Handball-Saisonvorschau Oberliga Nordsee so stark besetzt wie nie zuvor

Von Klaus Erdmann, Daniel Niebuhr, Frederik Böckmann

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Delmenhorst. Die Oberliga-Nordsee ist vermutlich so stark wie nie zuvor. Alleine fünf ehemalige Handball-Zweitligisten tummeln sich in der vierthöchsten Spielklasse. Der Ex-Delmenhorster Andre Haake und andere Experten favorisieren Absteiger als Titelkandidaten. Bekannte Gesichter aus Delmenhorst und dem Landkreis spielen in anderen Vereinen.

Seit 37 Jahren ist die Oberliga die vierthöchste Klasse im Handball, seitdem hat die Nordsee-Staffel unzählige denkwürdige Dramen erlebt. Die Saison 2018/19, die am Freitagabend mit dem Spiel HSG Barnstorf/Diepholz gegen VfL Edewecht eröffnet wird, ist aber eine ganz besondere. Noch nie waren so viele Topvereine der Region in dieser Klasse versammelt – allein fünf ehemalige Zweitligisten sind dabei. Aus dem Nordseebereich spielen nur die HSG Nordhorn, der Wilhelmshavener HV und die SG Varel-Altjührden noch höher.

Bei der Frage nach den Anwärtern auf die Meisterschaft fallen immer wieder drei Namen – die der Drittliga-Absteigert OHV Aurich, ATSV Habenhausen und VfL Fredenbeck. „Aurich erwarte ich ganz oben. Die Mannschaft hat den stärksten Kader“, betont Marten Franke, Spielertrainer der SG HC Bremen/Hastedt, gegen die die HSG Delmenhorst am Samstag, 19.15 Uhr, in die neue Saison startet. Fredenbeck, Habenhausen und dem TV Cloppenburg traut er ebenfalls Spitzenpositionen zu. „In der zweiten Gruppe sehe ich VfL Edewecht, Delmenhorst, uns und TV Bissendorf-Holte“, sagt Franke. Das Saisonziel seiner Mannschaft sei ein Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Für Hatten-Sandkrug geht es nur um den Klassenerhalt

Andre Haake, langjähriger (Spieler-)Trainer der HSG Delmenhorst, der jetzt das Trikot des Mitaufsteigers TSG Hatten-Sandkrug trägt, räumt den Fredenbeckern die besten Chancen ein. Ferner sieht er die Auricher und Habenhauser („Die können durchwechseln, ohne das ein Bruch entsteht“) vorne. Und die Cloppenburger: „Die haben einen Superkader.“ Für Hatten-Sandkrug, so Haake, gehe es um den Klassenerhalt. „Wir haben sieben neue Leute. Das dauert noch etwas. Aber ich bin guten Mutes“, erklärt er. Sein persönliches Ziel sei es, verletzungsfrei zu bleiben. Ebenso wie Franke ist Haake der Meinung, dass das Niveau 2018/19 sehr hoch sein wird: „Die Oberliga ist so stark wie nie zuvor.“

Dieser Ansicht ist auch Jürgen Janßen, Vorsitzender der HSG Delmenhorst. Auf die Frage nach den Titelkandidaten antwortet er: „Die drei Absteiger und die Cloppenburger, denn die haben kräftig investiert.“ Aber auch Aurich und Fredenbeck hätten „kräftig aufgerüstet“. Der HSG-Chef: „Diese Mannschaften werden den Titel wohl unter sich ausmachen.“ Vordere Ränge traut Janßen auch Bissendorf-Holte und Bremen/Hastedt zu.

Was macht der VfL Edwecht?

„Die Favoriten sind Habenhausen, Fredenbeck und Aurich. Alle drei wollen wieder hoch und sie haben gute Ergebnisse erzielt“, sagt HSG-Trainer Jörg Rademacher. Und man dürfe Edewecht nicht unterschätzen, denn: „Der VfL hat erfahrene Leute.“

In der Nordsee-Staffel tummeln sich indes viele bekannte Gesichter aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg. Für den TV Cloppenburg spielten mit Doppelspielrecht Kian Krause und Bennet Krix aus der A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg.

•Spielt auch in Cloppenburg: Der Bookholzberger Bennet Krix. Foto: Rolf Tobis

Linksaußen Krix freut sich, dass der TVC Krause und ihm die Möglichkeit gebe, in der Oberliga zu spielen. Der TVC sei „ein Verein mit viel Perspektive“. Besonders den Heimspielen beim Turnverein, die regelmäßig von 600 bis 700 Fans besucht werden, fiebert der 18-Jährige entgegen. Auch Team-Kollege Kian Krause freut sich auf die „einzigartige Heimspielkulisse“. „Es ist einfach der Wahnsinn, was hier passiert wenn Matchday ist. Die Leute sind hier Handball begeistert.“ Beim TVC zieht – mit Ausnahme eines halbjährigen Intermezzos beim ATSV Habenhausen – seit Jahren als Mittelmann der Ex-Delmenhorster Lennart Witt die Fäden. Mit dem Ex-Neerstedter Hendrik Legler hat sich der ambitionierte TV Cloppenburg auf der Torhüter-Position exzellent verstärkt.

In ihr viertes Jahr bei der HSG Barnstorf/Diepholz gehen indes zwei ehemaliger Neerstedter: Trainer Dag Rieken und Außen Bastian Carsten-Frerichs. Auch Barnstorf/Diepholz hat sich mit Spielern der A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg verstärkt: Zum einen Torwart Simon Schrinner und Rückraumspieler Jakub Anuszweski, die parallel weiter für die Landkreis-HSG auflaufen. Zum anderen der Wildeshauser Spielmacher Piet Gerke, der in der A-Jugend allerdings künftig für Bundesligist SG HC Bremen/Hastedt aufläuft.

Vier Ex-Delmenhorster bei der TSG Hatten-Sandkrug

Für Aufsteiger TSG Hatten-Sandkrug sind indes vier Ex-Delmenhorster am Ball. Neben Haake wechselte auch Linkshänder Kevin Larisch von der HSG Delmenhorst nach Hatten, von der TS Hoykenkamp kamen Außen Tim Streckhardt und Kreisläufer Bernd Spille. Marten Franke wird bei Bremen/Hastedt von zwei weiteren Bekannten aus Dötlingen assistiert: Seinem Vater Jörn Franke und dem Ex-Neerstedter Tim Schulenberg.


Der dk-Einlauftipp

1.OHV Aurich

2. VfL Fredenbeck

3. Cloppenburg

4. Habenhausen

5. VfL Edwecht

6. Barnstorf/D.

7. Delmenhorst

8. Bremen/Hastedt

9. Bissendorf-Holte

10. SV Beckdorf

11. Achim/Baden

12. TuS Rotenburg

13. Hatten-Sandkrug

14. Bremervörde

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