Wegen Platzsperre im Stadion Leichtathleten fürchten um ihre Veranstaltungen

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Aus den Linien im Delmenhorster Stadion sind kleine Gräben geworden, ab Mai 2019 sollen die Schäden behoben werden. Foto: Rolf TobisAus den Linien im Delmenhorster Stadion sind kleine Gräben geworden, ab Mai 2019 sollen die Schäden behoben werden. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Wegen der Sperrung des Stadionrasens ab Mai fürchten die Delmenhorster Leichtathleten um ihre Veranstaltungen. Die Stadt beschwichtigt, Fragen aber bleiben.

Am Wochenende muss der Rasen im Delmenhorster Stadion mal wieder ganz stark sein – es steht die übliche Doppelschicht an. Am Samstag ab 16 Uhr werden zum Heimspiel des SV Atlas gegen den MTV Gifhorn 22 Oberliga-Fußballer das Grün traktieren, am Sonntag ab 13 Uhr werden es ebenso viele Regionalliga-Fußballerinnen sein, wenn der TV Jahn den FC St. Pauli empfängt.

Sie alle werden vielleicht die weißen Linien, über die gerade so viel gesprochen wird, gelegentlich betrachten – beziehungsweise das, was von den Linien übrig ist. Nach einem unbefugten Chemie-Einsatz im Sommer sind aus den Markierungen ja eher kleine Gräben geworden. Bis zum 26. Mai 2019, dem letzten Heimspiel des SV Tur Abdin, soll trotzdem gespielt werden, danach wird der Rasen länger als sonst, nämlich bis mindestens Ende Juli gesperrt und restauriert – „in dem Umfang, wie es dann notwendig ist“, sagt Fachbereichsleiter Hero Mennebäck der Stadt zufolge.

Fußballer mit wenigen Einschränkungen

Was die Fußballer zufriedenstellt – der Hauptplatz fällt im Sperrzeitraum nur für Testspiele aus – kann für die Leichtathleten zum Problem werden. Vier der acht vom Leichtathletik-Kreis geplanten Veranstaltungen sind durch die Sperrung gefährdet, was den Kreis-Vorstand mehr als nur nachdenklich stimmt. „Ende Mai beginnt die Freiluftsaison der Leichtathleten gerade richtig. Wenn man uns dann quasi das Stadion wegnimmt, schadet man nicht nur den Leichtathleten, sondern dem ganzen Sport“, sagt Richard Schmid, der die Leichtathletik-Abteilung des Delmenhorster TV leitet, und im Vorstand des Leichtathletik-Kreises und des Stadtsportbundes sitzt.

Dass die jüngste Stadion-Begehung ohne den SSB stattfand, sei „nicht akzeptabel. Der SSB vertritt alle in Delmenhorst ansässigen Sportvereine und hätte bei der Beratung über die Sperrung mindestens hinzugezogen werden müssen.“ Was die Stadt anders sieht: „In der gemeinsamen Runde ging es lediglich um die weitere Nutzung des Hauptplatzes durch die Fußballer in dieser Saison im Zeitraum Oktober bis Mai.“

Leichtathleten schon im Sommer mit Verlusten

Und überhaupt: „Diese Platzpflege erfolgt jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt.“ Leichtathletik-Veranstaltungen abzusagen sei „überhaupt nicht vorgesehen, sonst hätten wir die Leichtathleten auch rechtzeitig informiert“.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht, sagt Schmid. „Es ist noch gar nicht sicher, dass die Laufbahn im genannten Zeitraum genutzt werden kann. Zudem ist möglicherweise zu befürchten, dass Geräte und entsprechende Fahrzeuge die Laufbahn blockieren, je nachdem wie umfassend die Sanierungsarbeiten ausfallen.“ Über die weiß die Stadt momentan verständlicherweise auch noch nicht viel. Wie umfangreich die Renovierung ausfällt, „das kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner sagen“, heißt es.

Niedersachsenpokalfinale wäre möglich

Die Alarmglocken schrillen bei den Delmenhorster Leichtathleten vor allem wegen der Erfahrungen aus dem Sommer. Durch die Sperrung fielen zwei Sportfeste aus, womit 1700 Euro Einnahmen fehlen – fast ein Drittel des Jahresetats, wie Schmid erklärt. Rechtliche Schritte sind bereits eingeleitet, doch genau wie die Stadt weiß auch beim Leichtathletik-Kreis niemand, wer nun haften soll. „Wenn denn im kommenden Jahr die Sportfeste ausfallen müssen, stellt sich die Frage: Wer ersetzt uns diesen Verlust?“, sagt Schmid. „Es steht zudem zu befürchten, dass auch das Training des DTV deutlich eingeschränkt werden muss.“

Weitere Events stehen auf der Kippe. Stadtsportbund und der Kreissportbund Oldenburg-Land richten am 4./5. Juni oder vom 13. bis zum 15. Juni eine Sportabzeichen-Challenge für Grundschüler aus, die Stadt hatte grünes Licht dafür gegeben. „Dafür wird das gesamte Stadion benötigt. Nach dem jetzt angekündigten Beschluss ist dieses Sportfest ernsthaft gefährdet“, sagt Schmid.

Die Fußballer muss das nicht umtreiben; der Spielbetrieb für diese Saison ist gesichert, so lange keine akuten Schäden dazukommen. Um den Rasen zu schonen, werden im Winter auf dem Hauptplatz keine Testspiele stattfinden, die gab es dort im vergangenen Winter aber auch schon nicht. Auch dass die Sommertestspiele nicht im Stadion stattfinden können, werden alle Clubs verschmerzen können. Dafür wäre ein Niedersachsenpokalfinale für Atlas in Delmenhorst möglich, der Termin fällt auf den 21. Mai und damit noch vor die Sperrung.


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