Handball Hude/Falkenburg erst ohne Chance, dann mit starker Moral

Von Richard Schmid und Frederik Böckmann

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Die Lücke im Spiel bei Werder II gefunden: Mareike Zetzmann war mit sieben Treffern einmal mehr beste Werferin für die HSG Hude/Falkenburg. Foto: Richard SchmidDie Lücke im Spiel bei Werder II gefunden: Mareike Zetzmann war mit sieben Treffern einmal mehr beste Werferin für die HSG Hude/Falkenburg. Foto: Richard Schmid

Hude/Falkenburg. Zwei Pflichtspiele innerhalb von 44 Stunden, das zehrte bei den Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg an den Kräften. Die hohe Fehlerquote bei HSG Hude/Falkenburg bestrafte allerdings nur Werder II in der Oberliga.

Das hatten sich die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg sicher ganz anders vorgestellt. Nach der überragenden Oberliga-Partie gegen Drittliga-Absteiger SFN Vechta (24:19) setzte es am Freitagband beim neuen Tabellenführer SV Werder Bremen II eine deutliche Klatsche. Mit 18:29 (9:15) verloren die Schützlinge von Dean Schmidt relativ deutlich. Immerhin schloss die HSG Hude/Falkenburg das Wochenende mit dem 26:22 (10:10)-Pokalsieg über den Liga-Konkurrenten Wilhelmshavener SSV noch versöhnlich ab.

Die vor allem in der Höhe deutliche Niederlage in Bremen sorgte für Frust bei Trainer Dean Schmidt. „Eigentlich hätten wir uns das Training am Donnerstag sparen können. Was Werder heute sehr gut umgesetzt hat, haben wir alles im Training durchgespielt. Das hat leider nicht so ganz gefruchtet“, sagte ein sichtlich konsternierter HSG-Coach nach der ersten Auswärtsniederlage der Saison.

Gegen Werder II nicht aufmerksam genug

Allerdings sei die Vorbereitung auf dieses Spiel auch erheblich beeinträchtigt gewesen, meinte Schmidt. Weil die Hallen in Hude und Ganderkesee nicht zur Verfügung standen, konnte die HSG nur eingeschränkt trainieren. Außerdem fielen wegen Urlaub, Krankheit und Verletzungen einige wichtige Spielerinnen aus. „Uns fehlte vielleicht dadurch die notwendige Aufmerksamkeit“, glaubte Schmidt.

Werder II legte in eigener Halle gleich los wie die Feuerwehr. Nach acht Minuten führten die Bremerinnen bereits mit 6:1. Werder II spielte seine Angriff klug aus, Hudes Abwehr fand nicht nur in der Anfangsphase darauf keine Antwort.

Keine Gegenspielerin in Sicht: Saskia Petersen (am Ball) wird von zwei Bremerinnen unter Druck gesetzt. Foto: Richard Schmid

Auch im Angriff scheiterte die Schmidt-Sieben ein ums andere Mal an der quirligen undurchdringlichen 6:0-Abwehr der Gastgeberinnen. Kam dann doch mal ein Wurf auf das Tor, wurde er eine sichere Beute der aufmerksamen Torfrau Larissa Gärdes, die aus Hude kommt und bei HSG-Trainer Schmidt ein Jugend-Fördertraining absolviert.

Mit einer Auszeit versuchte der Coach, sein Team neu einzustellen. Zunächst auch mit einigem Erfolg. Denn seine Sieben kämpfte sich bis zur 19. Minute bis auf 7:8 heran, um jedoch nur wenige Minuten später erneut deutlich ins Hintertreffen zu geraten. Mit 9:15 ging es in die Pause.

Ashley Butler feiert Comeback

Auch danach änderte sich wenig. Werder stand sicher in der Abwehr, wobei es Hude den Gastgeberinnen ein ums andere Mal durch eine sehr hohe Fehlwurfquote auch sehr leicht machte. „Wir hatten da und dort einige gute Ansätze, aber diese leider nicht gut zu Ende gespielt. Das war viel zu berechenbar“, analysierte Schmidt das Spiel seines Teams. Hinzu kam, dass Bremens Zweitliga erfahrene Torfrau Meike Anschütz viele Chancen der Gäste zunichte machte. Über 26:15 (50.) siegte Werder Bremen II schließlich sicher.

An den zahlreichen Fehlwürfen konnte schließlich auch Ashley Butler, die nach langer Verletzungspause in der zweiten Hälfte ihr Comeback feierte, nichts ändern. „Eigentlich wäre mein erstes Spiel erst in drei Wochen vorgesehen, aber gegen meinen alten Heimverein wollte ich unbedingt spielen“, sagte die Außen, die trotz der Niederlage vor allem mit ihrer Abwehrleistung zufrieden war.

Schlechte Chancenverwertung im Pokal

Im zweiten Pflichtspiel binnen 44 Stunden gegen Wilhelmshaven kroch Hude/Falkenburg dann personell vollends auf dem Zahnfleisch. Ab Mitte der zweiten Halbzeit hatte die HSG auf Grund von Verletzungen und Blessuren keine Wechselmöglichkeiten mehr. Mit einem Kraftakt ab Mitte der zweiten Hälfte machte Hude/Falkenburg dann aus einem 13:17 (38.)-Rückstand eine 23:20 (56.)-Führung und zog so in die dritte Pokalrunde ein, die zum Unmut der Spielgemeinschaft am 23. Dezember stattfindet.

Hude/Falkenburg und Wilhelmshaven lieferten sich ein Duell, „das kein Oberliga-Niveau besaß“, wie Schmidt einräumte. Die Gastgeberinnen hatten eine laut Schmidt „unterirdische Chancenverwertung“, vor allem bei den Gegenstößen. Dank einer ordentlichen Abwehrleistung blieb die HSG Hude/Falkenburg aber im Spiel und drehte das Match in der Schlussphase. „Es ist gut, dass wir jetzt erst einmal zwei Wochen Pause haben“, atmete Schmidt durch.


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