Fussball-Kreisliga Abstiegskampf wird immer spannender

Von Andreas Bahlmann

Am 24. Spieltag der Saison 2018/19 der Fußball-Kreisliga konnten nur drei Spiele ausgetragen werden. Foto: Lars PingelAm 24. Spieltag der Saison 2018/19 der Fußball-Kreisliga konnten nur drei Spiele ausgetragen werden. Foto: Lars Pingel

Delmenhorst/Landkreis. Die Kreisliga-Fußballer von RW Hürriyet Delmenhorst haben sich durch einen Erfolg beim TSV Ganderkesee bis auf einen Zähler an die Nicht-Abstiegsplätze herangeschoben.

Das wetterreduzierte Programm des 24. Spieltags der Saison 2018/19 in der Fußball-Kreisliga hat zumindest im Abstiegskampf wieder für Spannung gesorgt. Hürriyet Delmenhorst hat das rettende Ufer wieder im Blick. Das Team liegt nur noch einen Zähler zurück.

TSV Ganderkesee - RW Hürriyet Delmenhorst 0:1 (0:0)

TSV-Trainer Stephan Schüttel wirkte etwas ratlos: „Ich kann das gar nicht richtig begreifen. Wir haben im Spiel zu oft und zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagte er nach der zweiten Niederlage gegen die Delmenhorster: „Hürriyet liegt uns wohl einfach nicht.“

Vor seinem ersten Spiel als RWH-Trainer hatte Murat Turan seine Mannschaft auf den Abstiegskampf eingeschworen. Der Tabellenvorletzte setzte seine taktischen Vorgaben mit einem engagierten und mutigen Auftritt um. Trotz des Dauerregens der letzten Tage war der Rasen am Immerweg gut bespielbar. Ganderkesee fehlte von Anfang an der notwendige Biss. Das Team ließ sich vom leidenschaftlich kämpfenden und kompakt gestaffelten Gästeteam den Schneid abkaufen. Erschwerend kam für die Gastgeber hinzu, dass ihr Innenverteidiger Kieron Hoffmann bereits in der 18. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte sah, weil er als letzter Mann Berat Uyar festhielt. „Das war schon eine mitentscheidende Szene und passte zum Tag. In dieser frühen Spielphase kann man solche Situationen auch anders, nämlich weniger naiv lösen, selbst wenn man dafür ein Gegentor in Kauf nimmt“, bemängelte Schüttel, zeigte aber gleichzeitig Verständnis für die fehlende Erfahrung seines gerade aus der A-Jugend gekommenen Spielers.

In Überzahl kam Hürriyet zwar wiederholt zu guten Möglichkeiten, offenbarte aber große Schwächen bei der Chancenverwertung. So dauerte es bis zur 75. Minute, bis das 1:0 fiel. Erdin Cetin traf aus dem Gewühl heraus aus acht Metern. Mit vereinten, aber in der Schlussphase nachlassenden Kräften zitterte sich Hürriyet zum Sieg. „Das war ein ganz schwieriges und sehr wichtiges Spiel für uns, weil die ganzen Niederlagen in den Köpfen saßen. Wir haben verdient gewonnen, hätten aber unsere Konterchancen besser ausspielen müssen“, sagte Turan: „Ich bin sehr froh, dass sich die Mannschaft für ihren Aufwand belohnen konnte.“

FC Huntlosen - SV Achternmeer 8:1 (4:1)

„Dieses Jahr läuft es etwas besser“, kommentierte FCH-Trainer Maik Seeger den hohen Sieg: „Wir waren dem Gegner physisch definitiv überlegen. Wir hatten einen klaren Plan. Den hat meine Mannschaft gut, wenn auch nicht immer konsequent umgesetzt. Es war noch nicht das perfekte Spiel.“ Huntlosen war von Anfang an hellwach. Dennis Beckmann schockte den SV Achternmeer in der ersten Spielminute mit dem 1:0. Nur sieben Minuten später legte Jan Deters das 2:0 nach. Die frühen Tore verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Achternmeerer fanden nicht ins Spiel, agierten mutlos. Zwar gelang Nikolas Fischer nach einem Eckball das 1:2 (32.), aber Deters (38.) und Lyroy Schallock (45.) sorgten mit ihren Toren zum 4:1 bereits vor Pause für die Entscheidung. Beckmann legte dann das 5:1 (47.) nach. Mit den Toren zum 7:1 (63.) und 8:1 (79.) gelang ihm sogar ein Viererpack. Das 6:1 erzielte Dennis Jielg (52.). SVA-Trainer Helge Hanschke war bedient. „Es hat gar nichts geklappt. Die konnten von der Abwehr bis in den Sturm hinein ungehindert bei uns durchmarschieren“, kritisierte er: „Wir haben wie ein Absteiger gespielt, dabei haben wir in der Vorbereitung bis zu viermal die Woche wirklich super trainiert. Ich weiß nicht, warum wir von Anfang an keine Einstellung zum Spiel hatten.“

TSV Großenkneten - TV Munderloh 2:1 (2:0)

Mehr als 150 Zuschauer sorgten für eine imposante Kulisse. „Die Freitagabendspiele werden immer besser angenommen. Unsere Flutlichtanlage ist schon fast Weltklasse, da macht das Fußballspielen richtig Spaß“, freute sich TSV-Trainer Kai Pankow. Sein Team und startete sehr konzentriert. Mattis Asche köpfte bereits in der zweiten Minute nach einem Eckstoß das 1:0. Das Heimteam bestimmte in der ersten Halbzeit weitgehend das Geschehen, kam aber nicht zu klaren Torchancen. Auch die defensiv gut dagegen haltenden, aber offensiv zu zaghaft agierenden Munderloher hatten keine klaren Möglichkeiten. Kurz vor der Pause nutzte Asche bei einem Eckstoß erneut einen Stellungsfehler in der TVM-Abwehr. Er schob den Ball zum 2:0 (41.) ins Netz. Nach Wiederanpfiff erwiesen sich die Munderloher zunehmend als unbequemer Gegner. Sie drückten mit aller Macht auf den Anschlusstreffer. Vor allem TVN-Stürmer Lennart Siebrecht sorgte immer wieder für Unruhe in der TSV-Verteidigung. Doch es fehlte die Entschlossenheit im Abschluss. Das 1:2 (67.) erzielte Siebrecht mit einem Elfmeter, nachdem er selbst gefoult worden war.

Die Schlussphase war von Hektik und auf beiden Seiten von bisweilen ziemlich hitzig geführten Zweikämpfen geprägt, wobei sich auch viel Unruhe von außen auf die Spieler übertrug. Nach einem Foulspiel und anschließendem Meckern sah Sven Peters in der 90. Minute die Gelb-Rote Karte. Das Heimteam musste die Munderloher Schlussoffensive in Unterzahl überstehen. „Das war ganz schön eng. Nach dem 2:1 fehlte uns einfach das nötige Selbstvertrauen. Munderloh hätte durchaus ein Unentschieden verdient gehabt“, gestand Pankow ein. TVM-Coach Ralf Eilenberger bemängelte derweil die Chancenverwertung seiner Mannschaft. „Schade, dass wir uns am Ende nicht mit einem Punkt belohnen konnten“, sagte er.


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