählern beendeten die Delmenhorster die Spielzeit 2014/2015 auf dem zweiten Rang hinter den Wildeshausern, die 78 Zähler gesammelt haben und damit Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg feierten. Der SV Atlas muss also seinen zweiten Versuch starten, in die sechsthöchste Spielklasse aufzusteigen.

Atlas bringt Führung nicht über die Zeit

In einem vor allem in der zweiten Halbzeit hochklassigen Duell der Mannschaften, die die Bezirksliga dominiert hatten, waren die Delmenhorster in der 74. Minute durch ein Traumtor von Musa Karli in Führung gegangen. Er traf mit einem Freistoß aus 25 Metern. Die Stimmung unter den Atlas-Fans, die das Team ohne Unterlass angefeuert hatten, war auf dem Höhepunkt. Doch nur sechs Minuten später machte der kurz zuvor eingewechselte VfL-Stürmer Kai Schmale aus der Euphorie riesengroße Nervosität, die nach dem Schlusspfiff in einen Moment der Niedergeschlagenheit mündete.

Fans feiern die Mannschaft nach dem Spiel

SVA-Teammanager Tammo Renken hatte die weit mehr als 1500 Delmenhorster Anhänger bereits eine halbe Stunde nach dem Abpfiff gelobt. „Wenn man unsere Fans sieht, die sind am Boden zerstört. Sie haben uns 90 Minuten und auch nach dem Spiel sensationell unterstützt“, sagte er. Gemeinsam mit der Mannschaft stand er vor dem Delmenhorster Block, der das Team feierte. „Klar“, sagte Conrad am Samstag, „das Team hat doch eine super Saison gespielt. Es hat 77 Punkte geholt und ist Zweiter geworden. Angesichts der starken Wildeshauser Mannschaft muss man auch sagen: Das ist so in Ordnung.“

Diese Unterstützung brachte dem enttäuschten Renken schon am Freitagabend die Zuversicht zurück. „Wenn ich das sehe, weiß ich: Der verpasste Aufstieg wirft uns nicht aus der Bahn.“

Anhänger freuen sich über „fantastischen Tag“

„Wir haben alles gegeben“, sagte Conrad über die insgesamt 94 Spielminuten im Krandelstadion. „Es hat halt nicht gereicht. Wir hatten aber trotzdem einen fantastischen Tag.“ Das habe vor allem daran gelegen, dass alles, was an Unterstützung geplant war, auch gelungen sei. Das galt zuerst für die Choreografie, mit der die Delmenhorster Fans ihre Mannschaft beim Einlaufen begrüßten. Doch auch die gute Arbeit des Organisationsteams um den VfL-Vorsitzenden Wolfgang Sasse habe ihren Teil dazu beigetragen, lobte Conrad. „Die Kommunikation war sehr gut“, erklärte der Demenhorster. Ein Gastspiel in Wildeshausen wird in der Saison 2014/2015 daher vermutlich auf der Liste der Dinge stehen, die der Fußball-Fan vermissen wird.