Landesligisten suchen ihre Form Handball-Nachbarn auf historischer Talfahrt

Von Heinz Quahs und Daniel Niebuhr

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Alexander Kirchhof steigerte sich mit den Handballer der TS Hoykenkamp zuletzt, dennoch kommt der Landesligist in der Tabelle nicht vom Fleck. Foto: Rolf TobisAlexander Kirchhof steigerte sich mit den Handballer der TS Hoykenkamp zuletzt, dennoch kommt der Landesligist in der Tabelle nicht vom Fleck. Foto: Rolf Tobis

Hoykenkamp/Bookholzberg. Die TS Hoykenkamp und die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg stehen überraschend im Keller der Handball-Landesliga. Beiden Männerteams droht die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte. Die Verbandsliga-Absteiger senden aber ermutigende Zeichen.

Handball ist in Ganderkesee ohne Übertreibung Nationalsport, immerhin fünf Vereine in der 32.000-Einwohner-Gemeinde haben eigene Abteilungen. Die TS Hoykenkamp, die auf stolze 93 Jahre Handball zurückblickt, ist zusammen mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg bei den Männern das Aushängeschild – die beiden Nachbarn befinden sich aber gerade in einer historischen Krise. Beide galten nach dem Verbandsliga-Abstieg mindestens als Kandidaten für das obere Mittelfeld, beide stehen nun im Tabellenkeller und kämpfen erneut um den Klassenerhalt.

Die Hoykenkamper haben fünf von sieben Spielen verloren, zuletzt gab es ein 29:34 gegen Tabellenführer MTV Aurich, das aber zumindest ein wenig Hoffnung macht. Die Moral ist ohne Zweifel intakt, der Einsatz stimmte – doch Punkte gab es wieder keine. Die Turnerschaft steht so schlecht da wie selten in ihrer Geschichte: Ein neunter Platz in der Bezirksliga, die damals wie die heutige Landesliga sechstklassig war, war 1990/91 – vor 28 Jahren – die tiefste Endplatzierung. Hoykenkamp liegt aktuell auf Rang elf, was gerade noch zum Klassenerhalt reichen würde, die schlechteste Hallen-Saison aller Zeiten wäre es dennoch.

Hoykenkamp nun in Bohmte

Trainer Lutz Matthiesen macht seinem Team aber Mut in Zeiten des Umbruchs. Vor der Saison ging mit Deivas Eidukonis der zweitbeste Werfer zurück nach Litauen, Dauerbrenner Nico Skormachowitsch beendete seine eindrucksvolle Karriere, Tim Streckhardt und Bernd Spille gehören inzwischen mit der TSG Hatten-Sandkrug zu den Überraschungen der Oberliga. Dennoch fehlte den Hoykenkampern in vielen Spielen nicht viel. „Wenn die Mannschaft mit de richtigen Einstellung in die Partie geht, kann immer etwas möglich sein“, sagt Matthiesen, auch mit Blick auf die schwere Auswärtsaufgabe beim TV Bohmte am Samstag (19 Uhr). „Bohmte ist sehr heimstark“, sagt Matthiesen. Die Bohmter haben mit weniger als 24 Gegentoren im Schnitt die beste Deckung der Liga, doch der Hoykenkamper Coach erklärt kämpferisch: „Die Spielweise des Gegners liegt uns, da könnte etwas gehen.“

Jan-Niklas Ordemann kämpft mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gegen den zweiten Abstieg in Folge. Foto: Rolf Tobis

Acht Kilometer weiter westlich sieht die Lage nicht besser aus. Hoykenkamps ewiger Rivale Grüppenbühren/Bookholzberg hat durch das jüngste 25:25 gegen den TV Dinklage zwar die direkten Abstiegsplätze verlassen, ein Sieg aus acht Spielen und Platz zwölf sind aber nicht das, was Trainer Andreas Müller sich vorstellt. Bislang hat das Team die Abgänge des Veteranen-Trios Stefan Buß, Werner Dörgeloh und Marcel Behrens noch nicht weggesteckt. Unfreiwilliger Spitzenreiter ist man nur in einer Disziplin: 38 Zeitstrafen sind die meisten in der Landesliga.

Grüppenbühren/Bookholzberg droht Negativrekord

Doch wie Kollege Matthiesen versprüht auch Müller Optimismus. „Es stimmt es mich sehr positiv, wie das Team in den Trainingseinheiten mitarbeitet“, sagt der Coach der HSG. Am Samstag empfängt Grüppenbühren ab 19.15 Uhr den Tabellenzweiten Wilhelmshavener SSV und will eine neue Heimserie starten. Die einstige Festung Ammerweg bröckelte zuletzt, aus vier Partien auf eigenem Parkett gab es nur einen Sieg. „Der Punkt gegen Dinklage hat der Mannschaft gutgetan, doch jetzt müssen wir unbedingt nachlege und uns selbst mit zwei Punkten belohnen“, sagt Müller, dessen Team trotzdem ein Negativrekord in der HSG-Historie droht. Seit Gründung der Spielgemeinschaft vor etwas mehr als 15 Jahren war man nie schlechter als Sechster in der Landesliga, bis dahin beträgt der Rückstand momentan schon fünf Punkte.


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