Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst will zurück auf die Überholspur

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Wollen die Hürde Wolfenbüttel überspringen: Stefan Bruns (2. von lnks), Marlo Siech (rechts) und der SV Atlas. Foto: Rolf TobisWollen die Hürde Wolfenbüttel überspringen: Stefan Bruns (2. von lnks), Marlo Siech (rechts) und der SV Atlas. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst erwartet in der Fußball-Oberliga den starken Aufsteiger MTV Wolfenbüttel und hat etwas gutzumachen. Nach der Pleite von Oythe sind die Delmenhorster wieder voller Tatendrang. Atlas trifft auf einen gefährlichen Neuling, dessen Fans schon einmal Lust haben.

Es wäre wohl übertrieben, von einer Wolfenbütteler Völkerwanderung zu sprechen, die am Samstag Richtung Nordwesten zieht. Der Männerturnverein wird bei seinen Auswärtsspielen eher selten von Hundertschaften an Fans begleitet, zum Fußball-Oberligaspiel beim SV Atlas Delmenhorst (15 Uhr) allerdings hat sich eine durchaus respektable Reisegesellschaft angekündigt. Der Fanbus ist schon ausgebucht; wer jetzt noch mit will, verkündet der Club auf Facebook, muss im Mannschaftsbus mitfahren.

Selbst wenn dort alle Plätze besetzt sind, wird der Delmenhorster Anhang in der Überzahl sein bei einer Partie, die für beide Mannschaften einen richtungsweisenden Charakter haben kann. Beide haben nach gutem Saisonstart zuletzt verloren, Atlas beim verdienten 1:2 beim VfL Oythe sogar zum ersten Mal nach elf Pflichtspielen. Der „enttäuschende Auftritt“, wie Trainer Jürgen Hahn ihn nannte, wurde aufgearbeitet. Nach „einer guten Reaktion“ mit viel Engagement im Training ist der Coach auch wieder positiver gestimmt: „Es war auch bis jetzt unsere einzige Niederlage. Wir haben wirklich keinen schlechten Start hingelegt, den wir auch nicht wegen eines gebrauchten Tages gleich schlecht reden wollen.“

Alle vier Aufsteiger stark

Tatsächlich ist der SV Atlas an den teilweise kurios verlaufenen ersten fünf Spieltagen in etwa da, wo er sein wollte – im Gegensatz zu anderen finanzstarken Vereinen. Mitfavorit 1. FC Wunstorf und der letztjährige Regionalligist VfV Hildesheim stehen auf Abstiegsplätzen, Mitabsteiger Eintracht Braunschweig II und der mit viel Talent ausgestattete TuS Bersenbrück nur knapp darüber. „Diese Mannschaften haben sich das anders vorgestellt“, glaubt auch Hahn. Umso wichtiger sei es, „dass wir schon gezeigt haben, wie schwer wir zu schlagen sind“. Wenn die Form denn besser ist als in Oythe.

Bislang sind es die Aufsteiger, die viele verblüffen – alle vier stehen unter den ersten sieben der Tabelle. Wolfenbüttel ist als Fünfter darunter vielleicht die größte Überraschung, auch am vergangenen Wochenende wurde der MTV beim 1:3 gegen den Heeslinger SC erst in der Nachspielzeit geschlagen. Hahn und Co-Trainer Marco Büsing haben sich in stundenlanges Videomaterial des Neulings gestürzt und haben „einen typischen Aufsteiger“ gesehen, der von der Euphorie lebt. Der MTV spielt bevorzugt im 4-1-4-1 mit Torjäger Rico Frank oder dem Italiener Mario Errico in der Sturmspitze.

Muss Osei Priesner ersetzen?

Die Stärke des Teams ist der homogene Kader. Die bisherigen elf Pflichtspieltreffer, drei davon Jokertore, verteilen sich auf schon sieben verschiedene Torschützen. Über viel Oberliga-Erfahrung verfügt der MTV aber nicht, jedenfalls nicht im aktuellen Kader. Die Wolfenbütteler Fußballer haben jedoch eine durchaus stolze Geschichte: Vorgängerverein Wolfenbütteler SV, der 2002 im MTV aufging, spielte 37 Jahre lang in der höchsten Klasse Niedersachsens oder sogar darüber, es gab 18 Duelle mit dem alten SV Atlas, der in seiner Geschichte nur gegen Blau-Weiß Lohne und Preußen Hameln mehr Punkte geholt hat.

In der Gegenwart steht Wolfenbüttel zwei Plätze über Delmenhorst, was für Atlas aber nur ein kurzfristiger Zustand sein soll. „Wir wollen sie überholen“, sagt Hahn, dem aber das Verletzungspech die Planungen erschwert. Leon Lingerski fällt mit Rückenprobelem definitiv aus, Dennis Mooy vermutlich auch. Und der schwer ersetzbare Mittelstürmer Marco Priesner kann wohl nicht spielen. Ein Ersatz-Kandidat wäre Marvin Osei, den Hahn nach bisher 108 größtenteils unauffälligen Einsatzminuten auch in die Pflicht nimmt. „Ich erwarte von ihm, dass er Verantwortung übernimmt. Und er erwartet es von sich auch.“


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