Frauenfußball-Regionalliga Jahn Delmenhorst nach vorne gefährlich, hinten anfällig

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Am Ball vorbeigeschlagen: Pia Nauber von der TSG Burg Gretesch (links) im Zweikampf mit der Delmenhorsterin Natahlie Heeren. Foto: Rolf TobisAm Ball vorbeigeschlagen: Pia Nauber von der TSG Burg Gretesch (links) im Zweikampf mit der Delmenhorsterin Natahlie Heeren. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. In einem wilden Spiel in der Frauenfußball-Regionalliga haben sich der TV Jahn Delmenhorst und die TSG Burg Gretesch gerecht 3:3 (2:1)-Unentschieden getrennt.

Als Schiedsrichterin Anja Klimm am Sonntagnachmittag um 14.49 Uhr die kurzweilige Regionalliga-Partie zwischen dem TV Jahn Delmenhorst und dem TSG Burg Gretesch abgepfiffen hatte, machte Gästespielerin Marie Gosewinkel ihrem Unmut erst einmal unüberhörbar Luft: „Wie viele Chancen brauchen wir denn noch?“, schimpfte die Abwehrspielerin über das aus ihrer Sicht unbefriedigende 3:3 (2:1)-Remis. Einerseits verständlich, denn die TSG hatte viele gute Möglichkeiten vergeben. Das galt aber auch für den TV Jahn. Das x-te Duell der beiden langjährigen Rivalen hätte genauso gut auch 5:5 oder 6:6 ausgehen können.

Für die Delmenhorsterinnen reichte es also auch im zweiten Punktspiel trotz zweimaliger Führung zu keinem Sieg. Jahn-Trainer Claus-Dieter Meier war andererseits nach dem 2:3-Rückstand und „angesichts unserer personellen Voraussetzungen“ mit dem Ergebnis zufrieden. Zum einen fehlte Flügelflitzerin Neele Detken erneut, zum anderen auch abermals Torhüterin Magdalena Flug. Weshalb im vierten Pflichtspiel der Saison nach Flug und Nikola Hellbusch mit Christina Bellinghoven bereits die dritte Torfrau zum Einsatz kam.

Chrstina Bellinghoven wieder im Tor

Bellinghoven spielte früher für den FCR 2001 Duisburg zwar in der Champions League, stand die letzten zwei Jahre aber gar nicht mehr im Tor und lief in der vergangenen Zweitliga-Saison als Rechtsverteidigerin auf. Der 30-Jährigen fehlte daher spürbar die Spielpraxis und die Abstimmung mit ihrer Viererkette, was die TSG Burg Gretesch besonders bei ihrer 3:2-Führung ausnutzte, als Lena Gosewinkel nach einem langen Ball und einigen Patzern traf (72.). Apropos Gegentor: Jahn kassierte in den letzten drei Pflichtspielen zehn Treffer. Die Defensive ist zur Zeit die Achillesferse bei den Jahnerinnen.

„Wir sind im Umbruch“, nahm Meier seine Spielerinnen jedoch in Schutz. „Wir haben einige Sachen umgestellt. Und einige Spielerinnen müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen als früher. Das braucht eben seine Zeit.“

Voll abgezogen: Die zweifache Torschützin Vivien Endemann (Mitte) war gegen die TSG Burg Gretesch ein Aktivposten. Foto: Rolf Tobis

Die 75 Zuschauer im Delmenhorster Stadion sahen ein teilweise wildes Spiel, in dem beide Mannschaften zumindest an diesem Tag ähnlich aufgestellt waren: Sie spielten stark nach vorne, leisteten sich viele Abwehrfehler und hatten jeweils zwei starke Offensivspielerinnen in ihren Reihen. Bei den Gästen drückten vor allem die schwer zu verteidigende Nicola Schampera und Lena Gosewinkel dem TSG-Spiel ihren Stempel auf. Bei Jahn überzeugten Youngster Vivien Endemann und die angeschlagene Anna Mirbach. Wenngleich Coach Meier bei der 30-Jährigen „das gewisse Etwas“ vermisste.

Zur Pause hatte Jahn nach zwei Treffern von Endemann – angesichts der Großchancen für Burg Gretesch – glücklich mit 2:1 geführt. Erst traf die 17-Jährige nach super Zuspiel von Anna Mirbach (14.), dann nach einem Alleingang (45.). Für Burg Gretesch hatten Schampera (43.) kurz vor sowie Kim-Jessica Köhne (47.) kurz nach der Halbzeit nach vermeidbaren Jahner Abwehrfehlern getroffen.

Heerens herrlicher Schlenzer

Als die Gastgeberinnen Mitte der zweiten Halbzeit am Drücker schienen und in ihrer Drangphase vor allem durch Endemann das 3:2 hätten machen müssen (55.), lag Delmenhorst plötzlich mit 2:3 zurück. Doch in der Schlussphase, als beide Mannschaften angesichts schwindender Kräfte mit offenem Visier agierten und ihr Mittelfeld fast völlig aufgaben, traf Nathalie Heeren mit einem herrlichen Schlenzer vom Strafraumeck zum gerechten 3:3-Ausgleich (77.).


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