Ju-Jutsu-Trainer geehrt Sascha Wessels – der Vereinsheld des Delmenhorster TV

Von Sebastian Hanke

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Delmenhorst. Funktionäre und Kinder überraschen mit Sascha Wessels einen engagierten Ju-Jutsu-Trainer des Delmenhorster TV im Rahmen der Aktion „Ehrenamt überrascht“. Abteilungsleiter Reiner Sonntag spart nicht mit Lob. Der 41-jährige Wessels wird aus seiner Vater-Rolle heraus zu einer tragenden Stütze.

Tosender Applaus kam während eines Ju-Jutsu-Trainings des Delmenhorster Turnvereins (DTV) in der Halle an der Berliner Straße auf. Es gab eine große Überraschung für Sascha Wessels, der von Funktionären für sein großes Engagement geehrt und von den Kindern gefeiert wurde.

Der Trainer blickte verdutzt, als er realisierte, dass er derjenige war, dem die Aufmerksamkeit galt. DTV-Abteilungsleiter Reiner Sonntag schlug Wessels beim Landesportbund (LSB) Niedersachsen für die Aktion „Ehrenamt überrascht“ und somit als „Vereinsheld“ vor. Sonntags Begründung: „Sascha ist immer da, wenn man ihn braucht. Das ist einzigartig.“ Auch Inga Marbach, die Referentin der Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land, und DTV-Vorsitzende Kerstin Frohburg lobten Wessels.

Wessels besitzt den schwarzen Gürtel

Vor sieben Jahren „rutschte“ der 41-Jährige immer mehr in den Verein hinein, wie er verriet. Sein Sohn Nils machte Ju-Jutsu beim DTV und so kam es, dass Wessels sich verstärkt für die Sportart und den Verein interessierte und eingebunden wurde. Seitdem ist er Trainer einer Gruppe, die er zweimal wöchentlich trainiert. Rund 30 Kinder („Es waren auch schon einmal 80“) sind es, die mit dem Berufskraftfahrer zu tun haben, der den schwarzen Gürtel im Ju-Jutsu besitzt. Zudem kümmert sich Wessels einmal wöchentlich um eine Turngruppe für Jungen im Kindergarten- und Grundschulalter.

Das honoriert auch der Nachwuchs. „Das ist für dich“, jubelten die Kinder ihrem „Helden“ zu und gaben Wessels beim Training damit ein bisschen von dem zurück, was er sonst den Kindern gibt: Freude und Spaß. Nicht nur Marbach hatte mit dem „Vereinsheld“-Zertifikat ein Geschenk vorbereitet. Auch die Kinder wollten etwas beitragen und malten ein Bild für Wessels. „Darüber freue ich mich sehr“, erklärte er, dem die Kinder ans Herz gewachsen sind. Die Arbeit mache „einfach Spaß“. Mehr als acht Stunden in der Woche ist er in der Turnhalle und für den DTV tätig – ehrenamtlich.

Für den Club den Arbeitsvertrag geändert

Damit das funktioniert, hat Wessels mit seinem Arbeitgeber eine Änderung im Vertrag vollzogen. „Früher arbeitete ich ab fünf Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein“, so der Geehrte, der dann ziemlich viel Stress hatte, da kurz darauf das Training mit seinen Ju-Jutsu-Kids oder der Jungs-Turngruppe anstand. Deswegen kam es zu einer „Einigung“ mit seinem Chef, verriet Wessels. Nun arbeite er ab zwei Uhr nachts und könne dann am späten Nachmittag für den DTV und die Kinder aktiv sein.

Neben seinen Tätigkeiten als Trainer hilft Wessels überall, wo er kann. Frohburg sagte: „Er sieht, wo er gebraucht wird und bringt sich ein, ohne, dass man ihn darum bitten muss.“ Dabei sei es ihm egal, ob der Ju-Jutsu-Anzug oder irgendetwas anderes im Verein repariert werden müsse. Sogar um die Anmeldungen kümmert sich der Trainer, der sonst keine andere offizielle Funktion im Verein innehat.

„Ehrenamt überrascht“ ist eine gemeinsame Aktion des Landessportbundes Niedersachsen und der Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land. Durch die Ehrungen sollen das Ehrenamt und seine Bedeutung hervorgehoben werden. „Es ist einfach wichtig, dass in den Vereinen solche Menschen tätig sind“, erklärte Marbach. Frohburg ergänzte: „Menschen wie Sascha sind das Gesicht des Vereins und machen diesen erst lebendig.“ Dabei wurde sie noch deutlicher: „Ehrenämtler sind unentbehrlich.“


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