Huder Torwart-Duo Woltjen und Tapkenhinrichs: Gute Quoten, gute Laune

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gemeinsam stark: Katharina Woltjen (links) und Karen Tapkenhinrichs spielen eine überragende Oberliga-Saison. Foto: Rolf TobisGemeinsam stark: Katharina Woltjen (links) und Karen Tapkenhinrichs spielen eine überragende Oberliga-Saison. Foto: Rolf Tobis

Ganderkesee/Hude. Katharina Woltjen und Karen Tapkenhinrichs von der HSG Hude/Falkenburg sind das beste Torwart-Duo der Handball-Oberliga. Beide wollen unbedingt in die 3. Liga.

Es war nicht überheblich gemeint, was Karen Tapkenhinrichs als erstes zum Handball-Spiel gegen den TV Dinklage einfiel. Es war einfach die Wahrheit. Sie wisse ja nicht, wie das auf der Tribüne ausgesehen habe, sagte die Torhüterin der HSG Hude/Falkenburg, „auf dem Feld war es jedenfalls ziemlich langweilig“. Dabei betrachtete sie die Anzeigetafel, auf der das 38:18 der Huderinnen leuchtete, der sechste Sieg mit zweistelligem Vorsprung in den vergangenen sieben Spielen. Spannend sei das nicht, findet Tapkenhinrichs und hat damit wohl Recht.

Die Huderin hat also ein Herz für die Fans. Allerdings ist sie an deren Luxusproblem des langsam öde werdenden Gewinnens eine der Hauptschuldigen: Zusammen mit Partnerin Katharina Woltjen bildet die 22-Jährige unbestritten das beste Torwart-Duo der Oberliga. Gegen Dinklage hielt erst die angeschlagene Tapkenhinrichs elf der ersten 15 Würfe; als sie dann nach 20 Minuten von Woltjen abgelöst wurde, legte die noch 16 Paraden drauf – etliche Bälle davon fing sie. Zusammen kamen sie auf eine Quote von überragenden 60 Prozent, außerdem führten ihre langen Pässe zu einem halben Dutzend Kontertore. Angesichts eines Gegentorschnitts von gerade einmal 20,6 während der 27 bisherigen Pflichtspiele stellt Trainer Thorsten Stürenburg fest: „Sie sind einfach die besten in der Oberliga. Aber auch außerhalb der Spiele sind sie enorm wichtig für uns.“

Einsätze in Eigenverantwortung

Woltjen und Tapkenhinrichs lieben ihr sportliches Handwerk, das ist nicht zu übersehen. Nach jeder Parade haben sie Blickkontakt, an der Bank tauschen sie sich während des Spiels aus und haben dabei meistens geradezu ansteckend gute Laune. Stürenburg lässt sie selbst entscheiden, wer wann spielt – je nachdem, wer sich gerade besser fühlt. „Wir ergänzen uns so schön“, sagt Woltjen, die in ihrer Laufbahn in Hude schon einiges erlebt hat. Zu Drittligazeiten bildete die 27-Jährige ein Duo mit Hiske Jacobi und spielte vor großen Kulissen, unter anderem vor 400 Zuschauern beim heutigen Bundesligisten Füchse Berlin. Große Huder Handball-Momente, die Woltjen nur zu gern wieder aufleben lassen will – ein Wunsch, der bei zwei Punkten Vorsprung auf Verfolger VfL Stade und dem besseren Torverhältnis vielleicht bald in Erfüllung geht. „Natürlich will ich in die 3. Liga“, sagte sie: „Alles andere macht ja keinen Sinn.“

Tapkenhinrichs hat noch keine Drittliga-Erfahrung, ist aber mindestens ebenso heiß auf den Aufstieg: „Ich will mich weiterentwickeln.“ Das hat bei ihr bisher vorbildlich funktioniert. Von der HSG Varel-Friesland kam sie durch Kontakte ihres Freundes einst eher zufällig zum TV Neerstedt und spielte dort zusammen mit ihren aktuellen Teamkolleginnen Katharina Stuffel und Nadja Albes in einer der besten A-Jugend-Mannschaften in Niedersachsen. Von dort aus kam sie schließlich nach Hude: „Das war ein Glücksfall, hier bin ich in einer Top-Mannschaft.“ In der vergangenen Saison stoppte sie noch ein Kreuzbandriss, sodass Woltjen im Tor fast über die komplette Spielzeit Einzelkämpferin war. Zu zweit macht das Ärgern der gegnerischen Werferinnen noch mehr Spaß – auch wenn es ab und zu ein wenig langweilig wird.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN