Die Herren der Pfeile VfL Stenum möchte Darts-Abteilung weiter ausbauen

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Volle Konzentration beim Wurf: Frank Lehmkuhl, Rene Busker und Michael Cordes (von vorne) visieren mit ihren Pfeilen aus einer Entfernung von 2,37 Metern die Dartscheibe an. Foto: Rolf TobisVolle Konzentration beim Wurf: Frank Lehmkuhl, Rene Busker und Michael Cordes (von vorne) visieren mit ihren Pfeilen aus einer Entfernung von 2,37 Metern die Dartscheibe an. Foto: Rolf Tobis

Stenum. Beim VfL Stenum wurde aus einer Bierlaune heraus im Frühjahr die erste Darts-Abteilung in der Region gegründet. Der Ehrgeiz ist bei den Spielern groß. Mittelfristig möchte der VfL auch am Ligabetrieb teilnehmen.

Es herrschte eine ekstatische Stimmung in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin, die Zuschauer waren zumeist verkleidet – doch die kleine Gruppe aus Stenum erkannte Sascha Bandermann von diversen Turnieren sofort wieder. „Ach, ihr schon wieder“, begrüßte der vor allem von Sport 1 bekannte TV-Moderator die Handvoll Männer aus dem Landkreis Oldenburg mit ihren äußerst auffälligen quietschbunten, schrecklich-schönen Anzügen und grünen Brillen. Bei der Premier League im Darts feuerten im vergangenen Februar an mehreren Tagen rund 12000 Fans die besten Spieler der Welt in der Hauptstadt an – und die Stenumer Clique war beim Spektakel mittendrin, statt nur dabei. Wieder einmal.

Egal ob in Berlin, Rotterdam und seit 2014 schon einige Male bei der Weltmeisterschaft in London: Die Stenumer Dartsfreunde fallen auf und fiebern mit, gaben in Berlin auch dem RBB ein kurzes Interview und haben mit einigen Spielern im Frühjahr unter dem Dach des VfL auch die erste Dartsabteilung in der Region gebildet. Doch wie kam es überhaupt dazu? „Aus einer Bierlaune bei einer Vatertagstour heraus“, erzählen Tobias Ihde und Frank Lehmkuhl beim Training am Montagabend im Vereinsheim am Kirchweg schmunzelnd.

Der Mix aus Geselligkeit und sportlichem Wettkampf

Der Präzisionssport, bei dem Dartspfeile im Abstand von 2,37 Metern auf eine Scheibe geworfen werden, hat vor allem in Großbritannien und den Niederlanden eine große Tradition. In Deutschland erwachte der Sport erst nach den TV-Übertragungen der WM um den Jahreswechsel aus dem Dornröschenschlaf.

Angefixt von dem zunehmenden Hype, flogen bei der Stenumer Clique erstmals bei Tobias Ihde die Pfeile, später fanden auf der Terrasse von Hergen Geerken die „1. Bookholzberg Open“ statt. Mittlerweile treffen sich die zwölf Freunde quartalsweise immer in verschiedenen Outfits zum Darts-Duell. „Wir freuen uns wie die kleinen Kinder darauf und spielen dann bis mitten in die Nacht. Wir sind dabei dann schon ziemlich ehrgeizig“, erzählt Ihde.

Nach dem zweiten WM-Besuch 2016 in London reifte schließlich der Entschluss, eine Darts-Abteilung beim VfL Stenum in Leben zu rufen. Die Gründung klappte schließlich im Frühjahr, „und jetzt hoffen wir, der Darts-Bewegung in Stenum noch mehr Aufwind zu verleihen“, sagt Ihde.

Denn bislang trifft sich meistens nur ein harter Kern zum wöchentlichen Training. „Uns fehlt es in der Breite“, räumt Frank Lehmkuhl ein. Dennoch verfolgt er ein ehrgeiziges Ziel: Er möchte kurz- bis mittelfristig mit dem VfL Stenum auch am Ligabetrieb teilnehmen.

Sieht einfach aus, ist es aber nicht: Beim Darts ist volle Konzentration beim Wurf gefragt. Foto: Rolf Tobis

„Franki“ Lehmkuhl ist Motor der Abteilung und ein begeisterter Werfer. Die drei Dartsscheiben der Abteilung baute er in Eigenregie. Täglich trainiert er nach der Arbeit mindestens 90 Minuten, um sein Wurfbild zu verfeinern. Die Mischung aus Geselligkeit und sportlichem Wettkampf machen für Lehmkuhl und Ihde den Reiz der Sportart aus.

Dazu kommt auch die beeindruckende Atmosphäre bei großen Turnieren und die von freundschaftlich-friedlicher Rivalität geprägte Stimmung zwischen den einzelnen Fans wie Engländern, Holländern und Deutschen – was vor allem für die WM im berühmt-berüchtigten Londoner „Ally Pally“ gilt. „Es ist schon witzig, wenn dort die Deutschen Fans Ballermann-Lieder anstimmen und die Engländern gar nicht wissen, worum es darin überhaupt geht“, lacht Ihde, der beim VfL für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Alles andere als ein Kneipensport

Über den vor allem früher geäußerten Vorwurf, Darts sei ein reiner Kneipensport, können Lehmkuhl und Ihde indes nur schmunzeln. Mal locker die optimalen 180 zu werfen – also mit drei Pfeilen hintereinander die Tripple-20 zu treffen –, sei alles andere als Routine. „Du musst die Konzentration schon über eine lange Zeit hochhalten“, sagt Lehmkuhl. Und, ganz wichtig: „Üben, üben, üben.“

Die Technik zu verfeinern, das Wurfbild zu verbessern, das brauche Monate, wenn nicht sogar Jahre. „Nur wer regelmäßig wirft, wird auch besser“, betont Lehmkuhl. Dabei gucken sich die Stenumer natürlich auch die Technik von ihren Lieblingsspielern wie Phil „The Power“ Taylor, Michael van Gerwen, Gary Anderson, Peter Wright oder Raymond van Barnefeld ab.

Im Dezember natürlich wieder nach London

Bis auf die abgetretene Legende Phil Taylor kämpfen die anderen vier Spitzenspieler wieder bei der Weltmeisterschaft ab Dezember in London um die WM-Krone. Tickets für die Veranstaltung im Norden der englischen Hauptstadt haben sich die Stenumer Dartsfreunde natürlich erneut gesichert. Und ebenso klar ist auch: Mit ihren Anzügen dürften sie Moderatoren wie Sascha Bandermann und Co. direkt wieder auffallen.


Jeden Montag können Interessierte ab 18.30 Uhr im Vereinsheim des VfL Stenum beim Training vorbeischauen. Mehr Informationen gibt es auch per E-Mail: franki@darts-in-stenum.de und unter https://www.facebook.com/darts.in.stenum/

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