Handball-Oberliga Männer HSG Delmenhorst verliert Heimspiel gegen SV Beckdorf

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Entwischten ihren Gegenspielern zu selten: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um Niclas Schanthöfer (Mitte). Sie kassierten gegen den SV Beckdorf eine 25:29-Heimniederlage. Foto: Rolf TobisEntwischten ihren Gegenspielern zu selten: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um Niclas Schanthöfer (Mitte). Sie kassierten gegen den SV Beckdorf eine 25:29-Heimniederlage. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst mussten gegen den SV Beckdorf eine 25:29-Niederlage hinnehmen. Sie leisteten sich im Angriff zu viele Fehler.

Jörg Rademachers Fazit fiel bitter aus. „In meinen Augen hätten wir noch zwei Stunden weiterspielen können und hätten nicht gewonnen“, sagte der Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst nach dem Heimspiel gegen den SV Beckdorf. Vor 320 Zuschauern hatte seine Mannschaft nie in Führung gelegen, nur dreimal war auf der Anzeigetafel ein Remis zu sehen. Und so feierten die Gäste nach dem Schlusspfiff völlig verdient einen 29:25 (17:12)-Auswärtssieg, der ihnen am dritten Spieltag die ersten Pluspunkte eingebracht hatte. „Wir haben ein paar Phasen gehabt, in denen wir im Angriff noch souveräner spielen müssen“, fand SVB-Trainer Steffen Aevermann. „In diesen haben wir überhastet agiert, doch das muss man unserer jungen Mannschaft mal zugestehen. Das Wichtigste ist, dass sie diesen Erfolg eingefahren hat.“

HSG kommt nur langsam auf Touren

Der SVB erwischte die Delmenhorster in der Anfangsphase auf dem falschen Fuß. Mit einer beweglichen 3-2-1-Abwehr nahm der SVB den Angriffen der Gastgeber die Wirkung. Genauso schwungvoll traten die Beckdorfer in der Offensive auf. In der zwölften Minute traf Tobias Hesslein per Tempogegenstoß zum 7:4.

Rademacher nahm eine Auszeit. „Beckdorf hat genau die Sachen gemacht, die wir kurz zuvor in der Kabine noch angekündigt hatten“, erklärte er später. „Das ärgert mich.“ Die zweite Warnung kam zunächst an. Dominik Ludwig schloss einen 3:0-Lauf zum 7:7 ab (14.). Wenig später traf er vom Kreis zum 8:8 (15.).

„Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass für uns mehr möglich gewesen wäre“, erklärte Rademacher. „Dazu müssen wir unsere Sachen aber konsequent auf den Punkt spielen. Das haben wir nicht geschafft.“ In der Tat lag das größte Problem der HSG in der Offensive. Die Trefferquote war gegen die, zugegeben sehr starken, SVB-Torwarte Tim Fieritz und Marcus Belizaire (ab 50.) schlecht. Dazu kamen einige technische Fehler. Dass die HSG eigentlich die Mittel hat, gegen Beckdorf zu punkten, zeigte sie dann auch nur noch einmal nachdrücklich. Nach dem 8:8 geriet sie mit 9:12 in Rückstand (19.) – und machte diesen schnell wieder wett. Frederic Oetken verwandelte einen Siebenmeter zum 12:12 (23.). In diesen Phasen funktionierte die 6:0-Abwehr, dazu half Torwart Deni Prvonozac, der einige schwere Würfe parierte. Die HSG schien auf dem Weg, die Partie in ihre Richtung zu biegen.

HSG fängt sich fünf Gegentore in sechs Minuten ein

Schien. Aevermann nahm eine Auszeit und brachte das HSG-Team offensichtlich völlig aus dem Rhythmus. In den sechs Minuten und 15 Sekunden bis zum Pausenpfiff warf es keinen Treffer mehr, weil es im Angriff überhastet abschloss. Das rächte sich mit fünf Gegentoren zum 12:17-Pausenstand, die die Partie wohl auch entschieden. Das Selbstbewusstsein der SVB-Spieler war wieder riesengroß geworden, das der HSG-Akteure mächtig geschrumpft.

Beckdorf agierte in der zweiten Halbzeit fast 20 Minuten lang im Angriff mit sieben Feldspielern. Mit den von Michael-Leon Williams, der auch noch sechs Tore warf, geschickt dirigierten Spielzügen konterte der Gast jeden Treffer der HSG. Nach einem Siebenmetertor von Hesslein führte der SVB mit 24:18 (43.).

In Jörn Janßen war es ein Akteur, der nach einer Verletzungspause gerade in die HSG-Mannschaft zurückgekehrt war, der für ein Fünkchen Hoffnung bei deren Fans sorgte. „Es war gar nicht geplant, dass er so lange auf dem Feld steht“, verriet Rademacher und lobte: „Er hat eine super Leistung geboten.“ Unterstützt von den Paraden von Torhüter Mirko Lettmann, der zur zweiten Halbzeit zwischen die Pfosten gekommen war, führte Janßen die HSG bis auf 22:24 (50.) heran. Mehr gelang nicht, weil sich Beckdorf wieder fing und die Gastgeber, die zweimal die Chance vergeben hatten, ins leere Tor zu werfen, das höhere Niveau nicht halten konnten.

Tim Coors verletzt ausgewechselt

„Die Führungsspieler haben zu früh den Kopf runter genommen“, kritisierte Rademacher. Einen von ihnen musste er schon Mitte der ersten Halbzeit auswechseln. Tim Coors war angeschlagen in die Partie gegangen, da er in der Vorwoche beim ATSV Habenhausen (21:28) einen Schlag auf die Rippe bekommen hatte, erklärte der HSG-Trainer: „Es ging nicht mehr.“ In der zweiten Halbzeit verletzte sich zudem Linksaußen Niclas Schanthöfer am Fuß.

Die Leistung sei auch ein Resultat der großen Verletzungssorgen, die die HSG seit Saisonbeginn plagen. Sie erschweren die Vorbereitung, erklärte Rademacher. Er verhehlte dennoch nicht, dass er mehr von seinen Spielern erwartet. „Das ist nicht mehr Verbandsliga, in Oberliga muss jeder eine Schippe draufpacken. Fehler werden sofort bestraft“, sagte er und fügte eine Hoffnung hinzu: „Jetzt sollte jeder gemerkt haben, dass ich Recht habe, wenn ich sage, dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht – und um nichts anderes.“


Statistik:

HSG Delmenhorst: Lettmann, Prvonozac; Meissner, Sudau 1, Ludwig 4, Timmermann 2, Till, Coors 1, Oetken 6/4, Schanthöfer 2, Janßen 5, Goyert 2, Markowski 1, Freese 1.

SV Beckdorf: Fieritz, Belizaire; Nowacki 7, Kahrs, Oldag 1, Fock 6, Dede 2, Hesslein 5/2, Benner, Williams 6, Baumscheiper 1, Fuhrmann, Jansen, Jolitz.

Schiedsrichter: Bohmbach, Meyer (VfL Rastede)

Zeitstrafen: HSG – SVB 4.

Siebenmeter: HSG 5/4 – SVB 2/2.

Zuschauer: 320.

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