Handball-Saisonvorschau Umbruch bei Hude/Falkenburg, Vorfreude in Neerstedt

Von Richard Schmid

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Weg da: Hude/Falkenburgs Saskia Petersen (links) zeigt der Neerstedterin Wiebke Kieler, was sie zweikampfmäßig in der Oberliga erwarten dürfte – da hält auch HSG-Neuzugang Susan Schnitter (rechts) sicherheitshalber erst einmal Abstand. Foto: Rolf TobisWeg da: Hude/Falkenburgs Saskia Petersen (links) zeigt der Neerstedterin Wiebke Kieler, was sie zweikampfmäßig in der Oberliga erwarten dürfte – da hält auch HSG-Neuzugang Susan Schnitter (rechts) sicherheitshalber erst einmal Abstand. Foto: Rolf Tobis

Landkreis. Der ewige Titelkandidat HSG Hude/Falkenburg stapelt vor dem Saisonstart in der Handball-Oberliga erst einmal tief und muss sieben Neuzugänge integrieren. Der Aufsteiger TV Neerstedt will mit seiner hungrigen Mannschaft in jedem Spiel an seine Grenzen gehen.

Nur noch wenige Stunden, dann hat die lange Vorbereitungszeit ein Ende. Denn an diesem Wochenende wird es ernst für die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg und des TV Neerstedt. Beide Teams dürfen in der Oberliga Nordsee zu Hause ran. Und beide Teams haben es mit hochkarätigen Gegnern zu tun: Die HSG erwartet am Sonntag (16.30 Uhr) in der Huder Halle am Vielstedter Kirchweg den TV Oyten II, während Aufsteiger TV Neerstedt bereits am Samstag (17.15 Uhr) auf den letztenjährigen Dritten SSV Wilhelmshaven (ehemals HSG Wilhelmshaven) trifft.

Vor allem die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg stehen nach Rang fünf in der Vorsaison (und der schlechtesten Platzierung in der HSG-Geschichte) vor der anstehenden Oberliga-Saison vor einem größeren Umbruch. Gleich sieben neue Spielerinnen hat der ewige Titelkandidat zu integrieren und gemeinsam mit den etablierten Kräften zu einem schlagfertigen Team zu formen.

Dementsprechend zurückhaltend gibt sich auch Hude/Falkenburgs Trainer Dean Schmidt: „Über unser Abschneiden am Ende der Saison machen wir uns derzeit überhaupt keine Gedanken, wir wollen erst mal als Team zusammenwachsen.“

HSG Hude/Falkenburg sieht sich auf einem guten Weg

Gemeinsam mit der zu Saisonbeginn zur HSG dazu gestoßenen ehemaligen Bundesligaspielerin Birgit Deeben,

die zusammen mit Schmidt das Trainerteam bildet, scheint die Mannschaft trotz einiger „Aufs und Abs in der Vorbereitung“ (Schmidt) auf einem guten Weg. Nicht zuletzt der souveräne Sieg im Handballverbandspokal in Neerstedt am vergangenen Wochenende zeigt, dass die Schmidt-Sieben gut gerüstet dem Saisonstart entgegensehen kann. Denn durch eine starke Deckungsarbeit funktionierte vor allem das Umschaltspiel der HSG über die erste Welle gut.

Dennoch, so ganz zufrieden ist Schmidt noch nicht: „Diese Oberliga ist unfassbar stark, das wird nicht einfach. Zumal es nicht ganz einfach ist, sieben Neuzugänge in der doch kurzen Zeit der Vorbereitung in das Team einzubauen.“ In diesem Zusammenhang lobte der HSG Coach vor allem seine Spielerin Saskia Petersen, die „sich für den Zusammenhalt der Mannschaft unglaublich einsetzt. Ohne Saskia würde das Team nicht da stehen, wo es steht. Sie ist die Seele des Teams.“

Verletzungssorgen bei HSG Hude/Falkenburg

Allerdings muss sich die HSG Hude/Falkenburg gleich zu Saisonbeginn mit erheblichen Verletzungssorgen herumplagen. Die für HSG auf Rechtsaußen agierende US-Nationalspielerin Ashley Butler hat es am schlimmsten erwischt. Bei einem Arbeitsunfall verbrannte sie sich ihren Wurfarm so schwer, dass eine Hauttransplantation erforderlich wurde. „Ob eine zweite OP notwendig ist, steht jetzt noch nicht fest“, sagt Schmidt. Unabhängig davon wird Butler wohl monatelang nicht zur Verfügung stehen. Auch Torfrau Karen Tapkenhinrichs hat es schwer erwischt. Beim Beachhandball verletzte sie sich erneut am Knie. Die Folge: Sie wird wohl als Torfrau überhaupt nicht mehr auflaufen. Allerdings bleibt sie dem Team als Torwarttrainerin erhalten. Die aus ihrem Auslandssemester aus Südafrika zurückgekehrte Kreisläuferin Lisa Busse, die sich einen Kreuzbandanriss zuzog, wird nach einer „Wunderheilung“ (Schmidt) vielleicht Anfang Oktober wieder zur Verfügung stehen.

Vier Abgänge und zwei Zugänge vom TV Neerstedt

Auch die Handballerinnen des TV Neerstedt stehen vor einem Umbruch – allerdings einem kleineren. Vier Spielerinnen haben die Mannschaft zum Saisonende verlassen, darunter Spielmacherin Cordula Schröder-Brockshus, die nun als Team-Managerin fungiert. Mit Lisa Rangnick und Nina Sempert, die beide vom Landesklassisten TSG Hatten-Sandkrug zum Team stießen, gab es nur zwei Zugänge.

Dementsprechend zurückhaltend, aber auch vorsichtig optimistisch gibt sich denn auch Neerstedt-Trainer Maik Haverkamp: „Als Aufsteiger sind wir der Underdog der Liga. Angesichts der enormen Stärke der Liga geht es für uns ganz klar gegen den Abstieg. Aber wir haben eine junge hungrige Mannschaft, die Lust hat an ihre Grenzen zu gehen.“ So gesehen sei er grundsätzlich optimistisch, dass es seiner Sieben gelingen werde, den ein oder anderen höher eingeschätzten Gegner zu überraschen.

Einigkeit bei den Titelfavoriten

Auch Neerstedt hatte in der Vorbereitung mit einigen Verletzungen zu kämpfen: Torfrau Sina Huntemann hatte sich im Training das Knie verdreht. Ob sie zu Saisonstart bereits zu Verfügung stehen wird, sei – so Haverkamp – noch völlig offen. Auch die Außenspielerin Nadja Albes wird vermutlich ausfallen.

Beide Trainer sind sich über die Favoriten der anstehenden Oberligasaison weitgehend einig. Vier, fünf Mannschaften gelten sowohl bei Schmidt als auch Haverkamp zu den Titelanwärtern. Dazu zählen sie natürlich die Drittliga-Absteiger SFN Vechta und VfL Stade (mit der Delmenhorster Torhüterin Katharina Woltjen), die nach zwei Jahren bzw. einer Saison in die Oberliga zurückgekehrt sind sowie der finanzstarke Vizemeister SG Friedrichsfehn/Peterfehn. Auch Oyten II und Werder Bremen II sieht Dean Schmidt vorne dabei.

TVN-Trainer Maik Haverkamp zählt HSG Hude/Falkenburg zum weiteren Favoritenkreis: „Das Team ist sehr erfahren und hat sich gut verstärkt“, findet Haverkamp. „Hude/Falkenburg ist sehr stark einzuschätzen.“ Wie stark, das wird sich zum ersten Mal Sonntag zeigen.


HSG Hude/Falkenburg

Abgänge: Kerstin Cordes (HSG Delmenhorst), Svenja Stapoisky (Pause), Karen Tapkenhinrichs (Towarttrainerin).

Zugänge: Fenja Schwark, Sarah Seidel, Laura Meyer, Malin Blankemeyer (alle TSG Hatten-Sandkrug), Maike Deeben (BV Garrel), Susann Schnitter (H.V. de Cirketijgers), Hanna Hinrichs (B-Jugend, spielberechtigt ab Frühjahr 2019).

Kader: Fenja Schwark (21, TW), Hanna Hinrichs (17, TW), Jessica Galle (30, RM), Mareike Zetzmann (36, RR), Sarah Seidel (17, RM), Lisa Hillmer (23, RL), Meike Deeben (24, RR/RM/RL), Laura Meyer (20, KM), Kristin Schulze (30, RM/RL/RR), Saskia Petersen (29, RL/RM), Ashley Butler (20, RA), Susann Schnitter (20, RA/LA), Lena Seidel (19, LA/RA), Frauke von Freeden (LA/RA), Lisa Busse (24, KM, LA, RA), Malin Blankemeyer (19, LA/RA), Katharina Stuffel (25, KM).

Trainer: Dean Schmidt, Birgit Deeben.

Saisonziel: klare Spielphilosophie entwickeln, Talente einbauen.

Meistertipp: VfL Stade, SFN Vechta, SG Friedrichsfehn/Petersfehn, Oyten II, Werder Bremen II.

TV Neerstedt

Abgänge: Katharina Marks, Manuela Garms, Nadine Merkens (alle Laufbahnende) und Cordula Schröder-Brockshus (jetzt Teammanagerin).

Zugänge: Nina Sempert, Lisa Rangnick (beide TSG Hatten-Sandkrug).

Kader: Rieke von Seggern (21, TW), Sina Huntemann (27, TW), Sharleen Siemers (27, RL), Lisa Rangnick (26, RL/RR), Delia Mathieu (25, KM/LA), Nadja Albes (25, LA/RA), Stefanie Hanuschek (26, LA), Agnieszka Blacha (24, RM), Laura Huntemann (21, RM/RL), Kirten Kurok (22/RR), Johanna Stuffel (21, KM), Nina Sempert (20, LA), Wiebke Kieler (30, RL), Anne Schmidt (27, KM/LA).

Trainer: Maik Haverkamp,

Co-Trainer: Michael Kolpack.

Saisonziel: Klassenerhalt.

Meistertipp: VfL Stade, SFN Vechta, SG Friedrichsfehn/Petersfehn, HSG Hude/Falkenburg.

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