Fussball-Kreisliga TuS Heidkrug gewinnt Torfestival in Huntlosen

Von Andreas Bahlmann

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Setzte sich durch: Der TSV Großenkneten um den Doppeltorschützen Mattis Asche (links) gewann bei Lars Goretzki und seinen Teamkollegen vom TSV Ganderkesee mit 4:1. Foto: Rolf TobisSetzte sich durch: Der TSV Großenkneten um den Doppeltorschützen Mattis Asche (links) gewann bei Lars Goretzki und seinen Teamkollegen vom TSV Ganderkesee mit 4:1. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Kreisliga-Fußballer des TuS Heidkrug haben sich in einem Torfestival beim FC Huntlosen durchgesetzt. Der Tabellenzweite feierte, nachdem er schon mit 1:3 und 2:4 zurückgelegen hatte, einen 5:4-Erfolg.

Die Spitzenteams der Fußball-Kreisliga haben sich am Wochenende keine Blöße gegeben. Der Tabellenführer TSV Großenkneten und sein Verfolger TuS Heidkrug feierten Auswärtssiege.

Delmenhorster TB - VfR Wardenburg 3:5. Der DTB hatte am Sonntag schon beide Hände am ersten Erfolg der Saison 2018/19, ließ ihn aber noch entgleiten. „Wir spielen die erste Halbzeit gut, müssen eigentlich vorzeitig den Sieg klar machen, kriegen aber noch vor der Pause den Ausgleich und verlieren das Spiel nach hinten raus. So ist das bei uns leider im Moment“, haderte DTB-Trainer André Tiedemann, dessen Team nach 34 Minuten mit 3:1 vorn gelegen hatte. Trotzig schob der Coach nach: „Am Dienstag gegen Ganderkesee gewinnen wir.“

Der DTB, der seine vier Punkte mit Unentschieden holte, überzeugte über weite Strecken der ersten Halbzeit mit einfachem, klar strukturiertem Fußball. Hendrik Hemken erzielte das verdiente 1:0 (18.). Die Gäste bekamen keinen richtigen Zugriff auf das Spiel, hatten aber Glück, als Tunde John Ashogbon im eigenen Strafraum der Ball aus nächster Nähe an die Hand geschossen wurde und der Unparteiische auf Handelfmeter für den VfR entschied. Kilian Schrinner ließ sich diese Chance nicht entgehen (21.). Der DTB zeigte sich nicht geschockt und zog durch zwei Tore von Sinan Yorgancioglu (23., 34.) davon. Die Heimmannschaft vergab aber weitere hochkarätige Chancen – und damit die Entscheidung. Das sollte sich bitter rächen. Nach Unkonzentriertheiten in der DTB-Defensive bewiesen die Wardenburger vor dem gegnerischen Tor große Kaltschnäuzigkeit. Tim Conring und Sebastian Vogelsang glichen noch vor der Pause, mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 120 Sekunden, zum 3:3 (42., 44.) aus. Der DTB ließ sich in der zweiten Halbzeit das Spiel vom nun starken VfR aus der Hand nehmen, auch wenn er auch noch Möglichkeiten besaß. Ein erneuter 120-Sekunden-Doppelschlag von Kolja Schrinner (76.) und Vogelsang (78.) entschied die Partie. VfR-Trainer Sören Heeren räumte ein: „Wenn der DTB in der ersten Halbzeit das 4:1 macht, dann sind wir mausetot. Wir hatten einfach das glückliche Momentum auf unserer Seite.“

FC Huntlosen - TuS Heidkrug 4:5. Am Samstagnachmittag war auf dem Platz an der Bahnhofstraße eine Menge los. „Ein verrücktes Spiel“, fand TuS-Trainer Selim Karaca. Es hätte, zumindest aus Trainersicht, auf beiden Seiten zu viele Torchancen geben. „Doch letzten Endes zählt nur der Sieg – und den haben wir uns verdient“, lobte er die Moral seiner Mannschaft, die mit 1:3 und 2:4 zurückgelegen hatte.

Beide Mannschaften waren mehr am Toreschießen als am Toreverhindern interessiert, so entwickelte sich eine unterhaltsame Partie. Huntlosen erwischte den besseren Start. Lyroy Schallock erzielte in der 5. Minute das 1:0. Alexander Rautenhaus glich zwar aus (10.), aber die Heidkruger taten sich gegen den sperrigen Gegner und auf dem ungewohnten Kunstrasen schwer. Der FCH blieb spielbestimmend. Leon Fenslage erzielte das 2:1 (16.). Erst nach Schallocks zweitem Tor zum 3:1 (34.) fanden die Heidkruger besser ins Spiel. Das dann aber mit Nachdruck: Nils Giza verkürzte nur zwei Minuten später auf 2:3. Danach ließ der TuS gegen den starken FCH-Torwart Niko Eilks klare Chancen aus. Das schien sich zu rächen, denn Dennis Jielg brachte die Gastgeber wieder mit zwei Toren in Führung (68.). Doch die Heidkruger steckten nicht auf. Innerhalb von ganz kurzer Zeit brachten Waldemar But (70.) und Lennard Stöver (72.) das Team endgültig zurück.

Nach einem Foulspiel an TuS-Spieler Rautenhaus an der Huntloser Strafraumgrenze überhitzten sich die Gemüter. Die Streithähne Rautenhaus (77., Beleidigung) und der Huntloser Nils Heimann (78., Tätlichkeit) flogen vom Platz, Karaca wurde wegen seiner Proteste ebenfalls des Feldes verwiesen.

Der TuS drückte weiter, Außenverteidiger Dion-Jaak Ohlsen belohnte seinen hohen läuferischen Aufwand mit dem 5:4 (82.). Angesichts des insgesamt guten, abwechslungsreichen Spiels hielt sich bei Huntlosens Trainer Maik Seeger der Frust über die Niederlage in überschaubaren Grenzen. „Wir haben den Tabellenzweiten ziemlich lange geärgert“, sagte er, „aber es hat am Ende leider nicht ganz gereicht. Wir hätten das aber eigentlich nach Hause bringen müssen.“

TSV Ganderkesee - TSV Großenkneten 1:4. Nach zuletzt überzeugenden Leistungen und vier Punktspielerfolgen in Serie erwischten die Ganderkeseer im Heimspiel gegen den Tabellenersten vor gut hundert Zuschauern einen schwächeren Tag. Ihre einzige zwingende Torchance hatte Benny Latwesen, der sie in der elften Minute alleine vor Gästekeeper Sönke Bleydorn vergab. „Wir haben uns diese Niederlage größtenteils selbst zuzuschreiben. Wir trafen zu oft die falschen Entscheidungen und hatten einfach zu viele Fehlpässe. Großenkneten hat das gegen uns gut gemacht und verdient gewonnen“, erklärte der Ganderkeseer Trainer Stephan Schüttel.

Mit sehr kompromissloser Zweikampfführung, einem klar strukturierten Spielaufbau und einer großen Portion Siegeswillen beeindruckte die Mannschaft aus Großenkneten das Heimteam. Die Ganderkeseer haderten mit fortschreitender Spieldauer immer mehr mit sich selbst und einigen Schiedsrichterentscheidungen. Sie verloren so zusehends die Konzentration und den Zugriff aufs Spielgeschehen. Die Gäste hatten nicht viele Torchancen, münzten dies aber mit hoher Effektivität in Tore um – oder hatten auch einfach mal Glück. Nachdem Ganderkesee einen Angriff schlecht verteidigt hatte, war Mattis Asche zur Stelle und vollendete eine Flanke zum 1:0 (36.). In der 49. Minute sprang der Ball vor Asche auf. Er hielt aus fast 30 Metern drauf. Sein Sonntagsschuss passte genau zum 2:0 in den Torwinkel. Sven Peters erhöhte auf 3:0 (78.).

Mit einem von Fabian Mucker direkt verwandelten Freistoß aus halblinker Position kamen die Gastgeber zum 1:3 (86.). Der Gast blieb aber bis zum Spielabpfiff aufmerksam. Finn Kämper, der in der Nachspielzeit noch einmal entschlossen nachsetzte, erzielte den Endstand (90.+2). Der Großenkneter Coach Kai Pankow war zufrieden: „Vor dem Spiel hatte ich einige Bedenken, weil mein Stammkeeper Sven Neuefeind verletzungsbedingt ausfiel, aber die Jungs haben das gut gemacht. Wir standen sicher in der Abwehr und haben insgesamt sehr wenig zugelassen.“


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