SVA holt prominenten Namen Rosenbohm neuer Sportlicher Leiter bei Atlas

Wollen den SV Atlas nach oben führen (von links): Trainer Jürgen Hahn, Klubchef Jörg Borkus, der neue Sportliche Leiter Jörg Rosenbohm, Manager Bastian Fuhrken und Jugendleiter Erhard Borrmann.Foto: Rolf TobisWollen den SV Atlas nach oben führen (von links): Trainer Jürgen Hahn, Klubchef Jörg Borkus, der neue Sportliche Leiter Jörg Rosenbohm, Manager Bastian Fuhrken und Jugendleiter Erhard Borrmann.Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Jörg Rosenbohm übernimmt die sportliche Leitung und das Marketing beim SV Atlas. Außerdem wird der Vertrag mit Trainer Jürgen Hahn verlängert.

Man sah Jörg Rosenbohm den Kloß im Hals förmlich an. Gute 30 Menschen waren am Donnerstagabend in die Gaststätte „Jan Harpstedt“ gekommen, ins Vereinskokal des SV Atlas, um ihn in Delmenhorst zu begrüßen – da musste selbst der erfahrene Fußball-Funktionär schlucken. „So viel ist ja in Oldenburg in der Regionalliga nicht los“, meinte Rosenbohm staunend: „Ist das hier wirklich ein Bezirksligist? Das ist ja der Wahnsinn.“

Klubchef Borkus schwärmt

Allerdings ein Wahnsinn, an den er sich gewöhnen sollte. Ab dem 1. Februar wird der 52-Jährige neuer sportlicher Leiter bei Atlas und komplettiert die Führungsmannschaft der Delmenhorster. „Wünsche und Hoffnungen“ seien mit dieser Personalie verbunden, sagte der Vereinsvorsitzende Jörg Borkus: „Wir haben bekanntlich viel vor, und mit ihm haben diese Pläne noch einmal eine ganz andere Duftnote bekommen.“

„Hier riecht es nach Fußball und Tradition.“

Rosenbohm selbst war das schon fast zu viel der Ehre. Der Leiter einer Werbe- und einer Textilagentur in Oldenburg hörte sich das Lob seines künftigen Klubchefs beinahe verlegen an, um sich dann äußerst professionell zu präsentieren. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal die Motivation finde, einen Verein zu begleiten“, sagte er – doch Atlas habe ihn fasziniert: „So etwas sucht in der Region seinesgleichen. Hier riecht es nach Fußball und Tradition.“

Erfolgreiche Vergangenheit beim VfB Oldenburg

Sein sympathischer erster Auftritt in Delmenhorst passte zu dem Ruf, der ihm vorauseilte. In den vergangenen neun Jahren hatte er sich in verantwortlicher Position beim VfB Oldenburg einen Namen als absoluter Fachmann gemacht. Zwischen 2005 und 2011 war er Geschäftsführer, dann für zwei Jahre Mitglied des Vorstands, ehe er das Amt des Teammanagers übernahm. Im Sommer hörte er schließlich auf – bis Atlas anrief. Coach Jürgen Hahn, der als Trainer der Oldenburger U23 einst mit Rosenbohm zusammengearbeitet hatte, stellte den Kontakt her. „Gute Gespräche“ habe es dann gegeben, erzählte er. Der Funke sprang bei einem Stadionbesuch über: Am 8. November war er dabei, als Atlas den VfL Wildeshausen mit 2:0 bezwang – als einer von 1400 Zuschauern. „Das war unfassbar. Schlangen an den Kassen, Gesänge, eine irre Stimmung“, schwärmte Rosenbohm, der seinen Sohn Louis direkt mit einem SVA-Trikot ausgestattet hat: „Er soll gleich den Atlas-Virus fühlen.“

„Aufstiege sind nicht alles.“

Dass auch die Erwartungshaltung beim Spitzenreiter eine andere ist als bei den übrigen Bezirksligisten, ist ihm bewusst; er war aber clever genug, alle Fragen nach sportlichen Nah- und Fernzielen sofort abzuwürgen: „Aufstiege sind nicht alles. Es geht um die generelle Weiterentwicklung.“ Dabei dürfte gerade Rosenbohms Erfahrung im Marketing helfen. Er kündigte schon an, „den Verein in der Wirtschaft platzieren“ zu wollen.

Montag Ansprache an die Mannschaft

Was die sportliche Dimension seiner Aufgabe betrifft, so steht ihm sein alter Weggefährte Hahn zur Seite. Der Trainer und sein Assistent Marco Büsing bleiben für zweieinhalb weitere Jahre, wie Borkus vermeldete. Am Montag will Rosenbohm Hahn beim Training besuchen, sich der Mannschaft vorstellen und „eine kleine Ansprache halten“.


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