Handball-Oberliga HSG Delmenhorst als Team gefordert, nicht als Einzelkämpfer

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Zwiegespräch: Auch die Delmenhorster Torhüter Mirko Lettmann (links) und Sönke Schröder müssen sich steigern. Foto: Rolf TobisIm Zwiegespräch: Auch die Delmenhorster Torhüter Mirko Lettmann (links) und Sönke Schröder müssen sich steigern. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die HSG Delmenhorst ist im Oberliga-Heimspiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz unter Zugzwang. Die Chancenverwertung muss effektiver werden, die Spieler müssen sich steigern: Doch Trainer Jörg Rademacher ist nach guten Trainingsleistungen mit breiterem Kader sehr zuversichtlich.

Zugegeben, die Einstiegsfrage beim Vorschaugespräch war schon etwas provokativ. Warum gewinnt die HSG Delmenhorst heute (19.15 Uhr) ihr Heimspiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz? Jörg Rademacher ist nie um eine schnelle und ausführliche Antwort verlegen – und der Delmenhorster Trainer beantwortet auch diese Frage knapp, aber unmissverständlich: „Weil wir uns dieses Mal für unsere Leistung belohnen werden. “

Nach der verdienten Niederlage bei der TSG Hatten-Sandkrug (24:28), der unglücklichen Pleite gegen den TV Bissendorf-Holte (26:29) und dem Spielausfall vergangene Woche gegen die SG Achim/Baden ist Delmenhorst (4:10 Punkte) als Drittletzter der Tabelle unter Zugzwang. Mit einem Sieg über den Achten Barnstorf/Diepholz (6:10) würde die Rademacher-Truppe gleichziehen. Deshalb macht der Coach auch unmissverständlich klar: „Wir müssen zwei Punkte holen. Sonst verlieren wir den Anschluss an das Mittelfeld. Das ist der Mannschaft bewusst.“

Torhüter-Trio mit wechselhaften Leistungen

Rademacher erwartet ein Duell auf Augenhöhe. Doch die Eindrücke der vergangenen Trainingseinheiten stimmen ihn zuversichtlich. Aus zwei Gründen: Erstens trainierte Delmenhorst fast überhaupt zum ersten Mal in dieser Saison vollzählig; nur Torwart Deni Prvonozac (Grippe) und Fino Oetken (verletzt) fehlten teilweise. Zweitens war richtig Zug in den Einheiten drin. „Das war gut“, sagt Rademacher.

Dass sich seine Mannschaft im Vergleich zu den letzten beiden Auftritten in allen Mannschaftsteilen steigern muss, daraus macht Jörg Rademacher keinen Hehl. Leistungsschwankungen zeigt unter anderem das Torhütertrio. Bei Routinier Mirko Lettmann ist die Form wechselhaft. Neuzugang Prvonozac hielt beim Coup gegen Drittliga-Absteiger VfL Fredenbeck überragend, „war danach aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt, weil ihm die Frische fehlt“, wie Rademacher festhielt. „Deni ist selber unzufrieden. Er braucht noch etwas Zeit, aber die geben wir ihm.“ Stabilisiert hat sich zuletzt dagegen Sönke Schröder. „Aktuell ist er unsere klare Nummer eins“, betont Rademacher.

Platzt der Knoten bei der Chancenverwertung

Auf dem Feld war zuletzt die Verwertung der Großchancen eines der größten Defizite. Besonders die Außen trafen fast gar nichts. Für Rademacher ist dies vornehmlich ein Kopfproblem. „Es ist ja nicht so, dass wir ängstlich Handball spielen und gar keine Möglichkeiten bekommen. Die Effektivität war eben nur nicht gut.“ Um die zu verbessern, hat Rademacher auch das Training ein wenig umgestellt und hofft, „dass der Knoten bei der Chancenverwertung nun platzt“.

Grundsätzlich hält der Trainer fest: „Wir haben auf jeder Position gute Spieler.“ Für das Heimspiel gibt er seiner Sieben zwei Marschrouten mit auf den Weg. „Die älteren Spieler sollen die jüngeren führen.“ Und: „Wir müssen uns als Team präsentieren, nicht als Einzelkämpfer.“

Bekannte Gesichter bei HSG Barnstorf/Diepholz

Diesbezüglich könnte die HSG Barnstorf/Diepholz auch als gutes Vorbild dienen. Denn der vom Wildeshauser Dag Rieken betreute Oberliga-Dauerbrenner hat sich nach seinem Stotterstart (ein Sieg in sechs Spielen) gefangen. Zuletzt feierte Barnstorf/Diepholz, das mit Jan Linné (bisher 63/13 Tore) den Toptorjäger der Liga stellt, Siege beim VfL Edewecht (29:26) und gegen den TSV Bremervörde (33:26) – und das trotz größter Personalprobleme.

Bei den Gästen werden heute auf jeden Fall Kamil Chylinski (Kreuzbandriss), Lars von Kamp (lädierter Fuß), Arunas Srederis (Studium in Litauen), Jakub Anuszewski (Klassenfahrt) und Torwart Frederik Hohnstedt (privat verhindert) fehlen. Fraglich ist auch der Einsatz des Wildeshauser Mittelmannes Piet Gerke (Rückenbeschwerden). Als zweiter Keeper sitzt bei Barnstorf Simon Schrinner auf der Bank. Schrinner und Kuba Anuszewski spielen mit Doppelspielrecht für die Oberliga-A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN