Fußball-Bezirksliga Die Bastelstube des VfL Stenum

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Der VfL Stenum um Maximilian Klatte kann auf Unterstützung aus der Jugend, der Reserve und dem Club der Ehemaligen bauen. Foto: Rolf TobisDer VfL Stenum um Maximilian Klatte kann auf Unterstützung aus der Jugend, der Reserve und dem Club der Ehemaligen bauen. Foto: Rolf Tobis

Stenum. Der Fußball-Bezirksligist VfL Stenum bekämpft seine personelle Pechsträhne mit Jugendlichen und Ruheständlern. Der ganze Club arbeitet zusammen, um die erste Mannschaft auf Kurs zu halten. Trainer Baake schwärmt vom Zusammenhalt im Kollektiv VfL.

Auch an diesem Wochenende wird beim VfL Stenum wieder großes Wiedersehen gefeiert. Zu den Spielen des Bezirksligisten reisten zuletzt regelmäßig in der Republik verstreute Fußball-Ruheständler an, um ihrem personell gebeutelten Ex-Club zu helfen; dieses Mal freuen sich die Stenumer auf Helge Petershagen. Der Mittelfeldspieler hatte vor anderthalb Jahren aufgehört und wohnt inzwischen in Köln, für das Duell mit Tabellenführer TuS Obenstrohe am Sonntagnachmittag (14 Uhr) hat sich der 21-Jährige aber rekrutieren lassen. Wenn der VfL ruft, überlegt man nicht zweimal. „Er hat gesagt, dass der Verein ihm viel gegeben hat. Er freut sich darauf, auf diese Weise Danke zu sagen“, erklärt Trainer Thomas Baake nicht ohne Rührung in der Stimme.

Neun Verletzte

Die Herrenmannschaft der Stenumer ist aktuell wohl noch mehr Gemeinschaftsprojekt als jeder andere Bezirksligist. Neun Verletzte tummeln sich auf Baakes Ausfallliste, um die bisher famose Saison mit Rang vier nach 14 Spielen nicht zu gefährden, muss der ganze Verein zusammenhalten. Die starken A-Jugendlichen springen ebenso in die Bresche wie Kreisklassenspieler aus der zweiten Mannschaft – und eben Ex-Spieler wie Petershagen und die am Sonntag ebenfalls eingeplanten Veteranen Kevin Gerlach und Rouven Heidemann. Beim VfL wird daraus ein Gesamtkunstwerk, das sich sehen lassen kann, auch wenn es zuletzt zwei knappe Niederlagen gab. „Da geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, wie jede Mannschaft der anderen hilft“, sagt Baake.

Schon 13 Torschützen

Die Stenumer Bastelstube hat schon jetzt 32 Spieler in der Bezirksliga eingesetzt, immerhin 13 davon haben bereits Tore beigesteuert. Allerdings nimmt Baake Rücksicht auf mögliche Domino-Effekte. Kein Spieler der zweiten Mannschaft hilft so oft aus, dass er festgespielt wäre und für die Reserve ausfällt, die etwas überraschend ernsthafte Ambitionen auf den Kreisliga-Aufstieg hegen darf. Die A-Jugend ist nach elf Spielen ungeschlagener Bezirksliga-Tabellenführer und hat durchaus Grünes Licht für den Landesliga-Aufstieg – um das Feld für die ebenfalls als Spitzenreiter grüßende B-Jugend zu bereiten. Wenn der Nachwuchs ein Gipfeltreffen hat, zieht Baake möglichst keinen A-Jugendlichen hoch. „Wir sehen nicht nur die Erste. Die Zweite und die Jugend sind mindestens genauso wichtig“, sagt Baake.

Dosiertes Training

Er führt deshalb Woche für Woche Gespräche und holt seine Elf zusammen, die zurzeit an jedem Sonntag anders aussieht. Dennoch ist Stenum besonders am eigenen Kirchweg ein unbequemer Gegner, leider ist das Heimspiel gegen Obenstrohe schon das letzte des Jahres. Danach wird es mit Auswärtspartien beim Heidmühler FC und dem FC Rastede nicht leichter. „Wir müssen uns bis Weihnachten durchkämpfen. Drei, vier Punkte sollten wir auf jeden Fall holen, um mit einer guten Ausgangsposition ins neue Jahr zu gehen“, sagt Baake. Der aktuelle vierte Rang würde am Saisonende immerhin die beste Platzierung seit elf Jahren bedeuten.

Um nicht noch mehr Probleme zu bekommen, hat der Coach auch die Einheiten innerhalb der Woche ein wenig entschärft. Bei weiteren Verletzte würden selbst die verfügbaren Exil-Stenumer aus dem Rest des Landes allmählich knapp werden. „Wir trainieren etwas dosierter“, erklärt Baake. „Etliche Spieler, die bei uns momentan in den Spielen dabei sind, trainieren ja ohnehin nicht mit, weil sie eigentlich gar nicht mehr im Kader sind.“ Der Trainer lobt auch seine Spieler für ihr Krisenmanagement: „Die Jungs gehen super damit um. Da gibt es keine Klagen.“ Im Gegenteil: Als sich das Kurzzeit-Comeback des Wahl-Kölners Petershagen abzeichnete, fürchtete keiner um seine Einsatzzeiten – stattdessen war die Begeisterung groß. „Die Alt-Stenumer, die uns helfen, sind großartige Menschen. Alle in der Vereinsfamilie freuen sich, sie mal wieder zu sehen“, sagt Baake.


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