Volleyball-Oberliga Samstag der Befreiungsschläge für VG Delmenhorst-Stenum?

Von Frederik Böckmann und Daniel Niebuhr

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Marcel Marks (links) läuft mit der VG Delmenhorst-Stenum im richtungsweisenden Kellerduell beim TV Bremen-Walle auf. Foto: Rolf TobisMarcel Marks (links) läuft mit der VG Delmenhorst-Stenum im richtungsweisenden Kellerduell beim TV Bremen-Walle auf. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Damen und die Herren der VG Delmenhorst-Stenum kämpfen in der Volleyball-Oberliga zeitgleich gegen den Absturz.

In der Oberliga kann es schon mal vorkommen, dass man großen Namen der Szene begegnet, auch wenn die fünfte Volleyball-Liga vom Profigeschäft noch einige Welten entfernt ist. Die Frauen der VG Delmenhorst-Stenum dürfen sich am Samstag auf das Gastspiel bei einem Bundesliga-Club freuen, ab 15 Uhr stehen sie den Giesen Grizzlys gegenüber – allerdings natürlich nicht dem Männer-Erstligisten, sondern dem Frauen-Team, das in der Oberliga Letzter ist.

Um den Ausflug zu genießen, haben die Delmenhorsterinnen gerade aber zu viel mit sich selbst zu tun. Nicht nur ihnen, sondern der gesamten Volleyball-Gemeinschaft steht ein richtungsweisender Samstag bevor, der bei negativem Ausgang noch bittere Folgen haben könnte. Zeitgleich zu den Damen treten auch die Herren beim Schlusslicht an, in diesem Fall dem TV Bremen-Walle – beide VG-Teams würden bei einer Niederlage den Anschluss an das rettende Ufer in der Oberliga verlieren. Es wäre die ultimative Spaßbremse nach der überragenden Vorsaison mit Rang drei bei den Herren und dem Aufstieg der Damen.

„Lethargie und Verunsicherung“

Für das Frauenteam ist es schon die letzte Hinrundenpartie, die bisherigen vier Auswärtsspiele haben die Delmenhorsterinnen alle verloren. Trainer Kai Stöver hatte zuletzt Alarm geschlagen und „Chaos, Verunsicherung und Lethargie“ ausgemacht – und sein Team bei der Ehre gepackt: „Wir müssen nun anfangen zu kämpfen.“ Gegner Giesen hat in seinen bisherigen sieben Partien noch gar nicht gewonnen, doch Stöver warnt einmal mehr: „Wir können nicht irgendwo hinfahren und hoffen, dass uns der Gegner die Punkte einfach so überlässt.“ Das ursprüngliche und für einen Oberliga-Debütanten wahrlich ambitionierte Saisonziel von Platz fünf ist bereits passé: „In der Theorie halte ich uns für stark genug dafür. Aber jetzt geht es nur noch um den Klassenerhalt.“

Herren mit nur einem Sieg aus sieben Spielen

Für die Herren gilt etwas überraschend das gleiche. 2017 waren sie zur gleichen Zeit noch Zweiter, jetzt sind sie Vorletzter mit nur einem Sieg aus sieben Partien. Zu wenige gemeinsame Trainingseinheiten sind das Hauptproblem, das sich aber nicht so einfach lösen lässt. „Alle sind genervt davon“, berichtet Trainerin Susanne Schalk. Sie musste zuletzt auch einige Einzelgespräche führen, um den Spielern wieder das Selbstvertrauen der Vorsaison einzuimpfen. „Wir wollen auch im Training das Zusammenspiel fördern“, sagt sie.

Das Spiel am Bremer Panzenberg könnte die Lage verschlimmern – oder zum Befreiungsschlag werden. Bremen-Walle erlebt eine noch schwärzere Saison, ganze zwei Sätze hat der Aufsteiger bisher gewonnen. Die Frage ist, wer für wen zum Aufbaugegner wird.


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