Interview mit Otto Baumgarten „Wir müssen noch offensiver werden“

Kündigte seinen Rücktritt an: Otto Baumgarten (links, hier mit dem Sprecher des breiten Bündnisses gegen Rechts, Hartmut Nordbruch, während der letzten Jahreshauptversammlung). Foto: Rolf TobisKündigte seinen Rücktritt an: Otto Baumgarten (links, hier mit dem Sprecher des breiten Bündnisses gegen Rechts, Hartmut Nordbruch, während der letzten Jahreshauptversammlung). Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Im Gespräch mit dem dk erklärt der Vorsitzende des TuS Hasbergen, Otto Baumgarten, warum sein Verein in der Mitgliederstatistik zu den Verlierern gehört.

Otto Baumgarten, Vorsitzender des TuS Hasbergen und Trainer der Fußball-G-Junioren, hat 1962 als Jugendleiter die Laufbahn des Funktionärs begonnen. Seit 2001 steht er an der Spitze des Vereins. Zuvor hatte er zehn Jahre lang als Stellvertreter fungiert. Im vergangenen Jahr verlor der TuS Hasbergen 65 Mitglieder. Wir unterhielten uns mit dem 74-jährigen Vorsitzenden, der sein Amt in zwei Wochen abgibt, über die Gründe.

dk: Ihr Verein hat im letzten Jahr 65 Mitglieder verloren. Dem TuS gehören nur noch 624 Personen an. Wo liegen die Ursachen?

Otto Baumgarten: Durch die Kooperation mit Jahn und dem DTB haben wir bei den A- und B-Junioren Spieler verloren. Auch beim Kinderturnen ist ein Rückzug zu verzeichnen. Nach dem Umzug von der Käthe-Kollwitz- zur Lessingschule sind uns viele Eltern aufgrund der weiteren Entfernung nicht gefolgt. Bei den Gymnastikgruppen haben einige ältere Damen aufgehört. Eine E-Jugend-Mannschaft mussten wir zurückziehen. Da hatte sich der Trainer nicht ausreichend genug eingesetzt und die Eltern waren unzufrieden. Für den Rückzug mussten wir übrigens 50 Euro Strafe zahlen. Das kann man nicht verstehen.

Was unternehmen die Verantwortlichen, um neue Mitglieder zu gewinnen?

Wir müssen noch offensiver werden. Insbesondere bei den Gymnastikgruppen müssen wir uns um Nachrückerinnen bemühen.

Am Freitag, 13. März, findet die Jahreshauptversammlung statt. Wird es Änderungen innerhalb des Vorstands geben?

Ja. Ich höre auf. Schließlich werde ich im Mai 75 Jahre alt. Ich habe in den letzten Jahren wiederholt gesagt, dass wir einen Nachfolger brauchen. Ich habe meinen Rücktritt angekündigt, aber dann doch noch weitergemacht. Wir haben jetzt einen Kandidaten gefunden. Es hat sich ein Ideenpool gebildet und der Vorstand wird anders aufgestellt werden.

Der TuS Hasbergen trägt das Etikett „sympathischer Verein“. Sie und Ihre ebenfalls ehrenamtlichen Mitglieder haben in den vergangenen Jahren viel auf die Beine gestellt und engagieren sich stark. Sind Sie aufgrund einiger Reaktionen enttäuscht?

Manchmal ist man schon etwas enttäuscht. Es gibt einige Leute, die auf negative Sachen sofort abfahren. Sie klagen zum Beispiel über zu hohe Beiträge und sehen nicht, was sie dafür bekommen. Schließlich wird vieles teurer. Manchmal werden die Anstrengungen nicht honoriert.


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