33. Friedensturnier des SV Baris Ahlhorner SV schockt den SV Atlas Delmenhorst im Finale

Von Andreas Bahlmann


Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst verliert überraschend das Finale des Friedensturniers gegen den Kreisligisten Ahlhorner SV. Die 33. Auflage des prestigeträchtigsten Hallenevents in Delmenhorst bietet dank der glänzenden Ausrichtung durch den SV Baris gute Spiele vor ausgezeichneter Kulisse. Und starke Sprüche an der Bande.

Eigentlich hätten die Fußballer des Ahlhorner SV am Samstagabend gar nicht anwesend sein dürfen in der Stadionhalle. Für das 33. Friedensturnier hatte Ausrichter SV Baris hauptsächlich bei Mannschaften aus der Bezirksliga oder höher angefragt – Ahlhorn stand als Kreisligist gar nicht unbedingt auf der Wunschliste. Schließlich war der ASV doch dabei – und sorgte beim prestigeträchtigsten Hallenturnier in Delmenhorst für eine gewaltige Überraschung. Die Mannschaft von Servet Zeyrek blieb in der Vorrunde gegen die fünf ausnahmslos höherklassigen Gegner ungeschlagen und zwang im Endspiel den Oberligisten SV Atlas mit 2:0 in die Knie – damit sind die Ahlhorner der erste Friedensturniersieger aus dem Landkreis seit 28 Jahren. 1991 hatte der TSV Ganderkesee triumphiert.

Dass Zeyrek danach bester Laune war, versteht sich von selbst. „Es war verdient. Die Jungs haben sich wirklich gut zusammengerissen“, schwärmte der Trainer. Auch Atlas, mit sieben Spielern aus dem Oberliga-Kader aufgelaufen, zollte dem Kreisligisten Respekt. „Ahlhorn hat das gut gemacht“, sagte Co-Trainer Marco Büsing, der das Team betreute. Unter den Augen des neuen Chefcoaches Olaf Blancke auf der Tribüne zeigte Atlas aber durchaus guten Hallenfußball. „Wir sind auch mit dem zweiten Platz zufrieden“, sagte Büsing. „Es war ein gelungener Samstag.“

Baris als Ausrichter top, auf dem Feld flop

Das konnte man auch über das Turnier insgesamt sagen, das ein glänzendes Niveau bot und vor bestens gefüllten Rängen stattfand. Hauptorganisator Baris Caki hatte im Vorfeld bei mehr als einhundert Vereinen angefragt – mehrere Stunden täglich war er in den vergangenen Wochen mit der Planung beschäftigt gewesen. „Viele große Namen waren leider verhindert“, sagte der Teammanager, der für das kommende Jahr aber schon mit Kickers Emden, dem FC Oberneuland und dem BV Cloppenburg in gutem Kontakt steht. Dann ist sogar ein größeres Zelt vor dem Eingang geplant, in das die Spiele live übertragen werden. In diesem Jahr halfen 30 Freiwillige mit beim Catering oder der Tombola. Dafür präsentierte sich die Bezirksliga-Mannschaft des Gastgebers nicht direkt in Bestform und wurde Letzter – der einzige Punktgewinn war kurioserweise ein 3:3 gegen den späteren Sieger Ahlhorn. „Wir waren gute Gastgeber und haben nichts getroffen“, scherzte Trainer Önder Caki. „Unsere kleinen, wendigen Spieler haben wir heute als Ordner eingeteilt.“ Immerhin gewann der Gastgeber zum zweiten Mal in Folge den Fairnesspokal, worüber Baris Caki witzelte: „Das kann doch nicht sein, dass wir als Letzter immer den größten Pokal stemmen müssen.“

Blumenthal staunt über „niedersächsische Härte“

Dabei hakte es bei seinem Team – wie auch in der Freiluft-Saison – vor allem in der Defensive, wie beim 3:4 im Eröffnungsspiel gegen den Bremen-Ligisten Blumenthaler SV. Atlas verlor sein Auftaktspiel gegen Ahlhorn mit dem gleichen Ergebnis wie später das Finale – 0:2. Danach aber kamen die Delmenhorster immer besser in Fahrt. Nach sieben Punkten aus den folgenden drei Spielen war der Oberligist punktgleich mit Blumenthal und bezwang die Nordbremer im entscheidenden Gruppenspiel mit 4:3. Blumenthals Co-Trainer Rainer Raute nahm es sportlich – und mit einem Augenzwinkern: „Es war ein schönes Turnier. Wir mussten uns erst einmal an die harte Gangart der Niedersachsen gewöhnen. Das kennen die Bremer so nicht.“

Wildeshausen und Hude tun sich schwer

Die Blumenthaler trafen im Spiel um Platz drei auf den Bezirksliga-Spitzenreiter VfL Wildeshausen, der seinem Ruf als gute Hallenmannschaft nur bedingt gerecht wurde. Beim 2:1 gegen Baris gelang der einzige Sieg, doch der reichte immerhin, um im kleinen Finale zu landen. Dort siegten die Kreisstädter mit 2:1 und versöhnten Teambetreuer Patrick Meyer. „Damit ist der Tag gerettet. Wir sind aber von Anfang an nicht richtig ins Turnier gekommen, das rumpelte teilweise gewaltig und lief bei uns gar nicht.“ Die Futsal-Kreismeisterschaft am kommenden Wochenende sei aber wichtiger. Ähnlich sah es auch der Bezirksliga-Rivale FC Hude, der Vorletzter wurde. „Wir hatten auf das Finale gehofft. Aber es hat sich keiner verletzt, das ist die Hauptsache“, sagte der spielende Betreuer Torben Hellemann.

Torschützenkönig wurde der Blumenthaler Mola Khan mit sechs Treffern – in der Liga war er in der Hinserie nur einmal erfolgreich gewesen. Die Spieler wählten Niklas Göretzlehner vom SV Atlas zum besten Torwart des Turniers. Orga-Chef Baris Caki war mit den Gedanken nach der Siegerehrung schon beim nächsten Turnier: „Wir müssen noch mehr für die Zuschauer tun und das Turnier weiter etablieren. Wir wollen 2020 mindestens da weitermachen, wo wir dieses Mal aufgehört haben.“


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