Neuer Chef in Hasbergen Stöver beschreitet beim TuS Hasbergen neue Wege

Glückwunsch an den Nachfolger: Otto Baumgarten (links) gratuliert Jürgen Stöver. Foto: Lars PingelGlückwunsch an den Nachfolger: Otto Baumgarten (links) gratuliert Jürgen Stöver. Foto: Lars Pingel

Delmenhorst. Der neue Vorsitzende des TuS Hasbergen, Jürgen Stöver, setzt auf Transparenz. Der Vereinschef will die Anlage anderen Klubs zur Verfügung stellen.

Freitag, 13. März, „Perino im Lindenhof“, Neuendeel. „Ich werde und kann nicht versprechen, das weiterzuführen, was Otto geleistet hat. Die Fußstapfen sind zu groß“, sagt Jürgen Stöver. Mit Otto ist Otto Baumgarten gemeint, der seit 1961 Ämter beim TuS Hasbergen inne hatte und seit 2001 als Vorsitzender fungierte. Die Versammlung wählte Stöver zum Nachfolger des Dauerbrenners.

Was reizt den Neuen an dieser Aufgabe? „Die Herausforderung“, antwortet Stöver. „Ich bringe kaufmännisches Wissen mit und kann den Verein betriebswirtschaftlich führen.“ Er habe vor seiner Wahl an Vorstandssitzungen teilgenommen und sich bei Aktionen engagiert („Ich wollte sehen, ob ich akzeptiert werde“). Er wurde akzeptiert und sagte den Verantwortlichen, wie er sich die Zukunft des Vereins vorstellt.

Mehr Verantwortung für Abteilungsleiter

Der 47-Jährige beschreitet neue Wege. Aber nicht nur. „Man muss bewährtes Altes und erforderliches Neues kombinieren“, lautet sein Motto. Man müsse die Kultur des TuS pflegen, betont er und meint damit „das sportlich-familiäre Miteinander“. Dazu gehöre, dass man sich aufeinander verlassen könne.

„Die Abteilungsleiter und Trainer will ich mehr in die Verpflichtung nehmen und ihnen mehr Entscheidungsfreiheit geben“, informiert der Handelsfachwirt. Die Abteilungsleiter bekämen ein Budget, für das sie verantwortlich seien. Wichtig, so Stöver, sei Transparenz in allen Bereichen. Der TuS, dem 624 Personen angehören (Stand: 31. 12.), hat in den letzten beiden Jahren 117 Mitglieder verloren. Wie will Stöver diese Entwicklung stoppen? Es sei wichtig, die Zahl zu halten. „Wenn es geht, wollen wir sie ausbauen – mit verschiedenen. Angeboten“, sagt er. Als Beispiel nennt der gebürtige Delmenhorster die neue Fußball-Frauenmannschaft. 30 Aktive beteiligten sich am Training und 2015/16 solle das Team bei den Punktspielen mitwirken.

Nicht nur Teamplayer

Stöver möchte den TuS mit anderen Institutionen verknüpfen: „Es gibt viele Vereine in Delmenhorst, die keinen eigenen Platz haben. Ich will sie dazu einladen, unsere Flächen mitzubenutzen.“

Ist er ein Teamplayer? Antwort: „Zu 80 Prozent sollte ein Vorsitzender ein Teamplayer sein. Zu 20 Prozent nicht, denn er hat Entscheidungen zu treffen. Ich kann mich nicht immer hinter meinem Vorstand verstecken.“ Stöver übt mehrere Ehrenämter aus. So betreut er drei Personen, die in einer Pflegeeinrichtung leben. Er gehört seit dem 8. September 2011 dem Stadtrat an. Er wurde jüngst erneut zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Bungerhof-Hasbergen gewählt. Was kann die Politik in Zeiten leerer Kassen für den Sport tun? „Die Kassen sind nicht leer, sondern wir haben ein Verteilungsproblem“, sagt er. Es verändere sich etwas in der Sportlandschaft („Wir übernehmen immer mehr Sozialarbeit“) und er hoffe, dass die Stadt die Vereine unterstütze.

Was möchte er den Mitgliedern des TuS Hasbergen während der Jahreshauptversammlung 2016 sagen? Jürgen Stöver überlegt kurz. „Dass wir so geblieben sind, wie wir sind“, antwortet er dann.


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