Zuletzt fünf Siege in Folge Tanzpaar Bonk will Titel bei Landesmeisterschaften

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Strahlen um die Wette: Christine und Robert Bonk.Foto: privatStrahlen um die Wette: Christine und Robert Bonk.Foto: privat

Delmenhorst. Die Lateintänzer Christine und Robert Bonk wollen das Parkett bei den Landesmeisterschaften zum sechsten Mal in Folge als Titelträger verlassen. Dafür nehmen sie auch einige Strapazen in Kauf.

Die Erwartungen sind groß, doch Robert Bonk kann damit gut umgehen. „Das ist positiver Druck“, sagt der 49-Jährige und lacht. Am Sonntag findet ab 13 Uhr im Tanzsportzentrum Delmenhorst die gemeinsamen Landesmeisterschaften der fünf Nordverbände im Latein-Tanz statt – und Robert Bonk ist als TSZ-Tänzer mittendrin, statt nur dabei.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Christine (41) peilt er den Titel in der Senioren-II-B-Klasse an. „Bei einem Heimspiel besteht natürlich immer die Gefahr, dass man überdreht“, sagt Bonk, betont im gleichen Atemzug aber auch: „Natürlich wollen wir den Titel.“ Damit meint Bonk aber nicht nur die Landesmeisterschaft, sondern auch den Gesamtsieg von allen fünf Nordverbänden (Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) in ihrer Startklasse. Beide Meisterschaften gewannen die Bonks zuletzt fünf (!) Mal in Folge.

Vom Bundesliga-Auftritt in Nürnberg direkt zur Landesmeisterschaft

Das Ehepaar weiß also, wie man Titel gewinnt. Und für dieses Ziel nimmt Robert Bonk auch gerne einige Strapazen in Kauf. Denn der Delmenhorster tanzt nicht nur für den TSZ, sondern gleichzeitig in der Standard-Formation beim TCH Oldenburg in der 1. Bundesliga. Mit Oldenburg steht der selbst ernannte „Formations-Opa“ (Bonk) am Samstagabend noch bis 23 Uhr in Nürnberg auf dem Tanzparkett, ehe der TCH-Tross – zu dem auch die Delmenhorsterinnen Jeanette Ständer und Anja Bartholomäus gehören – erst gegen 6 Uhr morgens per Bus wieder in Norddeutschland ankommt. Nach ein paar Stunden Schlaf gilt Bonks Konzentration ab mittags der Landesmeisterschaft. Dort werden im TSZ insgesamt 60 Paare in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen antreten.

Für Bonk ist das stressige Programm kein Problem. Im Gegenteil. „Ich brauche das. Nach diesem Wochenende bin ich fix und fertig, aber total happy“, sagt Bonk und strahlt vor Vorfreude. Klar ist aber auch: Wer bei der Landesmeisterschaft vorne mitmischen will, muss körperlich, geistig und konditionell voll auf der Höhe sein. Denn die Paare zeigen alle fünf Latein-Turniertänze und tanzen über mehrere Runden. „Nach einer Runde tanzen fühlt man sich wie nach einem 10000-Meter-Lauf“, meint Bonk. Zumindest was das Konditionelle angeht, ist Robert Bonk gerüstet. Fast täglich trainiert er bis zu 4,5 Stunden. Das Tanzen sei ein „hervorragender Ausgleich“ zu seinem Job als Busfahrer.

Spätzünder entdecken die Liebe zum Turniertanzen

Die Idee, an Turniertänzen teilzunehmen, reifte bei den Bonks erst relativ spät. „Wir sind Spätzunder“, meint Robert Bonk. Er hielt sich zuvor als Fußball-Schiedsrichter fit, seine Frau Christine – die aus der Hasberger Fußball-Familie Bonk stammt – mit Breitensport. Später tanzten sie hobbymäßig Disco-Fox, ehe Christine Bonk ihren Mann überredete, an Wettkämpfen teilzunehmen. Das war vor zehn Jahren. Zuerst im Standardtanz, seit fünf Jahren auch in Latein-Konkurrenzen. Seitdem lässt sie der Sport nicht mehr los.

„Wir sind schon verrückt“, schmunzelt Bonk. Das Steckenpferd des Ehepaares ist trotz der Titel im Lateintanz der Standardwettbewerb – und dort haben sie weiterhin viel vor. Aktuell liegen sie in Deutschland auf Rang 93, mit Tendenz nach oben.

Der Traum vom WM-Start

Ziel eins: Wieder in die S-Klasse, die höchste Startklasse, zurückkehren. Dorthin war das Paar schon aufgestiegen, doch Bandscheibenvorfälle sowohl bei Robert als auch Christine warfen die Bonks wieder zurück. Ziel zwei: Einmal Deutscher Meister werden. Ziel drei: An einer WM teilnehmen. „Das wäre ein Traum“, sagt Bonk. Auch der Ausbau der Trainingsgemeinschaft Weser-Ems ist Robert Bonk ein wichtiges Anliegen. Zeit, diese Pläne umsetzen, haben sich die Bonks noch gegeben. „Wir tanzen auf jeden Fall noch, bis ich 60 bin“, kündigt Robert Bonk an und sprüht weiter vor großem Tatendrang.

Streetdance-Contest ist Robert Bonks „Baby“

Seine Energie setzt der gebürtige Franke aber nicht nur auf sportlicher Ebene um. Zusammen mit seiner Frau engagiert er sich auch im sozialen Bereich. Sie tanzen bei Senioren-Nachmittagen oder organisieren Shows zusammen mit der Stadt. Außerdem ist Robert Bonk in der Organisation des Streetdance-Contest miteingebunden, seinem „Baby“, wie er es nennt. Man könne die Tanzsportstadt Delmenhorst in vielen Bereichen noch weiter nach vorne bringen, meint Bonk und hat schon einige neue Ideen. „Wir sind doch eine Tanzhochburg.“ Und daran ist der Name Bonk nicht ganz unschuldig.


Anfangzszeiten der Turniere:

13.00 Uhr SEN II B LAT

13.40 Uhr SEN I B LAT

14.20 Uhr SEN II A LAT

15.00 Uhr SEN I A LAT

15.45 Uhr HGR A LAT

17.30 Uhr SEN II S LAT

18.15 Uhr SEN I S LAT

19.00 Uhr HGR S LAT

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