Handball-Oberliga Frauen Katharina Woltjen freut sich auf Partie gegen Hude/Falkenburg

Von Richard Schmid

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Suchten auch schon gemeinsam den Weg zum Sieg: die Torhüterin Katharina Woltjen und Dean Schmidt, Trainer der HSG Hude/Falkenburg. An diesem Samstag empfängt Woltjen mit dem VfL Stade ihren ehemaligen Verein. Foto: Rolf TobisSuchten auch schon gemeinsam den Weg zum Sieg: die Torhüterin Katharina Woltjen und Dean Schmidt, Trainer der HSG Hude/Falkenburg. An diesem Samstag empfängt Woltjen mit dem VfL Stade ihren ehemaligen Verein. Foto: Rolf Tobis

Hude/Falkenburg. Die 31-jährige Handball-Torhüterin Katharina Woltjen hat bei der HSG Delmenhorst mit dem Sport begonnen, spielte dann lange für die HSG Hude/Falkenburg. Seit zwei Jahren trägt sie das Trikot des Oberligisten VfL Stade, in dem sie an diesem Samstag ihr ehemaliges Team aus dem Landkreis empfängt.

Lag es an der Aussicht auf eine Bockwurst oder doch an den Überredungskünsten einer Schulfreundin, die Katharina „Kaddah“ Woltjen vor gut 20 Jahren zum Handball brachten? Der damalige Jugendtrainer der HSG Delmenhorst, Rolf Behrens, hatte die Idee die Werbung für die Sportart in den Schulen im wahrsten Sinne des Wortes etwas schmackhafter zu gestalten: Wenn jede der bereits beim HSG aktiven jungen Handballerinnen eine Mitschülerin mitbringt, dann gibt es für alle eine Bockwurst, versprach Behrens vor einem Schnuppertraining. „Dabei mag ich gar keine Bockwurst“, erinnert sich Woltjen lachend, als sie von der Episode erzählt, die den Beginn ihrer handballerischen Karriere beschreibt.

Und die hat es in sich. Nachdem sie bei der HSG zunächst nur zwei Spiele als Feldspielerin absolviert hatte, fand sie als Torfrau ihre endgültige Berufung. „Das muss ich wohl so gut gemacht haben, dass es dann dabei blieb“, sagt sie, die nur „Kaddah“ gerufen wird. Der Spitznamen ist ihr aus der Schulzeit bis heute geblieben. „Wenn mich jemand mit Katharina anspricht, denke ich immer, ich habe was angestellt“, sagt sie schmunzelnd.

Katharina Woltjen hat bei der HSG Hude/Falkenburg Freunde fürs Leben gefunden

Inzwischen spielt die 31-jährige Handballerin beim VfL Stade („Ich bin eigentlich schon viel zu alt für Leistungssport“) und ist dort, wie schon in vielen Jahren zuvor bei der HSG Hude/Falkenburg, ein wichtiger Garant für eine stabile Abwehr. Morgen kommt es ab 18 Uhr in der Halle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums an der Glückstädter Straße in Stade zu einem sicherlich auch für sie emotionalen Aufeinandertreffen der beiden Oberligateams. Für Woltjen eine ganz besondere Herausforderung. Ist sie doch immer noch eng mit den Handballerinnen aus dem Landkreis verbunden. Woltjen: „Mit vielen Spielerinnen der HSG Hude/Falkenburg habe ich nach wie vor sehr enge Kontakte. Ich habe dort Freunde fürs Leben gefunden.“ Sie lässt es sich, sofern es ihre Zeit zulässt, nicht nehmen, die Heimspiele der HSG zu besuchen und ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen zu unterstützen.

Mit Stade hat es zudem eine ganz besondere Bewandtnis: Zum Auftakt der Oberligasaison 2016/17 trafen die HSG-Spielerinnen auf den großen Meisterschaftsfavoriten und späteren Drittliga-Aufsteiger VfL Stade. Beim 20:27 gab es in Ganderkesee für die Gastgeberinnen nichts zu holen, im Tor der HSG: Katharina Woltjen, die mit geradezu sensationellen Paraden eine wesentlich höhere Niederlage verhinderte. Selbst Spielerbeobachter anderer Vereine rieben sich angesichts ihrer herausragenden Leistung verwundert die Augen. So blieb es nicht aus, dass auch die Vereinsvertreter Stades auf die HSG-Torfrau aufmerksam wurden. Bereits in der darauffolgenden Saison stand die sympathische Sportlerin bei Stade im Tor. Aber es war auch der Wunsch von Woltjen selbst zu wechseln, wie sie sagt: „Ich brauchte mal einen Tapetenwechsel, wollte eine neue Herausforderung.“

Großes soziales Engagement

Aber nicht nur im Sport ist Woltjen, die in Vechta ein Studium für soziale Arbeit absolviert, sehr leidenschaftlich unterwegs. Ihr soziales Engagement neben Studium, Training und Wettkampf ist bemerkenswert: Sie ist in Delmenhorst in einer evangelischen Kirchengemeinde in der dortigen Jugendarbeit aktiv. Nach ihrem Studium sieht sie ihre berufliche Zukunft in der Arbeit mit behinderten Menschen: „Ich habe lange Zeit mit Menschen mit Handicap gearbeitet, das war und ist mir sehr wichtig. Deshalb will ich das wieder machen“. Viel Zeit für weitere Hobbys bleibt ihr bei diesem Programm – so könnte man meinen – dann nicht mehr. „Doch gemeinsam Kochen mit Freunden in der Kirchengemeinde immer mittwochs, dafür ist immer Zeit“, erzählt Woltjen.


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