Handball-Saisonvorschau Die HSG Delmenhorst weiß nicht, wo sie steht

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst. Die HSG Delmenhorst freut sich nach dem Wiederaufstieg auf die Saison in der Oberliga Nordsee. Cheftrainer Jörg Rademacher spricht von einer „Gratwanderung“. Das erste Punktspiel bestreitet die Handball-Spielgemeinschaft am Samstag in der Stadionhalle gegen die SG HC Bremen/Hastedt.

Natürlich freuen sie sich bei der HSG Delmenhorst darüber, dass sie ein Jahr nach dem Abstieg als souveräner Verbandsliga-Meister in die Oberliga Nordsee zurückgekehrt sind. Die Aufgaben sind sehr anspruchsvoll, denn die vierthöchste Spielklasse gilt 2018/19 als außerordentlich stark. Da freut sich die hiesige Spielgemeinschaft, die am Samstag, 19.15 Uhr, in der Halle am Stadion mit einem Spiel gegen die SG HC Bremen/Hastedt in die neue Saison startet, darüber, dass sie dabei ist.

Aber der Rückkehrer trägt auch Sorgenfalten. Auf die Frage nach den Erwartungen antwortet Jörg Rademacher: „Das ist schwierig, denn wir wissen nicht, wo wir stehen.“

Der Cheftrainer wird konkreter: „Ich habe in der Vergangenheit viele Saisonvorbereitungen gemacht. Der gesamte Ablauf der jetzigen Vorbereitung war extrem schlecht.“ So habe man phasenweise nicht im Stadion trainieren können, da dieses gesperrt gewesen sei. Noch gravierender ist für den Coach allerdings das „extreme Verletzungspech“. Im Training hätten verletzungsbedingt oder aus beruflichen Gründen immer wieder Spieler gefehlt. „Das ist unbefriedigend“, betont Rademacher. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer „Gratwanderung“, denn: „Eigentlich müssen wir uns noch einspielen. Aber andererseits müssen wir natürlich auch Punkte holen.“ Möglichst schon am Samstag, gegen die Bremen/Hastedt.

Wenn die HSG-Mannschaft komplett sei, davon ist Rademacher überzeugt, sei sie „absolut konkurrenzfähig“. Gerne erinnert er sich an den Toyota-Engelbart-Cup, bei dem sich seine HSG gegen den hoch gehandelten Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen zu behaupten vermochte. „Wir haben mit dem letzten Aufgebot gespielt, aber man hat gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Die Einstellung der Leute hat gestimmt.“ Jürgen Janßen, Vorsitzender der HSG: „Wenn die Mannschaft Leistungen wie beim Engelbart-Cup zeigt, bin ich zuversichtlich.“

Über den ersten Gegner ist Rademacher gut informiert. „Ich beschäftige mich seit langer Zeit mit Bremen/Hastedt“, unterstreicht er. Dreh- und Angelpunkt sei Marten Franke. Über ihn liefen sämtliche Kombinationen und zudem sei er torgefährlich. Der Gast verfüge über eine junge und hungrige Mannschaft. Bremen/Hastedt stehe für ein „gnadenloses Konterspiel“ und für „extremes Tempo“. Rademacher: „Erste und zweite Welle sind sehr gefährlich. Ein unbequemer Gegner“. Die Bremer hätten nichts zu verlieren: „Der Druck liegt auf unserer Seite.“

Thies Kohrt, Jörn Janßen und Michael Schröder fehlen

Natürlich meldet sich das Verletzungspech bei der HSG Delmenhorst, bei der Neuling Lasse Till (zuletzt Bremen/Hastedt) seine Pflichtspielpremiere in eigener Halle feiert, nicht mit dem Beginn der Saison ab. Thies Kohrt und Neuzugang Michael Schröder, so Rademacher, fielen definitiv aus, Ferner stehe Jörn Janßen noch nicht wieder zur Verfügung. Den Namen Niclas Schanthöfer versah der Übungsleiter mit einem Fragezeichen. Philipp Freese und Stefan Timmermann, die in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs, in der der HSG das Aus ereilte, ebenfalls fehlten, sind nach Rademachers Worten am Samstag wieder dabei.

Dessen Kollege Marten Franke plagt sich ebenfalls mit personellen Problemen herum. „Es fehlen uns drei Spieler, die sich schwere Verletzungen zugezogen haben“, unterstreicht der Spielertrainer. „Um unseren Kader aufzustocken, haben wir kurzfristig noch Jorrit Latacz von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen verpflichtet. Eventuell sind in Delmenhorst A-Jugendliche dabei.“

SG HC Bremen/Hastedt will offensiv verteidigen

Apropos: Seine Mannschaft sei jünger geworden, stellt Franke fest. Man habe vier A-Jugendliche hochgezogen und auch zwei externe Zugänge seien noch sehr jung. Das Team sei unerfahren, habe aber in der Vorbereitungsphase diszipliniert und konsequent gespielt. Seine Mannschaft verfüge jetzt über eine aktivere Abwehrformation. Man verteidige offensiver. Das Team habe zuletzt gute Ergebnisse erzielt. Er sei mit der Vorbereitung „sehr, sehr zufrieden“, so Franke, und gehe optimistisch in das Wochenende.

Favorisiert sei Bremen/Hastedt jedoch nicht. „Favorit sind die Delmenhorster. Mit dem Kader und der Unterstützung des Publikums spielen sie in der oberen Tabellenhälfte mit“, traut Franke der HSG einiges zu. Tim Coors und Michael Schröder seien erfahrene Leute, die bereits höherklassig gespielt hätten. Sie machten in der Defensive den Unterschied. „Und mit Lasse Till ist ja ein torgefährlicher Spieler von uns zur HSG gegangen,“ ergänzt der Spielertrainer.

Rademacher lobt den Fitnzesszustand

HSG-Coach Rademacher betont, dass es wichtig sei, Ruhe zu bewahren. „Mit den Leuten, die wir haben, wollen wir das Bestmögliche erreichen“, fügt er hinzu. Spielerische Elemente fehlten logischerweise noch, aber der Fitnesszustand sei besser als vor einem Jahr. Ziel sei es, nicht unten rein zu rutschen, um keinen Druck zu haben. Man müsse Luft haben. „Schön wäre es, wenn wir auf einem Mittelfeldplatz landen“, sagt Jörg Rademacher.


HSG Delmenhorst

Abgänge: Andre Haake (TSG Hatten-Sandkrug), Jonte Windels (eigene zweite Mannschaft).

Zugänge: Michael Schröder (OHV Aurich), Lasse Till (SG HC Bremen/Hastedt).

Restkader: Mirko Lettmann, Sönke Schröder; Torben Sudau, Dominik Ludwig, Stefan Timmermann, Tim Coors, Frederic Oetken, Niclas Schanthöfer, Jörn Janßen, Ole Goyert, Thies Kohrt, Alexander Schöps, Philipp Freese, Jonas Meissner.

Trainer: Jörg Rademacher.

Saisonziel: Platz im Mittelfeld.

1. Spieltag (1. September, 19.15 Uhr)

Delmenhorst - SG HC Bremen/Hastedt

2. Spieltag (9. September, 17.00 Uhr)

Habenhausen - Delmenhorst

3. Spieltag (15. September, 19.15 Uhr)

Delmenhorst - SV Beckdorf

4. Spieltag (22. September, 18.30 Uhr)

TuS Rotenburg - HSG Delmenhorst

5. Spieltag (29. September, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - VfL Fredenbeck

6. Spieltag (20. Oktober, 19.30 Uhr)

TSG Hatten-Sandkrug - Delmenhorst

7. Spieltag (27. Oktober, 19.15 Uhr)

Delmenhorst - Bissendorf-Holte

8. Spieltag (3. November, 19.00 Uhr)

SG Achim/Baden - Delmenhorst

9. Spieltag (10. November, 19.15 Uhr)

Delmenhorst - Barnstorf/Diepholz

10. Spieltag (24. November, 18.00 Uhr)

Bremervörde - Delmenhorst

11. Spieltag (1. Dezember, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - VfL Edewecht

12. Spieltag (8. Dezember, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - OHV Aurich

13. Spieltag (15. Dezember, 19.15 Uhr)

TV Cloppenburg - Delmenhorst

14. Spieltag (26. Januar, 19.30 Uhr)

SG HC Bremen/Hastedt - Delmenhorst

15. Spieltag (2. Februar, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - ATSV Habenhausen

16. Spieltag (9., Februar, 19.30 Uhr

SV Beckdorf - HSG Delmenhorst

17. Spieltag (16. Februar, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - TuS Rotenburg

18. Spieltag (23. Februar, 19.30 Uhr)

VfL Fredenbeck - HSG Delmenohrst

19. Spieltag (1. März, 20.30 Uhr)

HSG Delmenhorst - Hatten-Sandkrug

20. Spieltag (10. März, 17.00 Uhr)

TV Bissendorf-Holte - Delmenhorst

21. Spieltag (16. März, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - SG Achim/Baden

22. Spieltag (29. März, 20.00 Uhr)

HSG Barnstorf/Diepholz - Delmenhorst

23. Spieltag (6. April, 19.15 Uhr)

HSG Delmenhorst - TSV Bremervörde

24. Spieltag (13. April, 18.00 Uhr)

VfL Edewecht - HSG Delmenhorst

25. Spieltag (27. April, 19.30 Uhr)

OHV Aurich - HSG Delmenhorst

26. Spieltag (4. Mai, 19.30 Uhr)

HSG Delmenhorst - TV Cloppenburg

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