Kunst der sanften Verteidigung JC Bushido bietet als einziger Delmenhorster Club Aikido an

Von Richard Schmid

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Bushido-Trainer Rasmus Günther (links) demonstriert Wurf- und Halteübungen beim Aikido. Foto: Richard SchmidBushido-Trainer Rasmus Günther (links) demonstriert Wurf- und Halteübungen beim Aikido. Foto: Richard Schmid

Delmenhorst. Als einziger Sportverein in Delmenhorst bietet der JC Bushido Aikido an. Trainer Rasmus Günther ist seit 15 Jahren dabei.

Neben den in auch unseren Breitengraden populären asiatischen Kampfsportarten wie Judo, Karate oder Ju-Jutsu ist der japanische Kampfkunstsport Aikido weitgehend unbekannt. Was möglicherweise daran liegt, dass diese betont defensive Kampfkunst viele Beobachter erst einmal eher ein wenig verwundert zurücklässt. Beim Aikido gibt es keine Wettkämpfe, es ist im eigentlichen Sinne auch kein Kampfsport, sondern eine weitgehend gewaltfreie Kampfkunst.

Auch in Delmenhorst sind Aikidokas eine seltene Spezies – aber es gibt sie. Der JC Bushido hat als einziger Delmenhorster Verein Aikido im Programm und erklärt den Sport auf seiner Homepage so: „Ziel des Aikido ist es, einem Angriff dadurch zu begegnen, dass man die Angriffskraft leitet und es dem Gegner unmöglich macht, seinen Angriff fortzuführen.“ Der verteidigende Aikidoka versucht dabei, mit Wurf- und Haltetechniken die gegnerischen Angriffe aufzuhalten und entsprechend der eigenen friedlichen Haltung ohne Absicht eines Gegenangriffs den Angreifer an weiteren Angriffen zu hindern. Nicht die Zerstörung ist das Ziel, sondern die ständige Kontrolle des Gegners.

Defensiv und friedfertig

Rasmus Günther, sei gut 15 Jahren Aikido-Trainer des JC Bushido, erläutert die Philosophie dieser Kampfkunst mit einem japanischen Sprichwort: „Die flexible Trauerweide kann einem Sturm durch Biegen widerstehen, während die viel stabilere Eiche bricht, wenn der Wind zu stark ist – das ist auf den Punkt gebracht Aikido.“

Bis zu 20 Teilnehmer treffen sich regelmäßig bei den Übungsstunden des JC Bushido, um die vielfältigen Techniken zu erlernen und durch gemeinsame Übungen zu vertiefen. „Von außen sieht es sehr leicht und sanft aus, es ist aber sehr schwer zu erlernen. Man braucht viel Ehrgeiz und es dauert lange, die Techniken zu beherrschen“, sagt Günther, der selbst vor gut 35 Jahren das erste Mal mit dieser Kampfkunst in Berührung kam. „Es war eher dem Zufall geschuldet, denn vom japanischen Kampfsport habe ich nicht viel gehalten. Aber dieser defensive und friedfertige Selbstverteidigungsaspekt des Aikido hat mich überzeugt“, erzählt er.

Im Training alle mit dem gleichen Gürtel

Seither ist er von Aikido begeistert und gibt das auch an seine Schüler weiter. Auftakt jeder Trainingseinheit ist nach einigen sanften Aufwärmübungen immer das Üben des richtigen Fallens, womit auch jeder Anfänger zunächst beginnt. Und apropos Anfänger: Wie in den anderen asiatischen Kampfsportarten gibt es auch hier je nach Grad des Könnens unterschiedlich farbige Gürtel. „Aus Respekt und auch aus Gründen der Gleichheit wird im Training immer nur der weiße Gürtel getragen“, erläutert Günther. Neben dem üblichen Trainingsanzug, dem „Keikogi“ kann auch ein „Hakama“, ein meist schwarzer Hosenanzug getragen werden. „Der Hakama dient der Verschleierung der Standposition“, sagt Günther.

Aikido ist für alle Altersgruppen sowie für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet. Bushido-Vorsitzender Heiko Fritsch würde sich über weitere Interessenten sehr freuen. Die Aikidokas treffen sich montags (Einsteiger) und freitags (Fortgeschrittene) jeweils ab 18.30 Uhr in der Turnhalle der Parkschule. Sonntags gibt es zudem Training nach Absprache in der Sporthalle des Max-Planck-Gymnasiums.


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