Chancenplus gegen Northeim Atlas Delmenhorst vergibt beim 0:0 drei Matchbälle

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst. Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben gegen Spitzrenreiter FC Eintracht Northeim den Knockout vergeben. Nach dem Seitenwechsel stehen die SVA-Spieler Marco Prießner und Leon Lingerski vor der Führung. Rund 800 Zuschauer sehen im Spitzenspiel ein torloses Unentschieden der besseren Sorte.

Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben gegen Spitzrenreiter FC Eintracht Northeim den Knockout vergeben. Der heimische Oberligist zeigte beim 0:0 erneut einen überzeugenden Auftritt, versäumte es jedoch nach der Pause, aus den guten Gelegenheiten Kapital zu schlagen. Die Delmenhorster erarbeiteten sich ein Plus an Einschussmöglichkeiten und hätten einen Sieg verdient gehabt.

So sahen es auch die Trainer. „Aufgrund der zweiten Halbzeit und der Chancen ist es für Northeim eher ein glücklicher Punkt“, stellte SVA-Chefcoach Jürgen Hahn fest. „Der Punkt für uns ist glücklich“, unterstrich dessen Eintracht-Kollege Philipp Weißenborn.

Knapp am Ball vorbeigesprungen: Atlas-Abwehrmann im Luftkampf mit dem Northeimer Keeper Christopher Meyer. Foto: Rolf Tobis

Die rund 800 Zuschauer erlebten am Samstagnachmittag im Stadion zweifelsohne ein torloses Unentschieden der besseren Sorte. Die nach wie vor ungeschlagenen Kontrahenten zeigten, warum sie vordere Plätze belegen. Sie erlaubten sich – insbesondere in der ersten Stunde – relativ wenige Fehler und lieferten sich eine von Respekt und Taktik geprägte, intensive Begegnung.

Die erste echte Chance bot sich den Gästen in der 7. Minute, als der Schuss von Richard Hehn vom rechten Pfosten ins Feld zurückprallte. Atlas benötigte eine Viertelstunde, um richtig ins Spiel zu kommen. „Dann“, betonte Hahn, „waren wir griffig.“ In der 36. Minute verfehlte Marco Prießner mit einem 20-Meter-Schuss das Ziel und sechs Minuten später rettete Mannschaftskapitän Christian Horst nach einer Hereingabe von Tom Schmidt in höchster Not. „Bis zur 30. Minute hat alles gut geklappt, was wir uns vorgenommen haben. Dann haben wir nicht mehr genug gegengehalten, aber bis zur Pause war es ein Spiel auf Aufgenhöhe“, meinte Northeims 30-jähriger Trainer Weißenborn.

Drei Großchancen in sieben Minuten

„In der Pause haben wir gesagt, dass wir noch selbstbewusster auftreten müssen“, verriet Hahn. Gesagt, getan. Seine Elf nahm das Heft des Handelns mehr und mehr in die Hand und kam zu „drei Matchbällen“ (Hahn). In der 54. Minute klärte Linus Baar nach einem Schuss des unermüdlichen Prießner vor der Linie. Drei Minuten später leistete sich Horst gegen Prießner einen Fehler. Der Delmenhorster sicherte sich den Ball, umkurvte Torwart Christopher Meyer und sendete den Ball im Anschluss daran aus verhältnismäßig spitzem Winkel so in Richtung Northeimer Tor, dass der zurückgeeilte Horst noch zu klären vermochte. Den dritten „Matchball“ innerhalb von lediglich sieben Minuten vergab Leon Lingerski, der das Spielgerät nach einem sehenswerten Alleingang knapp neben das Gehäuse setzte (60.). Die einzig echte (Groß-)Chance auf der Gegenseite ließ der drei Minuten zuvor eingewechselte Nils Hillemann in der 68. Minute ungenutzt verstreichen.

Während der letzten 18 Minuten, in denen die Eintracht kräftemäßig mehr und mehr abbaute, brachte Hahn drei frische Offensivkräfte. Zu großen Gelegenheiten kamen die bis zuletzt sehr engagierten Hausherren jedoch nicht mehr. Zwei Distanzschüsse von Musa Karli landeten in der 76. und 87. Minute in den Armen von Keeper Meyer.

Atlas seit elf Pflichtspielen ungeschlagen

Bei den Northeimern fehlte Torjäger Melvin Zimmermann, der sich eine Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. „Wir standen im Großen und Ganzen stabil“, sagte dessen Trainer Weißenborn. „Aber wenn wir ein, zwei Tore kassiert hätten, dürften wir uns auch nicht beschweren.“ Man habe den Gegner taktisch gut beschäftigt, meinte Hahn. Sein Team habe 90 Minuten lang defensiv gut gestanden und in der zweiten Halbzeit auch offensiv gut gespielt. „Schade, dass wir uns nicht belohnt haben, aber man muss auch sehen, gegen wen wir gespielt haben“, ergänzte er. Seine Mannschaft ist saisonübergreifend seit nunmehr elf Pflichtspielen ungeschlagen.

„Wir müssen unsere Chancen nutzen, dann gewinnen wir das Spiel“, kommentierte Atlas-Sportvorstand Bastian Fuhrken die Partie. „Aber es war ein gutes Spiel. Wir haben gegen den Spitzenreiter ein Unentschieden erreicht.“


Atlas Delmenhorst – Eintracht Northeim 0:0

Atlas Delmenhorst: Urbainski - Köster, Plendiskis, Siech, Mooy (73. Rauh) - Mutlu, Bruns, Lingerski - Schmidt (84. Osei), Karli - Prießner (73. Müller-Rautenberg).

Eintracht Northeim:

Eintracht: Meyer - Hofmann (46. Rudolph), Horst, Baar, Westfal - Steinhoff, Hehn, Rettstadt - Wiederhold, Freyberg (58. Grunert), Mähner (65. Hillemann).

Tore: Fehlanzeige.

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann (Nordhorn) sowie Philip Eiben und Anke Hölscher.

Zuschauer: rund 800.

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