Handball-Profi besucht Feriencamp Jugendteams des TV Neerstedt trainieren mit Johannes Bitter

Von Lars Pingel


Neerstedt. Der Torwart des Handball-Bundesligisten HSV Handball, Johannes Bitter, war am Donnerstag beim TV Neerstedt zu Besuch. In dessen Halle richtet sein Verein ein Feriencamp für die C- und D-Jugendteams des TVN aus. Der Hamburger, der 2007 Weltmeister geworden war, unterstützte die Trainer einen Vormittag lang.

Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, Pokalsieger und EHF-Pokalsieger – geschenkt. „Weil er so groß ist“, erklärte Dustin Gerken, Jugendhandballer des TV Neerstedt, gestern warum er es „komisch“ fand, als er an der Siebenmeterlinie Johannes Bitter gegenüberstand. Der Torwart des Erstligisten HSV Handball trainierte mit 34 Jugendlichen aus den D- und C-Jugendteams des TVN. Sie nehmen an einem Feriencamp des Hamburger Bundesligisten in der Halle am Sportplatz teil. Der 32-jährige Bitter, der das HSV-Trainerteam am Vormittag unterstützte, gab Tipps, lobte, beantworte alle Fragen der Jugendlichen, scherzte und stellte sich natürlich immer wieder zwischen die Pfosten. So war er schnell Teil der Trainingsgruppe – keiner dachte darüber nach, wer dort im Kasten stand, sondern nur wie er den Ball an ihm vorbeiwerfen könnte.

Profi will Spaß am Handball vermitteln

„Wichtig ist der Spaß“, sagte Bitter. „Das dürfen auch wir Profis nicht vergessen. Ohne Spaß und Freude sind wir nicht erfolgreich.“ Er hat das Handballspielen etwa 70 Kilometer von Neerstedt entfernt gelernt: bei der HSG Neuenburg/Bockhorn, die in Zetel beheimatet ist. Weitere Stationen waren die SG VTB Altjührden, der Wilhelmshavener HV, der SC Magdeburg, mit dem er 2007 den EHF-Pokal gewann. Zur folgenden Saison wechselte er zum HSV, mit dem er die weiteren Klubtrophäen holte. 2007 wurde er mit der DHB-Auswahl Weltmeister. 144-mal trug er das Nationaltrikot.

D- und C-Jugendliche übernachten in der Halle

Der HSV bietet regelmäßig Camps an. Sechsmal im Jahr in Vereinen außerhalb von Hamburg. „Wir werden immer von Profis unterstützt“, erklärte Gunnar Sadewater, Leiter des Nachwuchsbereichs. Mit ihm kümmerten sich drei HSV-Trainer um die Jugendlichen. Die waren am Mittwoch in die Halle „eingezogen“, um drei Tage lang zu trainieren. „Von der Ausstattung her, ist das hier ein Paradies“, lobte Sadewater. „Wir haben nur Dinge, die wir für ein Videofeedback-Training brauchen, mitgebracht.“ Und Shirts für alle Teilnehmer, die auch zu einem Bundesligaspiel eingeladen sind.

34 Plätze innerhalb von zwei Tagen vergeben

Kontakte zwischen dem HSV und dem TVN gibt es seit Jahren, erzählte Sadewater. Einige TVN-Jugendliche seien in Hamburger Camps gewesen. „Wir haben überlegt, ob das nicht auch bei uns laufen könnte“, sagte TVN-Abteilungsleiter Friedel Schulenberg. Eine Nachfrage in Hamburg brachte eine positive Antwort. „Die 34 Plätze waren innerhalb von zwei Tagen weg.“ Schulenberg zeigte sich optimistisch, dass das Camp eine ständige Einrichtung wird.

Dustin Gerken hatte derweil einen Siebenmeter gegen den 2,07 Meter langen Torwart verwandelt. „Er hat ja auch die richtige Hose an“, stellte Bitter fest. Der junge HSV-Fan trug die Beinkleidung des Profiteams. Es sei „cool“, dass Bitter nach Neerstedt gekommen sei, sagte Dustin. Dieses Prädikat vergab er übrigens an das ganze Camp: „Es macht Spaß. Die Trainer geben gute Tipps.“