Fussball-Bezirksliga SV Tur Abdin Delmenhorst besiegt GVO Oldenburg mit 4:2

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Das 1:0 für den SV Tur Abdin: Simon Matta (liegend) krönte eine Traumkombination der Delmenhorster. Der Bezirksligist gewann sein Heimspiel gegen GVO Oldenburg schließlich mit 4:2. Foto: Rolf TobisDas 1:0 für den SV Tur Abdin: Simon Matta (liegend) krönte eine Traumkombination der Delmenhorster. Der Bezirksligist gewann sein Heimspiel gegen GVO Oldenburg schließlich mit 4:2. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin Delmenhorst hat gegen GVO Oldenburg einen 4:2-Arbeitssieg gefeiert, der wunderbar anzusehen war. Beiden Mannschaften gelangen Traumtore.

Bewölkte sieben Grad sind unbestritten kein T-Shirt-Wetter, dennoch waren einige beim SV Tur Abdin am Sonntag bei der Spielkleidung noch auf Sommer eingestellt. Immerhin vier Spieler aus der Startelf liefen gegen GVO Oldenburg kurzärmelig durch die Kälte; vielleicht ein kämpferisches Symbol in Zeiten, durch die sich die Aramäer ein wenig quälen müssen.

Kurioses viertes Tor für Delmenhorst

Weil selbst die Quälerei bei den technisch versierten Delmenhorstern noch gut aussieht, bot das 4:2 (1:1) gegen die Oldenburger auch mehr Spektakel, als das Mittelfeldduell vermuten ließ. Es gab Traumtore, haufenweise Chancen und kuriose Szenen, die verrückteste war eindeutig das letzte Tor unmittelbar vor dem Schlusspfiff. Tur Abdins Dennis Thüroff war der aufgerückten GVO-Abwehr weit enteilt, spitzelte den Ball an Torwart Julian Eilers vorbei und trabte aus 20 Metern allein auf das leere Tor zu. Und doch wurde es nicht sein erstes Saisontor, weil er im Strafraum stolperte und der mitgelaufene Teamkollege Simon Matta den kullernden Ball einschieben musste – wobei er auch noch mit dem Schienbein an den Pfosten prallte. „Ich hätte es Dennis gegönnt. Aber erstmal ist mir alles egal, Hauptsache wir haben mal wieder gewonnen“, sagte Trainer Christian Kaya, der zugab, „dass wir teilweise gepennt haben ohne Ende.“

Zumindest ist seine Mannschaft als Achter seit gestern wieder auf einem einstelligen Platz in der Fußball-Bezirksliga, wobei die Entwicklung der Tabellenstände bei all den Aufs und Abs aussieht wie der Querschnitt einer Bergetappe bei der Tour de France. „Das wird noch besser werden. Die Ergebnisse werden konstanter werden“, verspricht Kaya, „dazu haben wir viel zu gute Fußballer.“

Die sich aber manchmal etwas zu schade sind für die Defensivarbeit und deshalb in der zweiten Halbzeit einen Rückstand aufholen mussten. Matta schoss zunächst nach einem wunderbaren Spielzug das 1:0 in der fünften Minute, Andre Geiken antwortete für Oldenburg sechs Minuten später mit einem herrlichen Fallrückzieher. So viel Kunst brauchten die Gäste für ihre Führung in der 47. Minute nicht, ein langer Ball auf den kaltschnäuzigen Ex-Wardenburger Patrick Janzen reichte. „Wir geben die Tore zu einfach ab. Die Rückwärtsbewegung stimmte überhaupt nicht“, ärgerte sich Kaya. „Da bleiben vier Leute vorne stehen und hoffen, dass der liebe Gott ihnen den Ball gibt, damit sie losstürmen können. Aber so funktioniert Fußball nicht.“

Abdins Dauerläufer Ali Hazimeh ragt heraus

Umso stärker war die Antwort. Der überagende Dauerläufer Ali Hazimeh jagte die Kugel aus 22 Metern zum 2:2 in den Winkel und fiel danach Coach Kaya in die Arme, drei Minuten später legte er Matta den Ball auf, den ihn per Flugkopfball zum 3:2 in die lange Ecke drückte. In der 80. Minute stand dann GVO zweimal vor dem Ausgleich, doch Lasse Dworczak schoss freistehend einmal vorbei und scheiterte im zweiten Versuch an Abdins Schlussmann Jens Dekarski.

Nach all der Fußball-Kunst gönnten die Delmenhorster den 100 Zuschauern beim vierten Tor noch etwas Slapstick. Mit schon neun Treffern ist Simon Matta ein Anwärter auf die Torjägerkanone, auch wenn er gestern erst einmal sein Schienbein verarzten musste.


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