Delmenhorster Ein-Team-Verein Adelheider TV ist die kleinste Fußball-Familie der Stadt

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Der Adelheider TV schickt nur eine Fußball-Mannschaft ins Rennen. Am Freitagabend gab es ein 4:2 über die Sportfreunde Wüsting II. Foto: Sebastian HankeDer Adelheider TV schickt nur eine Fußball-Mannschaft ins Rennen. Am Freitagabend gab es ein 4:2 über die Sportfreunde Wüsting II. Foto: Sebastian Hanke

Delmenhorst. Der Adelheider TV stellt als einziger Delmenhorster Fußball-Club nur ein Team. Die vor anderthalb Jahren neu gegründete Mannschaft fühlt sich im Turnverein wohl. Die Adelheider beißen sich als Nachrücker in der 3. Kreisklasse durch.

Natürlich gab es am Freitagabend wieder keine Bratwurst an der Adelheider Straße, zum Grillen war es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch ein wenig zu kalt. Auch das letzte Spiel des Jahres mussten die handgezählten 16 Anhänger des Adelheider TV also hungrig überstehen, Trainer Ulf Diekmann verkündete aber immerhin, „dass wir den Bratwurstverkauf für die kommende Saison wieder planen“.

Es war nicht die einzige gute Nachricht für die Freunde der kleinsten Fußball-Abteilung der Stadt. Die Adelheider, der einzige unter den zwölf Delmenhorster Clubs, der nur ein einziges Team ins Rennen schickt, gewannen gegen die Sportfreunde Wüstung II etwas überraschend nach 0:2-Pausenrückstand noch mit 4:2 und überwintern in der 3. Kreisklasse auf Rang acht – gar nicht schlecht für eine Mannschaft, die im Sommer als Elfter der 4. Kreisklasse nachgerückt ist.

„Aufstieg“ als Tabellenelfter

Es ist die zweite Saison für die Adelheider Mannschaft, die sich 2017 neu formiert hat, nachdem es zuvor im Stadtsüden keinen Fußball mehr gegeben hatte. Der 1907 gegründete ATV ist eigentlich ein Traditionsclub, der zwar nie zu den größten Abteilungen gehörte, aber dennoch beachtliche Erfolge feiern durfte. Anfang der 2000er Jahre marschierte der Verein von der 2. Kreisklasse bis in die Kreisliga durch. Als irgendwann die Spieler ausgingen, versuchte man es erst mit Spielgemeinschaften und kapitulierte 2016 endgültig.

Ein Jahr später kamen zehn Spieler und Trainer Diekmann vom TSV Ganderkesee. Dort hätten sie nicht mehr als Einheit in der dritten Mannschaft spielen können. Also belebte man Adelheide wieder. „Neun der zehn Spieler von damals sind noch da“, erklärt Diekmann.

Der Bonus der ersten Mannschaft

Seine Mannschaft ist zu einer echten Einheit geworden, die in der 4. Kreisklasse startete und nach der ersten Saison den Sprung in die 3. Kreisklasse wagte – trotz Platz elf und einer deutlich negativen Bilanz mit 16 Niederlagen in 28 Spielen. Doch den Schritt bereut niemand. „Unser Ziel ist es, das Projekt langfristig weiterzumachen. Wir wollen nicht in ein oder zwei Jahren schon wieder mit dem Fußball aufhören“, sagt Diekmann. „Wir hoffen, dass sich sogar noch mehr entwickelt. Wir wollen in der nächsten Saison aufsteigen.“

Was er und seine Spieler an Adelheide schätzen, liegt auf der Hand. Als erste Mannschaft darf das Team am Kreispokal teilnehmen – wo es bisher allerdings zwei deftige Erstrunden-Packungen gab. Außerdem ist die Teilnahme an der Futsal-Kreismeisterschaft ein Bonus – die Qualifikation steht am 9. Dezember in der alten Heimat in Ganderkesee an. Diekmann hob vor allem den Charme des Clubs hervor: „Die Bedingungen sind hervorragend. Wir müssen uns den Platz nicht mit anderen Mannschaften teilen. Das Flair hier ist besonders.“

Adelheider Flair

Das fällt erst recht bei einem Abendspiel auf. Der Rasen hat nach einer langen Hinrunde zwar, vorsichtig gesagt, ein paar Schönheitsflecken, dafür werden die Adelheider wohl von einigen Stadtrivalen um ihr tadellos funktionsfähiges Flutlicht beneidet. Die meisten Zuschauer sind Angehörige der Spieler und des Trainerteams. „Wir sind gerne hier, da alles so familiär und klein gehalten ist“, sagt eine Spielerfrau.

Die Partie, übrigens die letzte in dieser Liga 2018, war für die Tabelle durchaus relevant. Die Wüstinger sind noch im Aufstiegsrennen, Adelheide wollte sich auf einen einstelligen Platz verbessern, was durch je zwei Tore von Lukas Stoll und Jan-Niklas Busch auch gelang. „Wir wollen unseren Mittelfeldplatz halten. Und dann sehen wir weiter“, sagte Diekmann.


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