Basketball-Oberliga Devils verlieren packenden Fight gegen die Weser Baskets

Zug zum Korb: Der Delmenhorster Marc Polley erzielte gegen die Weser Baskets Bremen II sechs Punkte, wird in dieser Szene aber geblockt. Foto: Rolf TobisZug zum Korb: Der Delmenhorster Marc Polley erzielte gegen die Weser Baskets Bremen II sechs Punkte, wird in dieser Szene aber geblockt. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der Delmenhorster TV zeigt im Spitzenspiel der Basketball-Oberliga über viele Strecken eine klasse Leistung. Doch am Ende ist der Tabellenführer Weser Baskets Bremen II beim 94:83-Erfolg doch einen Tick zu clever.

Ahmet Ildem gab von der Tribüne aus unüberhörbar alles. Der Oldie des Delmenhorster TV, der seit mittlerweile 25 Jahren für die Devils Basketball spielt, stand wegen Hüftproblemen nicht im Kader für das Oberliga-Spitzenspiel seiner Mannschaft gegen den Tabellenführer Weser Baskets Bremen II. Also verfolgte Ildem das über weite Strecken packende Duell in der zweiten Halbzeit von der Tribüne. Und von dort aus gab der 40-Jährige wie auch als Abwehrspezialist auf dem Spielfeld – alles. Ildem feuerte seine Mannschaft an und fluchte über falsche Entscheidungen seiner Mitspieler. Er schrie seine Emotionen nach gelungen Aktionen heraus und er schimpfte auf die Schiedsrichter nach strittigen Szenen.

Doch am Ende eines packenden Basketball-Nachmittags in der Delmenhorster Stadionhalle musste Ildem wie auch die Spieler, Trainer Stacy Sillektis und die rund 50 Zuschauer etwas enttäuscht konstatierten: Diese Weser Baskets waren einfach (noch) einen Tick cleverer. Im Duell zwischen dem Dritten und dem Ersten zogen die Devils mit 83:94 (32:38) den Kürzeren.

Die Delmenhorster boten über viele Strecken eine gute, im dritten Viertel sogar eine überragende Leistung. Und hatten die Übermannschaft, die alle ihre bisherigen acht Spiele gewonnen hat und zuvor weniger als 50 Punkte im Schnitt kassiert hatte, am Rande einer Niederlage. Aber eben nur am Rande.

„Ich habe viele gute Sachen gesehen. Es war aber auch viel mehr drin“, war Trainer Stacy Sillektis in seiner Spielbewertung hin- und hergerissen. Denn das Endergebnis wurde erst am Ende zu der deutlicheren Angelegenheit für die Gäste, die viele vielleicht im Vorfeld erwartet hatten.

Devils zeigen unbändigen Kampfgeist

Die Devils gingen nach einem zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Rückstand im ersten Viertel mit einer 68:65-Führung in das Schlussviertel und lagen dort auch mit 72:67 vorne. Doch dann „haben wir uns zu viele Fehler geleistet“, sagte Sillektis. „Mit so einer Leistung kann man dann den Tabellenführer eben doch nicht stürzen.“

Doch es gab auch viele positive Aspekte. Da war zum einen der unbändige Kampfgeist der Devils, die den besagten Zwölf-Punkte-Rückstand nach dem ersten Viertel erst auf sieben Punkte verkürzten (18:25) und schließlich nach einem „viel besseren zweiten Viertel“ (Sillektis) zur Pause (32:38) Mut für die zweiten 20 Minuten getankt hatten.

Frerichs trifft, Scheffler blockt

Im dritten Viertel spielten die Devils dann die vielleicht besten zehn Minuten der gesamten Saison. Angeführt vom sehr guten Tim Frerichs (23 Punkte) entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Sehr stark in dieser Phase war auch der 16-jährige Center Jonas Scheffler (7 Punkte), der unter dem Korb viele Rebounds sammelte und Würfe blockte. Als Frerichs dann mit Ende der Shot-Clock einen seiner fünf Dreier zum 68:65 versenkt hatte, waren die Zuschauer völlig aus dem Häuschen.

Die Überraschung lag zum Greifen nahe, doch die Devils griffen im vierten Viertel nicht zu. Während die Weser Baskets routiniert ihren Stiefel herunter spielten, häuften sich beim DTV Abspiel- und Konzentrationsfehler. Die Bremer zogen nach dem letztmaligen Ausgleich von 73:73 wieder peu à peu davon.

Erst gut im Spiel, später raus per nach technischem Foul: Der Delmenhorster Ali Akkurt (am Ball). Foto: Rolf Tobis

Ein Knackpunkt war beim Stand von 77:88 dreieinhalb Minuten vor dem Ende auch ein technisches Foul und die folgende Disqualifikation gegen den bis dato guten Ali Akkurt (20 Punkte) nach einem eher harmlosen Vergehen. Der Guard fluchte danach in Dauerschleife gegen die Referees und war kaum mehr zu bändigen. Das Spiel konnte erst nach einer etwas längeren Unterbrechung fortgesetzt werden, weil Sillektis gleich zwei Mal die Tür zu dem in die Kabine abgewanderten und weiter wütenden Akkurt schließen musste.

Sillektis war zwar mit mehreren Entscheidungen der Schiedsrichter – die gleich sieben technische Fouls gegen Delmenhorst, aber keines gegen Bremen verhängten – , nicht zufrieden und diskutierte nach Abpfiff noch minutenlang mit den Referees. Sillektis sagte aber auch: „Wir haben nicht wegen den Schiedsrichtern verloren.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN