Neuer lokaler Tischtennis-Riese TV Jahn und Delmenhorster TB werden SG Jahn/DTB

Thorsten Sonntag ist Spitzenspieler des Delmenhorster TB und Koordinator der neuen SG Jahn/DTB. Foto: Rolf TobisThorsten Sonntag ist Spitzenspieler des Delmenhorster TB und Koordinator der neuen SG Jahn/DTB. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Fusion der Tischtennis-Abteilungen des Delmenhorster TB und des TV Jahn Delmenhorst ist perfekt. Auch die Seniorenteams laufen künftig als SG Jahn/DTB auf.

Montagabendspiele mögen es im Fußball zum Synonym für Geldgier und Kommerz gebracht haben, Tischtennisspieler sind bei ihren Terminen aber weniger wählerisch; vor allem, wenn sie ihren Sport als Hobby betreiben. So fand auch an einem Montagabend im März in der Halle am Blücherweg das letzte Stadtduell zwischen dem Delmenhorster TB und dem TV Jahn statt. Dass das Publikum zu dieser historischen Stunde überschaubar war, lag weniger am Fan-Boykott wegen des Montagstermins als daran, dass dort die sechste Mannschaft des DTB gegen Jahns Zweite in der 3. Kreisklasse spielte, die sich noch keinen Namen als Zuschauermagnet gemacht hat. Das Derby dauerte zwei Stunden und endete mit einem symbolträchtigen 5:5 – als hätten die Spieler schon gewusst, dass auf der anderen Seite der Platte künftige Clubkollegen standen.

„Eine der größten Abteilungen in Weser-Ems“

Zur neuen Saison werden die beiden Nachbarn ihre sportliche Rivalität nun endgültig begraben. Nachdem die Vereine bereits in der Jugend eine Kooperation eingegangen sind, werden die Abteilungen nun komplett zusammengelegt. Die neue SG Jahn/DTB enthält dann alle Jugend-, Frauen- und Herrenmannschaften und wird damit zur größten Tischtennis-Abteilung zwischen Delmenhorst und Oldenburg. 14 Mannschaften stellen beide zusammen in der laufenden Saison, die eine oder andere soll ab Sommer noch dazukommen. Thorsten Sonntag, verantwortlich für den Erwachsenenbereich des neuen Vereins (und nebenbei Spitzenspieler des DTB), rechnet mit zwei Damen-, sieben bis acht Herren- und vier bis fünf Jugendteams. Es soll damit „eine der größten Abteilungen im Weser-Ems-Gebiet“ entstehen.

Höchstes Frauen-Team der Region

Der neue lokale Tischtennis-Riese soll möglichst professionell vermarktet werden, unter anderem hat die neue SG ein fesches Logo und schon zwei Verantwortliche, die sich um die Verbreitung guter Nachrichten in sozialen Medien kümmern. Dass man zusammen nicht nur auf sechs Jugendtrainer kommt, sondern auch weitere ehrenamtliche Posten leichter besetzen kann, ist wohl der Hauptgrund dafür, dass die Vereine einstimmig für die Fusion gestimmt haben. Sonntag sei „besonders wichtig, dass sich alle Mitglieder mit dem neuen Projekt identifizieren. In jedem Fall sollte ein Mitgliederverlust vermieden werden.“

Platznot durch Hallensanierung

Sportlich muss die Konkurrenz vorerst keinen groß angelegten Angriff aus Delmenhorst fürchten, die meisten Mannschaften spielen auf Kreisebene. Immerhin stellt die SG Jahn/DTB mit der bisherigen Jahn-Mannschaft das höchste Frauen-Team aus der Spielgemeinschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. Die beste Herrenmannschaft ist das aktuelle DTB-Ensemble, das in der Bezirksliga noch um den Klassenerhalt kämpft. Eine Liga darunter geht es der Reserve genauso, die dritte Mannschaft ist aus der 1. Bezirksklasse abgestiegen. Jahns beste Herren landeten in der 1. Kreisklasse im Mittelfeld. „Wir legen Wert auf eine gute Gemeinschaft und den Spaß am Tischtennissport. Der Leistungsgedanke spielt eher eine untergeordnete Rolle“, erklärt Sonntag. „Wir heißen jeden herzlich willkommen, der sich uns anschließen möchte, um die SG dauerhaft zu einem anhaltenden Erfolgsmodell zu machen“, sagt Jugendkoordinatorin Irene Dölle.

Die räumliche Vereinigung hat bereits stattgefunden, wenn auch nicht ganz freiwillig. Die Halle Annenheide, die vor allem der DTB genutzt hat, wird gerade für mindestens zwei Millionen Euro in großem Stil saniert. In den Genuss des neuen Hallenbodens kommt die SG erst frühestens im August 2020, bis dahin sind alle Mannschaften am Blücherweg zuhause. Die beiden dafür eingesetzten Koordinatoren Markus Steineker und Volker Pügner stöhnen über „eine logistische Herausforderung, die eine gute Planung bedingt“.


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